11.06. 2017 Novosibirsk

SUPER… ich schaue aus dem Dachfenster und kann nur blauen Himmel sehen, soo ein Geschenk, denke ich. Um 0900 Uhr soll uns ein Bus für die Stadtrundfahrt beim Russisch – Deutschen Haus abholen.
Der Bus kommt tatsächlich, ich vermute, DIESER Bus hat bei der Stadtgründung vor gut hundert Jahren, schon die Ehrengäste herum-Chauffiert!!

Kühle Rüstungs-Industrie Stadt.

Da die Stadt wie gesagt sehr jung ist, fehlt eine schöne Altstadt genau so wie die wunderschönen Gebäude, wie z.B. in Jekatarinburg!
Vor dem Einsteigen wird mir offenbart, dass mich bei allen geplanten Halteorten bloss Treppen erwarten.
Kein Problem, ich bleibe „Zu Hause“, aber dann werde ich doch ermuntert mit zu fahren.
Tja, wir machen wie gewohnt unsere Turnübungen beim Reinklettern, NUR können wir heute nur vorne Einsteigen, die hintere Türe ist wohl zugeschweisst!
Novosibirsk war beim Bau der Sibirischen Eisenbahnstrecke ein wichtiger Stützpunkt. Als die Ingenieure aus St. Petersburg hier nach langer beschwerlicher Reise eintrafen, war nichts als Kieferwald!
Schon der Brückenbau über den breiten Fluss OB war eine Meisterleistung.
1. Brücke der Sib. Eisenbahn über den Fluss OB!

Konnten in West-Sibirien noch viele Bauern für den Bau der
„SIBIRISCHEN“ rekrutiert werden, mussten ab Novosibirsk die Bauarbeiter „mitgebracht“ werden.
Für diese mörderische Arbeit, konnten nicht genügend Arbeiter gefunden werden, so dass Gefangene, (ALLER GATTUNGEN) für den Bau verknurrt wurden.
Das hatte für die Häftlinge allerdings auch kleine Vorteile, sie kriegten bessere Nahrung und für 8 Monate Arbeit, wurde ein JAHR Haft erlassen. Die Arbeit wurde sogar entlöhnt!
Der Bahnhof war also heute unser erster Halt, in hellem Grünton gleicht der Bau einer „DAMPFLOK“!
Wunderschöner, alter Bahnhof.

WALDA erzählt, dass der Innenausbau modern und mit viel Grünpflanzen gestaltet ist. Der zur Zeit anwesende Zug der „Sibirischen“ war sehr modern und hat mit den legendären, luxeriösen Waggons der ursprünglichen Bahn nix mehr gemeinsam.
Moderner Innenhof der Bahnhofstation.

Novosibirsk ist eine riesige Stadt und im 2.Weltkrieg wurde vor allem Rüstungs-Industrie hier angesiedelt, weit weg vom Feind!
Die nüchterne, kalte Stadt besticht durch alte Plattenbauten aus der Stalinszeit, wie auch durch moderne Glasbauten, aber ohne schöne Skyline!

Für mich hat sich die Tour nicht gelohnt!
Der Regen setzt ein und wir verdrücken uns im Camper.
Am Abend können wir einen eindrücklichen Dokumentarfilm über die Wolgadeutschen betrachten, welche sehr zahlreich, beim Angriff der Deutschen 25.6.1941, hier nach Sibirien geschafft wurden. Viele, vor allem ältere Menschen erreichten das
„SCHLAFENDE LAND“ nicht lebend!
Zum Schluss konnten wir noch eine Photoshow bewundern und belachen.
Div. Schnappschüsse von Menschen u Tieren, Landschaften etc. sorgten für eine ausgelassene Stimmung.
Der starke Regen zwingt uns ins WOMO, etwas Ruhe schadet auch nicht, MORGEN erwartet uns wieder eine 500 Km Fahretappe!
Wir stehen zur Zeit ca in der Mitte (WEST – Ost) von Russland und bewegen uns weiter Ostwärts Richtung Baikalsee!