20. 06. 2017 Irkutsk – Baikalsee 350 Km


Unser Wassertank ist platsch leer und so bunkern wir beim Hotel, vor unserer Abfahrt tüchtig Wasser! Wir stehen danach 4 Tage am Baikalsee, OHNE Wasser / Strom / Internet!!

Zügig verlassen wir die Stadt, können wie so oft, grausame Schlaglöcher nicht umfahren, ohne andere Fz nicht zu touchieren ! Auf einer guten Strasse fahren wir dann flott Richtung Bajandai und biegen rechts ab dem Baikalsee entgegen.
Ein gutes Stück nach Irkutsk staunen wir nicht schlecht, als wir über einen Hügel fahren und dann ein sehr grosses Dorf erblicken mit überdurchschnittlich schönen Häuser….DAS müssen die „Datschas“ der Irkutsker sein. Das gleiche Bild erleben wir einige Male hinter einander. Welch ein Gegensatz zu den verlassenen, ärmlichen Dörfer, welche wir zuhauf durchquert haben!!
Die Landschaft ändert sich schnell, es wird sanft hügelig die riesigen Weizenfelder verschwinden bald gänzlich und fast steppenartig sehen die kargen Wiesen aus.

Grosse Rinderherden queren unseren Weg.

Trotzdem sehen wir nun sehr viele Pferde und Rinderherden, meist bewacht von einem Hirten, oft hoch zu Pferd mit einer Peitsche mit langer Schnur, die Tiere verstehen diese „Signale“ perfekt und kehren sofort zur Herde zurück!
Das Glück dieser Erde, liegt auf dem Rücken der Pferde!

Wir halten bei einer Herde spontan an und schon bald entdecken wir zu unserer Freude unzählige Erdmännchen, welche auf der Wiese Ihre Löcher gegraben haben und munter umher tollen und immer wieder stehend „Ausschau“ nach Touristen machen. Wir könnten dem Treiben stundenlang zuschauen.
Putzige Erdmännchen

Aufmerksam und blitzschnell, wenn Gefahr droht!

ABER, wir sollten bis 1600 Uhr bei der Fähre sein, welche uns zur Insel OLCHON übersetzt und so ziehen wir weiter. Die Hügel werden zahlreicher und vor allem karger, selten stehen noch ein paar Kiefern. Wir passieren noch ein paar kleinere Dörfer und fragen uns immer wieder..
Von WAS Leben diese Menschen hier??
Ja diese Menschen haben sich total verändert, seit wir Irkutsk verlassen haben, der „Mongolische“ Einschlag dominiert immer mehr, wir sind beim Volk der „Burjaten“ angekommen!

Am Wegesrand entdecken wir oft Opfergaben an die Götter, „Schamanen“ werden diese Stellen genannt , meist auf einer Anhöhe errichtet !

Heilige Orte für die Burjaten!

Mit kleiner Verspätung erreichen wir den kleinen Fährhafen.
Die kurze Strecke wird neuerdings mit drei Schiffen befahren. Wir staunen wie viele PKW’s auf die Uebersetzung warten. Aber nach einer Viertelstunde stehen wir bereits auf dem Deck, (Ohne auf zu setzen) 15 Min dauert die Fahrt und DANN…..

Die Ueberfahrt auf die Insel Olchon dauert knapp 15 Min.!

WIR STEHEN AUF DER INSEL OLCHON……DER BAIKALSEE kann nicht mehr weit sein.

Anlegestelle Insel Olchon.

Wir nähern uns dem Baikalsee!

Auf zuerst guter Schotterpiste fahren wir auf der hügeligen Strecke, aber schon bald rumpelt und vibriert es mörderisch. Mehr als 15-20 Kmh liegen nicht drin, sonst zerlegt es unser „Häuschen“!
Das dauert ca 30 Km so.. eben das dauert!!
Viele Einheimische kennen diese Strasse und weichen auf „Nebenpisten“ aus und sind deutlich schneller unterwegs als wir, OK, das sind sie ja sowieso immer!
Von weitem sehen wir schon Dima warten und sind gespannt, wohin unser Weg nun führt, den Baikalsee haben wir schon div. Male kurz erspäht.

Wir sollen Dima folgen, über einen holprigen Sandpfad geht es zuerst ganz ordentlich vorwärts, aber schon bald folgen immer wieder tiefere Sandlöcher, welche wir mit etwas Schwung gut meistern. Unser WOMO verwindet sich aber oft wie ein Schlangenmensch und eine Besteckschublade springt aus dem Schloss.

Sandpisten führen zum Baikalsee!

Walda geht nach Hinten und schliesst die Schublade, als ich eine unebene Kurve mit tiefem Sand mit zu viel Power durchfahre, schüttelt es unser Camper brutal und die 2. Schublade liegt auf dem Boden, Walda kann sie nicht mehr halten. Rodeo pur!!
Nun können wir den wunderschönen See mit dem magischen Wort „Baikal“ aus nächster Nähe bestaunen.
Tiefblau präsentiert sich der Baikalsee.

Etwas Hühnerhaut bekommen wir schon…Ganz Russland sind wir von West nach Ost gefahren und stehen nun tatsächlich auf einer fast flachen Wiese hoch über dem See!

WELCH FANTASTISCHER AUSBLICK AUF DAS TÜRKISBLAUE WASSER!
Leider für mich nicht erreichbar.. wirklich schaade!!
Nachdem wir uns genügend umgesehen haben, hilft mir Peter und Claus meine Schubladen zu reparieren, die meisten WOMO sind einfach NICHT für solches Terrain gebaut!!
Ich verzweifle fast beim Material Suchen in der Garage, nichts mehr steht an „SEINEM ALTEN PLATZ“ und ich kann das Passende Werkzeug etc nicht finden, obwohl ich weiss, dass wir es dabei haben.
Nach einer Stunde ist aber alles wieder Betriebsbereit.
Besten Dank an die Helfer!

Ueberall flitzen diese Inselbewohner umher!

Nun können wir aber unseren neuen Grill erstmal richtig einweihen…..natürlich mit Cervelaz.
Zwei Inselbewohner!

Die Pouletschenkel, schön mariniert brauchen etwas Zeit, aber zugedeckt, werden sie auf alle Fälle schön knusprig und schmecken lecker.
Peter u Maya und uns schmeckt das Abendmahl bei dieser tollen Aussicht wunderbar..
Was für ein ABEND AM BAIKALSEE!!
ES IST TATSÄCHLICH WAHR.. WIR STEHEN HIER AN EINEM DER SCHÖNSTEN ORTE UNSERER TOLLEN REISE!!
Wir leben hier im Paradies!

Es wird nun doch empfindlich kühl und so verziehen sich alle ins gemütliche Zuhause. Wir schlafen wunderbar.!!