Seidenstrasse Blog von Walti 2017

29./30. 06. 2017 Babuschkin – Ulan Ude 180 Km


29. / 30. 06. 2017 Babuschkin – Ulan Ude 200 Km
Die Strassen sind „unspektakulär“ RUSSISCH halt!
Wir verlassen nun nach 12 Tagen das „Baikalsee-Gebiet“ und fahren Richtung Ulan – Ude, der Hauptstadt der Region Burjatiens. Ulan – Ude ist auch Haltestelle der Transsibirischen Eisenbahn!

Auf dem Weg zum SELENGA -DELTA, grösstes Süsswasser-Delta der Welt!

Unterwegs biegen wir links ab und fahren eine Zusatzschleife von 60 Km, durch einen kleinen Teil des grössten Süsswasser-Delta der Welt…der SELENGA…(wusste ich auch nicht!)
Das Pferd, das den Bauern nervte!A

Hier hatten wir zufällig einen schönen Kontakt mit einem Bauern, welcher zuerst sein Pferd verscheuchte und dann Walda noch das Mähen mit der Sense beibringen wollte….ich sage es vorweg, das gelang NICHT!
Gefährlicher Job, für den Bauern meinte ich!

Aber als wir ihn mit Feuerzeug etc beschenken, gibt er uns feine, frische Kartoffeln!
WAS Frau mit Charme so alles erhält!RA

In Ulan Ude können wir direkt bei einem schönen Sportstadion stehen.
In Hochstimmung dank Wodka!

Am Abend feiern wir den Geburtstag von unserer lieb gewonnenen „Sascha“ und auch Ihren Abschied von uns und dem ganzen Team in einem schönen Lokal, ganz in der Nähe unseres Platzes!
Wir erlebten zusammen einmal mehr einen interessanten, lustigen Abend!!
Gespannt lauschen wir Putin!

Dima alias Putin

Es ist TATSACHE, WIR HABEN ZUSAMMEN einen grossen Teil RUSSLANDS von West nach Ost durch quert, soo viele schöne Eindrücke von Land u Leuten gesammelt.

Der „Rubel“ rollt!

EINES IST KLAR, wir hatten leider ein komplett falsches Bild von „Russland“ und im Besonderen von Sibirien,

Landmaschinen Museum.

DEFINITIV!!!

28. 06. 2017 Arschan – Babuschkin 300 Km

Wir starten früh und fahren zurück durch den Nationalpark, über unzählige Baustellen, (Offroading pur)… und biegen am Baikalsee rechts ab. Wir folgen nun über sehr hügeliges Gebiet, dem Baikalsee über ca 80 Km. Auch diese Strasse ist übersät mit tiefen Schlaglöcher, wehe wir übersehen eines, es kracht, als ob unser ganzes „Kistchen“ aus einander fliegt.
Unterwegs biegen wir wieder einmal spontan ab in ein Dorf und stellen uns direkt an die Bahnlinie!

Wassertürme für die Sibirische Eisenbahn

Es ist einfach unglaublich, wie viele lange Güterzüge, mit Kohle beladen, (60-80 Wagen) an uns vorbei rauschen! WO wird sooo viel Kohle verbrannt, arme Umwelt!!
Güterzüge mit 70-80 Kohlenwagen!

Die zwei alten Wassertürme, welche früher zum Auftanken der Dampfloks gebraucht wurden, imponieren uns.
Wir machen uns zu Fuss auf den Weg ins Dorf, nach dem wir uns mit drei Kindern unterhalten haben.
Meia hat immer sofort Kontakt!

Schon bei der Anfahrt sind uns die wunderschönen Lupinen auf gefallen, aber was wir jetzt entdecken, ist super, überall, in den Gärten, wild stehend, können wir diese violetten Blumen bewundern und „knipsen“!
Das ganze Dorf, ein einziges Blumenmeer.

Bei einem Garten halte ich länger an und überlege, wie ich die skurril angelegten Reifen fotografieren könnte.
Schon steht eine ältere Dame in Slips und knapper Bluse bei mir, Ihr Lachen zeigt mir alle Ihre Goldzähne. Während sie mir klar machen will, dass es im Wald noch viiiel schönere Blumen gibt, erscheint die Nachbarin.
Wir werden herzlich eingeladen!

Wir dürfen Ihren sehr gepflegten , grossen Garten bestaunen und Walda u Maya können sogar einen Augenschein ins Hausinnere werfen!
Da werden wir fast schwermütig!

Unsere Liebe ist wunderschön!

Viele Teppiche an Wänden und auf Böden schmücken das Heim!
Wir müssen zurück und ich bin froh, dass der Pflock, an dem der grosse, aggressive Hund wie wild herumreisst , gut verankert ist!
Jetzt müssen wir aber weiter, schnell wecken wir Peter aus seinem Mittags-Schläfchen und fahren weiter, ins Dörfchen Kijuewka.
Kinderheim in Kljuewka

Seit Jahren besuchen die Seabridge-Zigeuner, hier ein Kinderheim und auch unsere tolle Gruppe lässt hier einige Rubel liegen, welche für Renovationen und Neuanschaffungen sehr gut gebraucht werden können!
Wir schleppen schon seit unserer Abreise div. Säcke voll schöner Kleider, welche uns Nachbarn anvertraut haben…….UND jetzt ist der beste Augenblick, diese hier ab zu geben.
Ein pfiffiges Bürschchen!A

Zusammen mit unserem Radio, werden diese mit Freude angenommen.!
Wir fahren noch weiter nach Babuschkin, unserem heutigen Stellplatz!
Die Seele „baumeln“ lassen!

Gewusst wie, dann sprudelt das kühle Wasser!

27.06. 2017 Listwjanka – Arschan 280 Km

Wir starten die Motoren um 0700 Uhr und fahren bei mässigem Verkehr zurück nach Irkutsk, wo wir Abbiegen und den Tunka Nationalpark anpeilen!

Eingang zum Nationalpark

Beim Eintritt in dieses Gebiet, wird von strengen Wächtern, ein Obulus von 200 Rubel verlangt, pro Fz.
Wir fahren in die Teilrepublik Burjatien, die ca 980 000 EW zählt, davon sind ca 30 % Burjaten, 66 % Russen, den Rest machen Indigene Völker aus, Ewenken, Ostsajanen etc!
Die Burjaten gehörten zum Mongolen-Reich Dschingis Khan.
Mit dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn, begann auch der Wirtschaftliche Aufschwung der Region!
Burjatien zählt zu den gut erschlossenen Regionen Sibiriens und ist reich an Bodenschätzen, Bergbau und Holzindustrie, aber auch die Landwirtschaft ist ein wichtiger Zweig.

Frühzeitig erreichen wir das grössere Dorf Arschan, das sooo ganz zaghaft etwas Tourismus anlockt!

Unzählige Verkaufsstände für geräuchten OMUL-Fisch.

Leider ist auch hier kein Hauch von Uebereifer zu sehen, eher so lieblos und kalt stehen die vielen einfachen Holzstände, welche zum Erstaunen, fast ALLE die gleichen, Mongolischen Kleider und Filzsocken etc. anbieten.
Gross angekündigt, ABER stinklangweiliger Markt!

Um 1400 Uhr war eine kleine Wanderung angesagt, aber der leichte Nieselregen hielt die Wanderlustigen dann doch davon ab.
Nelja, eine Reise-Teilnehmer feiert heute Ihren Geburtstag und so kommt unser Grill einmal mehr zum Einsatz.
Die 50 Bratwürste aus Irkutsk, sind wirklich mega lecker und stehen den Unseren in nichts nach.
Dazu gibt es wie so oft, feinen Salat UND natürlich Getränke ALLER Art!!

Zum Schluss lassen wir noch einen Heissluftballon fliegen!

25. 06. 2017 Insel Olchon – Irkutsk – Listwjanka 350 Km


Zugegeben, etwas mulmig ist uns schon, als wir um 0700 Uhr, wieder auf der Sandspur Richtung Hauptstrasse (Schotterpiste) stehen, bei der Anfahrt hat es uns ja die Schubladen heraus geschleudert!!
Ich habe mehr Vertrauen in unseren „Heckantrieb“ und fahre langsamer auch durch die tiefen Sandstrecken und wir kommen prima zur Strasse.
Hier ist die Auffahrt aber wirklich sehr steil und ich will ja nicht meine Kiste hinten abreissen! So machen wir eine Zusatzschlaufe und gelangen ohne Problem auf die Hauptverbindung zur Fähre!
Diese 30 Km müssen wir uns aber wieder hart verdienen, es dröhnt und stöhnt und rattert, wir hoffen, dass unsere Kästen das aushalten.!
Wir müssen dann noch ein wenig warten und so sammeln sich mehrere WOMOS vor dem Verladeort zur Fähre.

Gott schuf die Zeit..von Eile hat er nichts gesagt!!

Die Schiffjungs nehmen es aber seeeehr gelassen und holen zuerst mal den Käpten für das grössere Fährschiff, aus dem Nebengebäude!
Die Rückfahrt nach Irkutsk scheint uns nicht mehr ganz sooo spannend, wie die Anfahrt.
Die Temperatur steigt u steigt und von angenehmen 19 Grad am Morgen, wechseln wir bald zu über 30 Grad.
Unterwegs müssen wir noch schnell Essen u Trinken einkaufen, nach 5 Tagen hat sich der Kühlschrank merklich geleert!
Als wir aus dem gekühlten Supermarkt kommen, (wo es praktisch ALLES zu Kaufen gibt), erwarten uns 33 Grad!
Wir verirren uns irgendwie auf einer riesigen Baustelle, finden keinen passenden *Weg* und fahren dann, wie die Baustellen-Fahrzeuge auf der neu geteerten Strasse… die Einfahrt auf die Richtige Spur erweist sich dann allerdings sehr zeitraubend, wir warten fast 20 Minuten!
Es ist schon 1500 Uhr, als wir beim Freilicht – Museum ankommen.
Kühler ist es auch nicht geworden und wir machen eine „Kurzführung“ durch das Museum!
Bären-sicher ist dieser Jagdsitz
Die Holzhäuser der verschiedenen Regionen sind sich recht ähnlich, es hat div. ursprüngliche Ställe und Mühlen, viele Gebäude wurden aber von Grund auf neu gebaut!
Wir durchstreifen den kühlen Wald.

Zum Abschluss erspähen wir noch einen Buntspecht, eine Seltenheit, in dem so Tierlosen Russland…
Buntspecht bei der Arbeit.
.
Ich hatte so fest gehofft, einen Elch oder sogar Bären in der Natur zu sehen, doch auch auf unseren langen Touren weit abseits der Hauptstrasse und Dörfer war die Ausbeute erbärmlich!
Wir stehen beim Hotel „Baikal“ für 2 Nächte und geniessen den feinen „Omul-Fisch“ im Dörfchen an der ANGARA, dem Ausfluss des Baikalsee!
Feiner, Geräuchter Omul

Am Abend sieht es fast nach Gewitter aus, dicke Regentropfen fallen, als wir auf dem Heimweg sind.
Do kommt uns plötzlich ein Fahrzeug entgegen mit „Schweizerkreuz“ an der Front, wir Winken und Johlen natürlich wie wild, so dass der Fahrer anhält. Sofort weiss ich, WER die Reisenden sind, Peter Margrit fahren seit anfangs 2017 auch die Seidenstrasse, aber via Italien – Griechenland – Iran etc.

Herzliche Begegnungen, immer wieder!

Im Internet habe ich Ihre Tour, vor unserer Abreise mit Interesse verfolgt. Wir unterhalten uns herzlich und wünschen Ihnen mit Ihrem BUCHER – ENDURO, (ARMEEFAHRZEUG) eine wunderschöne Reise via Mongolei, wo sie ca 6 Wochen verbrinen, ALLES Gute.
Die grossen Regentropfen jagen uns den Berg hoch, zu unseren bequemen WOMOS!
Viele „Schumis“ überschätzen sich!

Viele Unfälle enden tödlich!

23. /24. 06. 2017


Um 1000 Uhr legt ein kleineres Schiff in der seichten Bucht an und auf einem schmalen Steg balancieren unsere Freunde aufs Schiff, kein Zugang für mich!!

Die Passagiere mussten über eine „Hühnerleiter“ einsteigen!!

ABER ich kann die Zeit ganz gut nutzen, um alle meine 1000 Dinge neu zu Sortieren und wieder ein zu laden.
Den Swiss-Trac darf ich weiterhin bei Lorenz einladen, immerhin 60 Kg weniger in der Garage!!
Nach dem Mittag kommen die Seefahrer schon wieder zurück, einige schöne Fotos von den seltenen Robben waren für die Meisten möglich geworden!
Zusammen mit Walda räumen wir noch die restlichen Sachen ein und ich unternehme dann allein eine lange, interessante Tour mit meinem Swiss-Trac. Mein Zuggerät, mit neuen Batterien u Ladegerät, wollte einfach keine Vollladung anzeigen, im Gegenteil, auch nach der Tour, stand der Zeiger immer noch auf 1/3 der Kapazität!
Auch der Ladeversuch mit einem Generator, änderte nichts!
Sogar Claus, welcher schon sehr bekannt ist für sein (goldiges Händchen) wusste keinen Rat, stellte aber fest, dass beide Batterien voll sind.
So machen wir uns am nächsten Tag beruhigt auf, um den östlichen Zipfel unseres Stellplatzes zu erkunden.
Zuerst komme ich gut voran, doch nach ca 1 Std. versinke ich im tiefer werdenden Sand hoffnungslos, obwohl ich versuchsweise 100 Meter rückwärts gefahren bin.
Kein Problem, Peter u Maya helfen kräftig schieben und wir ändern spontan unseren Ausflugs Punkt.
Wir erklimmen einen schönen Hügel, welcher mit Flechten/Moos und hartem Gras bewachsen ist und meinem Traktor sehr guten „Gripp“ gibt.
Lustig ist das Zigeuner Leben!

Einmal mehr staunen wir, wie wir im Zick-Zack den Hügel erklimmen.
Peter sichert mich zeitweise, um ein Ueberschlagen zu verhindern, so erreichen wir den Hügelkamm und geniessen die prächtige Aussicht, (ohne Trac keine Chance)
Da es unendlich viele scharfe Steine hat, muss ich pausenlos meinen Weg suchen und notfalls auch umkehren, aber wir finden immer einen Weg. Mein Rolli leidet allerdings stark und am Abend merke ich, dass ein Vorderrad gebrochen ist.
Kein Problem, zum Glück habe ich 5 Stück dabei und gewechselt ist das Rädchen schnell!
Auf unserem neuen Grill braten wir ein grosses Stück Fleisch von den Rippen, etwas fettig war es schon, ABER super lecker, war es doch mega zart, nicht soo wie hier in den Restaurant erhältlich, (Schuhsohlen)!
Stimmungen am Baikal

Eifach nume schööön!

21. /22. 06 2017 Am Baikalsee

Für heute ist eine „Busfahrt“ über die Insel Olchon angesagt. Um 0900 Uhr sollen 2 geländegängige Busse bei unserem Stellplatz eintreffen um damit ein Burjatisches Dorf auf zu suchen.
Leider ist weit u breit kein Bus in Sicht und als auch um 1000Uhr noch immer kein Bus auftaucht, wird die Tour abgesagt. Dann um 1030 Uhr kommen die Vehikel angebraust, eine riesige Staubwolke verfolgt sie!
Zu spät, viele unserer Gruppe sind schon zu Fuss unterwegs auf den umliegenden Hügel um am See!
Auch Walda und Peter u Maya marschieren los!
Zum Zeitvertreib drehe ich mit dem Schwiss Trac eine „Schwatzrunde“ um unsere Womos und merke dabei, dass die Batterieanzeige nur noch einen Drittel Kapazität anzeigt.
SUPER… extra habe ich die Batterien und Ladegerät ersetzt vor der Reise!
Die Wandergruppe kommt auch wieder zurück und sie haben wunderschöne Blumen , auch TIERE haben sie erspäht…Heugümper, Libellen viele Fliegen schwarze Käfer etc….!

Noch ein Schaf musste sein Leben lassen

Zum Nachtessen kochen Ararat u Sascha „Plovsk“ ein Nationalgericht Russlands.
Auf offenem Feuer wird ein uralter Gusstopf erhitzt mit Sonnenblumenöl, bevor das Oel brennt, wird Rindsfleisch reingeworfen und angebraten, später kommen Rübli u Gurken rein und am Schluss wird noch obendrauf Reiss geschüttet, dann kommt noch Wasser drein und nun köcherlet das Gericht noch eine halbe Stunde!
Das Fleisch war dann aber doch rüdig zäh, vermutlich Kuuh nicht Rind, aber es schmeckte trotzdem gut!

22.06. 2017 Am Baikalsee

Wau.. schon um 0830 stehen die Busse auf dem Platz und schon bald brausen sie davon, mit vielen fröhlichen „Seabridgler“, welche neugierig aus den Fensterlein gucken.

Beim Ausflug mit diesen „Rumpelkisten“ kneiffe ich!

Nun fange ich mit der grösseren Reparatur in der Heckgarage an.
Alle gekauften Winkel – Lochbleche muss ich auf 6mm aufbohren inkl. der Gegenplatte, welche unter dem Boden angeklebt wird. Alle Seiten des Winkels belege ich mit Teppich-Klebband zur besseren Haftung.
Es ist wunderbar sonnig u warm und ich arbeite „Oben Ohne“ , wie intensiv die Sonnenstrahlen sind, merke ich aber erst am Abend!
Für diese Vorarbeiten brauche ich länger als erwartet, es kommen auch immer wieder „Neugierige“ Camper Freunde vorbei zu einem „Schwatz“!

Immer gut aufgelegt, Werner!

Mit dem Wagenheber hebe ich den Boden soweit möglich an und montiere links das erste Winkelblech. Ganz schön knifflig, habe ich doch einfach etwas zu kurze Arme, um unten und oben gleichzeitig zu Schrauben und die Stoppmuttern sind harzig zum Anziehen!

Den ganzen Tag versuche ich krampfhaft, mit einem Elektrogenerator meine Swiss-Trac Batterien zu Laden, ohne Erfolg, es ändert sich nichts an der Anzeige!
Bis unsere Ausflügler zurück kommen, kann ich 7 Winkel montieren.
Dann kommt mein liebe Freund zu Hilfe und bald sind alle Halterungen fest verschraubt!!
Jetzt bin ich aber sehr froh, aber auch ziemlich geschafft, ich bin wohl an die 10 Mal unters WOMO gekrochen und dann wieder in den Rolli!

Wir haben immer noch Kleider und Nägel dabei von Zuhause, welche wir nun so rasch wie möglich verschenken wollen, ich will die Alukiste auf dem Heckträger möglichst entlasten um weitere Schäden zu vermeiden. Wir haben schon daran gedacht, die Kiste hier in Russland zu verschenken, aber lassen es jetzt doch sein und hoffen, das ist die richtige Entscheidung!
Mit Claus schauen wir noch einmal wegen der Batterieladung meines „Ferrari“ und plötzlich steht die Anzeige auf VOLL!
Ich starte schon bald auf eine Erkundungs-Tour und erklimme stattliche Hügel, wenn nötig muss ich schon mal im Rückwärtsgang längere Strecken erklimmen. Erstaunlich, was mein „Traktörli“ leistet!
Die Landschaft ist mega Trocken und karg, kein Wunder bei nur ca 10 Regentagen im Jahr! Millionen von Schmetterlingen tummeln sich um uns ![/caption]

Es blüht und duftet herrlich!

Trotzdem blühen jetzt meist kleine Blumen in allen Farben inmitten von kleinen Gräser und Steinen.
Wunder der Natur.

Abseits der Piste muss ich sehr konzentriert fahren, den Steinen ausweichen und wenn ich den Hügel im Zick Zack erklimme aufpassen, dass ich nicht talwärts abstürze, aber es macht mir rüdig Freude.
Weit unter mir viele winzige Reisemobile!

Nach bald 2 Stunden „Offroad“ kommt Peter im Sturmschritt von Hinten, sie haben mich lange Zeit am BERG beobachtet und dann plötzlich nicht mehr gesehen und so quasi einen Suchtrupp losgeschickt!
Schon von weitem hören wir Musik u Gesang einer Burjatischen Gruppe, welche Ihre Darbietungen zum Besten geben.
Der Ploff sieht ja herrlich aus!

DAS ist ein Schaf, von Kopf bis Fuss, Alles wird gekocht!!

Was daneben aber im Gusstopf dampft und brodelt, sieht nicht gerade LECKER aus, da schwimmt einfach ALLES, was einmal ein einem Lamm hing, AUSSER die Wolle!
Schon bald dürfen wir davon kosten, tja essbar schon, aber der Salat ist mir trotzdem lieber.
Ein schöner Baikalsee-Tag geht mit einer Feuerroten Sonne zu Ende.
Hier lässt es sich LEBEN!

20. 06. 2017 Irkutsk – Baikalsee 350 Km


Unser Wassertank ist platsch leer und so bunkern wir beim Hotel, vor unserer Abfahrt tüchtig Wasser! Wir stehen danach 4 Tage am Baikalsee, OHNE Wasser / Strom / Internet!!

Zügig verlassen wir die Stadt, können wie so oft, grausame Schlaglöcher nicht umfahren, ohne andere Fz nicht zu touchieren ! Auf einer guten Strasse fahren wir dann flott Richtung Bajandai und biegen rechts ab dem Baikalsee entgegen.
Ein gutes Stück nach Irkutsk staunen wir nicht schlecht, als wir über einen Hügel fahren und dann ein sehr grosses Dorf erblicken mit überdurchschnittlich schönen Häuser….DAS müssen die „Datschas“ der Irkutsker sein. Das gleiche Bild erleben wir einige Male hinter einander. Welch ein Gegensatz zu den verlassenen, ärmlichen Dörfer, welche wir zuhauf durchquert haben!!
Die Landschaft ändert sich schnell, es wird sanft hügelig die riesigen Weizenfelder verschwinden bald gänzlich und fast steppenartig sehen die kargen Wiesen aus.

Grosse Rinderherden queren unseren Weg.

Trotzdem sehen wir nun sehr viele Pferde und Rinderherden, meist bewacht von einem Hirten, oft hoch zu Pferd mit einer Peitsche mit langer Schnur, die Tiere verstehen diese „Signale“ perfekt und kehren sofort zur Herde zurück!
Das Glück dieser Erde, liegt auf dem Rücken der Pferde!

Wir halten bei einer Herde spontan an und schon bald entdecken wir zu unserer Freude unzählige Erdmännchen, welche auf der Wiese Ihre Löcher gegraben haben und munter umher tollen und immer wieder stehend „Ausschau“ nach Touristen machen. Wir könnten dem Treiben stundenlang zuschauen.
Putzige Erdmännchen

Aufmerksam und blitzschnell, wenn Gefahr droht!

ABER, wir sollten bis 1600 Uhr bei der Fähre sein, welche uns zur Insel OLCHON übersetzt und so ziehen wir weiter. Die Hügel werden zahlreicher und vor allem karger, selten stehen noch ein paar Kiefern. Wir passieren noch ein paar kleinere Dörfer und fragen uns immer wieder..
Von WAS Leben diese Menschen hier??
Ja diese Menschen haben sich total verändert, seit wir Irkutsk verlassen haben, der „Mongolische“ Einschlag dominiert immer mehr, wir sind beim Volk der „Burjaten“ angekommen!

Am Wegesrand entdecken wir oft Opfergaben an die Götter, „Schamanen“ werden diese Stellen genannt , meist auf einer Anhöhe errichtet !

Heilige Orte für die Burjaten!

Mit kleiner Verspätung erreichen wir den kleinen Fährhafen.
Die kurze Strecke wird neuerdings mit drei Schiffen befahren. Wir staunen wie viele PKW’s auf die Uebersetzung warten. Aber nach einer Viertelstunde stehen wir bereits auf dem Deck, (Ohne auf zu setzen) 15 Min dauert die Fahrt und DANN…..

Die Ueberfahrt auf die Insel Olchon dauert knapp 15 Min.!

WIR STEHEN AUF DER INSEL OLCHON……DER BAIKALSEE kann nicht mehr weit sein.

Anlegestelle Insel Olchon.

Wir nähern uns dem Baikalsee!

Auf zuerst guter Schotterpiste fahren wir auf der hügeligen Strecke, aber schon bald rumpelt und vibriert es mörderisch. Mehr als 15-20 Kmh liegen nicht drin, sonst zerlegt es unser „Häuschen“!
Das dauert ca 30 Km so.. eben das dauert!!
Viele Einheimische kennen diese Strasse und weichen auf „Nebenpisten“ aus und sind deutlich schneller unterwegs als wir, OK, das sind sie ja sowieso immer!
Von weitem sehen wir schon Dima warten und sind gespannt, wohin unser Weg nun führt, den Baikalsee haben wir schon div. Male kurz erspäht.

Wir sollen Dima folgen, über einen holprigen Sandpfad geht es zuerst ganz ordentlich vorwärts, aber schon bald folgen immer wieder tiefere Sandlöcher, welche wir mit etwas Schwung gut meistern. Unser WOMO verwindet sich aber oft wie ein Schlangenmensch und eine Besteckschublade springt aus dem Schloss.

Sandpisten führen zum Baikalsee!

Walda geht nach Hinten und schliesst die Schublade, als ich eine unebene Kurve mit tiefem Sand mit zu viel Power durchfahre, schüttelt es unser Camper brutal und die 2. Schublade liegt auf dem Boden, Walda kann sie nicht mehr halten. Rodeo pur!!
Nun können wir den wunderschönen See mit dem magischen Wort „Baikal“ aus nächster Nähe bestaunen.
Tiefblau präsentiert sich der Baikalsee.

Etwas Hühnerhaut bekommen wir schon…Ganz Russland sind wir von West nach Ost gefahren und stehen nun tatsächlich auf einer fast flachen Wiese hoch über dem See!

WELCH FANTASTISCHER AUSBLICK AUF DAS TÜRKISBLAUE WASSER!
Leider für mich nicht erreichbar.. wirklich schaade!!
Nachdem wir uns genügend umgesehen haben, hilft mir Peter und Claus meine Schubladen zu reparieren, die meisten WOMO sind einfach NICHT für solches Terrain gebaut!!
Ich verzweifle fast beim Material Suchen in der Garage, nichts mehr steht an „SEINEM ALTEN PLATZ“ und ich kann das Passende Werkzeug etc nicht finden, obwohl ich weiss, dass wir es dabei haben.
Nach einer Stunde ist aber alles wieder Betriebsbereit.
Besten Dank an die Helfer!

Ueberall flitzen diese Inselbewohner umher!

Nun können wir aber unseren neuen Grill erstmal richtig einweihen…..natürlich mit Cervelaz.
Zwei Inselbewohner!

Die Pouletschenkel, schön mariniert brauchen etwas Zeit, aber zugedeckt, werden sie auf alle Fälle schön knusprig und schmecken lecker.
Peter u Maya und uns schmeckt das Abendmahl bei dieser tollen Aussicht wunderbar..
Was für ein ABEND AM BAIKALSEE!!
ES IST TATSÄCHLICH WAHR.. WIR STEHEN HIER AN EINEM DER SCHÖNSTEN ORTE UNSERER TOLLEN REISE!!
Wir leben hier im Paradies!

Es wird nun doch empfindlich kühl und so verziehen sich alle ins gemütliche Zuhause. Wir schlafen wunderbar.!!

18.06. 2017 Tulun – Irkutsk 420 Km


Vor der Abfahrt prüfen wir noch einmal gründlich unseren Garageboden, ich bin froh, dass alles unverändert aussieht!
Die Landschaft bleibt weiterhin flach bis leicht hügelig, nur selten sind Sumpfgebiete zu sehen, im Gegenteil, Grasflächen sind zum Teil sehr trocken. Wir fahren Km um Km Richtung der letzten grossen Stadt Sibiriens, Irkutsk entgegen, vorbei an hunderten von Hektaren verbranntem Birken / Föhrenwald, unglaublich dieses Ausmass!!
Grund für die vielen Waldbrände sind oft weg geworfene Flaschen u Zigaretten, welche dann,von der Sonne aufgeheizt, Brände verursachen und vom Wind angetrieben, diese riesigen Schäden anrichten!

Mit welchem Frust müssen die Menschen hier überleben!

Wir kommen an die Stadtgrenze von Irkutsk und suchen ein Einkaufs-Zentrum, gucken alo nicht immer 100 % auf die Strasse…
Autsch, ein mega Knall und ich fürchte um mein rechtes Vorderrad!!
Mitten in der Fahrbahn übersehe ich eine tiefe Mulde, bbbrh hoffentlich noch einmal gut gegangen!
Wir sind fast die Ersten, welche hinter dem Hotel aufstellen können und finden so ein schönes Plätzchen!
Walda bereitet einen feinen Tonsalat zu, lecker!
Dann schnappen wir unsere Stöcke und flanieren auf der superschönen Promenade, direkt an der Angara, (Ausfluss vom Baikalsee), welche kurz vor der Stadt gestaut ist. Mit dem Kraftwerk gewinnt man Strom und kann auch das Hochwasser besser regulieren. Der Baikalsee kann damit bis um ca 1.5 Meter ansteigen!
Es ist Sonntag Abend und es wimmelt hier von Leuten, welche Sonne und Eis geniessen!

19.06.2017
Heute ist noch eine Stadtführung angesagt, welche ich aber auslasse und dafür ENDLICH wieder Fotos sortiere und im Blog Schreibe!
Walda erzählt von einer schönen Stadt, erwähnenswert sind ca 30 schön restaurierte Block-Holzhäuser, auf welche die Stadt stolz ist.

Wir erkunden die Stadt gemütlich zu Fuss.

Hunger leiden muss keiner in den Städten.

Fleisch ohne Ende!

Platsch…aus dem NICHTS kracht es und ein starkes Gewitter prasselt hernieder¨Doch auch daraus kann mann etwas GUTES machen, Lorenz holt seine Bürste aus der Garage und reinigt das schmutzige WOMO!
Lorenz unser lässiger Pfarrer.

Um 1600 Uhr steht noch eine Bootsfahrt auf der Angara an. welche uns die Stadt von einer anderen Seite zeigt. Das Wetter ist schon wieder besser..
Einmal eine andere Optik vom Wasser aus.

Heute geniessen wir noch unser letztes CH-Gerber-Fondue, zusammen mit Alfons und Verena und natürlich mit Peter u Meia.
Sooooo guet…es echts GERBER-Fondue !!

Sooo jetzt genügt es aber für heute!!
Tschüss Zäme!!

17.06. 2017 Taischet – Tulun 270 Km


Die ersten Sonnenstrahlen wecken mich schon früh, genau richtig zum weiter planen!!
Sobald der Grasboden rund ums WOMO trocken ist, beginne ich mit dem Ausräumen der Garage. Unglaublich, was immer noch da drin verstaut ist!
Peter, ein wirklich guter Freund eilt sofort zur Hilfe, (noch vor seinem Frühstück) und dann macht Ararat mit unseren Silikon u Kleber eine Abdichtung, so dass hoffentlich Wasser und Staub draussen bleiben.
Es wird 1100 Uhr, bis wir endlich auf der gleichen Rüttelpiste zurück auf die M53 gelangen und ins nächste Dorf fahren.
Mit etwas Glück finden wir rasch einen „Russischen Baumarkt“ im Kleinformat, wo wir aber Winkel-Lockbleche und div. Schrauben und 6 Kartuschen Kleber /Silikon kaufen können.
Zuerst finde ich den Kaufpreis von knapp 3000 Rubel etwas viel, beim Preisvergleich merke ich aber bald, dass das gleiche Material bei uns wohl mehr als das Doppelte kosten würde!!
Peter und ich haben die Ideé, die Rückwand und Garageboden des Campers mit diesen Winkeln zu verschrauben, am Boden mit durchgehenden Schrauben. Ararat hat noch Zweifel, dass die Rückwand dabei nicht Schaden nimmt, aber beim Uebergang zum Boden wurde ein Sperrholz-Brett angeklebt, so dass ich guten Mutes bin.
Wir einigen uns, zuerst mal ab zu warten, wie sich die Reparatur verhält und erst bei Bedarf zu „Schrauben“, wichtig ist mir, dass wir das Material zur Hand haben.

Blumenkunde mit Meia u Walda.

Beim Stellplatz, wo wir erst um 1800 Uhr eintreffen herrscht supertolle Stimmung, aus div. Ecken. Jung und alt singt und tanzt auf div. Bühnen.
Schnell werde ich ein paar Stufen hoch gezogen, (eine Russische, stämmige Babuschka will unbedingt helfen und zeigt mir Ihre „Muskis“, sie hatte fast soo viel Oberarm wie ich! Allerdings war sie etwas „wackelig“ auf den Füssen, so bin ich froh, dass Ararat auch zur Stelle ist.!
Schon bald läuft ein interessanter Film über Sibirien, deren Entstehung, Fauna u Flora und den riesigen Bodenschätzen, Gold, Aluminium, Kohle, Edelsteine, Gas, Oel, Etc.
Tolle Abendstimmung am Fluss.

Auch hier hat es KEINE Stechmücken!

Deshalb ist die „Sibirische Eisenbahnstrecke“ so immens wichtig, damit alle diese „Reichtümer“ Richtung Moskau transportiert werden können.
(Tja, fast vergessen, von den Steckmücken werden wir selten gefressen!!)