Seidenstrasse Blog von Walti 2017

08.11. 2017 Alexanroupolis – Igoumenitsa 635 Km

Ruhig war es, auf dem grossen, menschenleeren Camping Platz der Stadt…seit wir uns in Batumi getrennt haben von unserer Reisegruppe, ist das der erste Camping-Platz, den wir auf gesucht haben.
17 € hat uns dieser „Luxus“ gekostet, dafür durften wir in Stadtnähe unser WOMO sicher abstellen!

Eine lange Fahrt steht uns bevor

Igoumenitsa ist heute unser Ziel, aber das sind über 600 Km und das Wetter kippt um, Regen ist angesagt!! Wir fahren wie auf einem riesigen Meer, runter ins Wellental – wieder hoch auf die Spitze um dann wieder hinab zu stechen, wir fahren durch ein Farbenmeer, grüne Pinien, goldgelbe Pappeln und Eichen etc braune Aecker, Steppen, Felsen in allen Farben, die Fahrt wird nie langweilig!
Aus dem fast schwarzen Himmel fallen jetzt die ersten grossen Tropfen, wir werden tüchtig geduscht und von Windböen geschüttelt.
Nach 4 ½ Std. Fahrt haben wir über 400 Km geschafft, wau ein Durchschnitt von 93 Km pro Std. das ist absoluter Rekord auf dieser Reise!
Unserem NAVI ist es stinklangweilig und so befiehlt es uns 70 Km vor Igoumenitsa die Autobahn zu verlassen…na nu, alles glauben wir auch nicht mehr und bleiben auf der schnellen Strasse und bezahlen immer wieder fleissig unseren Obulus..Die Durchquerung von Griechenland kostet uns knapp 40 €, das ist ev. Auch ein Grund, weshalb die Autobahn fast leer ist?

Punkt 1645 Uhr fahren wir ein, in das Hafengelände von Igoumenitsa und steuern sogleich eines der vielen Büros an, welche mit grossen Plakaten für div. Reedereien werben.
Wir fragen nach einer Fähre nach Ancona IT mit Behinderten-Kabine!
HEUTE IN EINER HALBEN STUNDE fährt die nächste „Minoan – Fähre“ , Morgen um 2300 Uhr verlässt die Annek-Fähre Griechenland!!

Jetzt sind wir fast ein wenig überfordert und suchen eine Entscheidung!
Das Wetter bleibt vorläufig schlecht hier und so buchen wir ruck-zuck die Fähre für 1730 Uhr.

Schnell bezahlen wir die € 465.– und stürmen los, den Tipp bei Terminal 1 unsere Tickets abstempeln zu lassen, verstehen wir leider falsch und stehen nun in einer endlos langen LKW – Schlange..Hm, wenn das nur gut geht!!
Endlich stehen wir bei der Pass/Ticketkontrolle..super, wir werden umgehend zurück zu Terminal 1 geschickt, hinter uns stehen einige PKW welche weichen müssen, damit ich wenden kann.
Walda sprintet ins Gebäude und kommt bald darauf mit den gewünschten Papieren.
Ich stelle mich wieder hinter die LKW Kolonne, die nicht kleiner geworden ist…. passiere den Zoll und schon stehen wir vor der grossen Ladelucke der Minoan-Fähre.
Etwa 15 – 20 LKW verschwinden spurlos im Rumpf und dann sind wir an der Reihe, nur wenige PKW und 1 weiterer F-Camper rollen in den grossen Stahl-Bauch… hmm, da ist ja noch mega-viel Platz!!!

NEIN.. DAS war nicht unsere „Mioan-Fähre“ !!

In der Hitze des Gefechtes haben wir es verpasst, ein Bild von unserer Fähre zu schiessen!

Wir werden zum Lift begleitet und stehen dann in der langen Schlange vor der Rezeption.
Ein netter Herr nimmt uns sogleich Pässe etc ab und nach 10 Min. haben wir eine wunderbare Behinderten-Kabine,, SUPER SERVICE, BESTEN DANK!!
In der Zwischenzeit hat sind wir schon auf „Hoher See“ und wir genehmigen uns zuerst einmal ein kühles Bier…brrrh,
DAS war jetzt aber doch etwas stressig.. auf alle Fälle war es die schnellste Buchung und Verladung in meiner ganzen „REISEKARRIERE“ …..
40 Min. buchen und verladen!!

Wir sprechen das junge Franz. Reisepaar an und erfahren, dass sie seit gut 2 Monaten Italien und Griechenland bereisen und jetzt ebenfalls auf dem Heimweg sind.
Natürlich erzählen auch wir von unserer tollen Reise, zeigen unseren Flyer und unterhalten uns bis das Nachtessen bereit ist.
Obwohl wir in letzter Zeit oft FISCH gegessen haben, wählen wir auch heute Fisch & Chips…
An der Kasse liefern sich ein Griechischer Fernfahrer und ein It. –Kassier ein langes u lautes Wortgefecht, so dass unser Essen kalt ist, bis wir zuschlagen können!
Die jungen „Franzosen“ gesellen sich zu uns und wir haben noch eine längere, interessante Unterhaltung.
Unsere Fähre schlingert derweil fröhlich in alle Richtungen, so dass wir es vorziehen, uns flach zu legen. Wir in der bequemen 4er Kabine, unsere Reisefreunde auf den kurzen Sofas im Aufenthaltsraum..
AM MORGEN SEHEN WIR FAST ALLE GLEICH ALT AUS!!

07.11. 2017 Gelibolu – Alexandroupolis 330 Km

Grosse Fischschwärme nahe am Ufer.. ABER ich komme trotzdem nicht zum Fischen!

Im seichten Wasser, direkt vor meiner Nase suchen mehrere Fischschwärme Futter, leider komme ich nicht an das Ufer und verfluche wieder einmal meine „Situation“ im Rolli!!
Die laute Nacht haben unbeschadet überstanden und fahren Richtung Kesan. Auf der linken Seite sehen wir seit langem wieder ein grösseres Einkaufszentrum, auch die bekannten orangen MMM prangen von den Mauern.
Neugierig starten wir unsere Einkaufs-Tour, wir sind fast die Einzigen und finden hier, was an der Strasse nicht angeboten wird, zu recht teuren Preisen!
Kurz darauf stehen wir an der Türkischen Grenze, erstaunlich schnell geht es vorwärts…aber plötzlich werden wir energisch zurück gewiesen…wir müssen unser WOMO noch röntgen lassen!
Ein schicker schwarzer (teurer Audi) steht schon bald eine Stunde auf der Rampe und nichts bewegt sich… nebenan in einer schmutzigen Halle werden die „schweren Fälle“ auseinander genommen!¨
Endlich kann Walda auf die Rampe fahren und der „Schnupper-LKW“ fährt hin u her!
Nun werden gezielt unsere Wasserflaschen und Kästen durchsucht und es dauert u dauert ewig..
Mich ärgert diese Schikaniererei, wir möchten ja Ausreisen nicht umgekehrt!!

Endlich dürfen wir weiterfahren und die Einreise bei den Griechen geht schnell und unkompliziert….knapp drei Stunden hat uns dieser Uebertritt gekostet!!

Schnell fällt uns auf, dass es den Griechen eher schlechter geht, Häuser, Landwirtschaftsbetriebe, Fahrzeuge etc. marode aussehen!
Angefangene u neuere Industriegebäude stehen leer und vergammeln!
Wir freuen uns auf die Hafenstadt Alexandroupolis und da wir keinen passenden Stellplatz finden, entscheiden wir uns für den Camping-Platz, eine halbe Stunde vom Zentrum entfernt.
Endlich können wir wieder ein paar Km zu Fuss unternehmen und die vielen Kneippen u Hafenrestaurant angucken.

Kleiner, ruhiger Hafen, die Saison ist vorbei!

Nein, das ist kein Griechischer „PIZZAOFEN“, sondern ein Gebetsort!

Sogar Hydranten werden „umfunktioniert“!

Spontan entscheidet sich Walda für eine Haarwäsche, derweil ich die Strasse auf u ab ziehe.
Alle 20 Meter liegt ein „Köter“ auf dem Gehweg, es ist 1500 Uhr und die meisten Geschäfte haben „Siesta“!
Im Hafen ist es sehr ruhig, man sieht es überall, die SAISON ist vorbei!
Auch das Herum flanieren macht Hungrig und so bestellen wir in einer kleinen Fischerkneipe Salat & Fisch.
Zum Verdauen, spazieren wir den ganzen Weg wieder zurück „nach Hause“ zu unserem WOMO.
Es tropft auf unser Dach und ..vermutlich werden wir Morgen weiter fahren!!

06.11. 2017 Karacabey – Ende Saros-Bucht 306 Km


AMSEL, DROSSEL FINK & STAR…
Schei….en auf das Trottoir!!
Ganz falsch:
Die Stare pfeiffen voller Freude auf den wunderschönen Morgen!!

ALLE Vögel sind schon daa..

Alle Vögel sind schon da, ALLE Vögel alle..

[caption id="attachment_2269" align="aligncenter" width="660"] Unser Stellplatz, Natur pur!

QUER durch die ganze Türkei, sind wir noch keinen einzigen Meter AUTOBAHN gefahren.. wir ziehen die tolle Hauptstrasse, meist 4 Spurig.vor..(ich wünschte mir solche Autobahnen in der Schweiz!)
Es hat aber auch Platz für ALLE:

Achtung Kampfsau auf Schnellstrasse!

Seltenes Paar unterwegs!

Eierfrauen unterwegs, die Hühner kommen auch mit!
Eierfrauen unterwegs, die Hühner kommen gleich mit!

In Biga biegen wir links ab nach CAN, dort fahren wir auf einer kleinen Nebenstrasse nach KANAKKALE.
In der sehr quirligen Stadt möchten wir einen kleinen Halt einlegen, VOR der grossen Ueberfahrt nach Kilitbahir über die DARDANELLES!
ABER Parkieren ist aussichtslos, ja wir verkeilen uns in den engen Gassen und sind froh, wieder heil raus zu kommen.
Jetzt haben wir die Nase voll und steuern direkt auf das Fährterminal zu…hmm welches „Dampferli“ geht nach Istanbul etc..`?
Ein netter Türke winkt uns und schon bald hat uns die Dame ein Ticket für 50 „Stutz“ angedreht!
Wir stehen in der Warteschlange und uns wird etwas mulmig, als wir die kurze, steile Rampe erspähen. Aber ohne Kratzen stehen wir kurz darauf auf der Fähre.
Halbvoll wird nicht gefahren, deshalb dauert es noch ein ganzes Weilchen…ALLE sind sie unterwegs, Eis, Getränkverkäufer, Scheibenputzer.. ich nehme 2 TL zur Hand und möchte auch wieder einmal eine blitzblanke Frontscheibe.. aber der „Scheibenwischer“ diskutiert ewig mit meinem Nachbarn, deshalb kommen wir nicht ins Geschäft..schaade!
Auf der Ueberfahrt kreuzen wir einige Container-Frachtschiffe..stattlich aber nicht von der ganz grossen Sorte!
Wir lassen ihm den Vortritt!

Eine gewaltige Festung taucht vor Kilitbahir auf..
Festung Kilitbahir

Nicht alle Einwohner sind über die vielen Touristen glücklich!

Glasklar ist das Wasser der Küste entlang und schnell sind wir in Gelibolu, wo wir im kleinen Hafen, feine Fische verzehren!
Hafen von Gelibolu

Fein waren sie, aber mit etwas gar vielen Gräten!

Nach einem kleinen Rundgang gehen wir zurück zum WOMO, das war übrigens bestens bewacht!
Ein Soldat fordert uns auf, nicht etwa hier zu übernachten!

Zuoberst in der Bucht von Saron von Körfezi stehen wir dirket neben dem geschlossenen Camping direkt vor dem Mittelmeer-Zipfel!
Jetzt ist aber Feierabend!

Ich sitze noch am Lenkrad und schaue den Fledermäusen beim Jagen zu. als wir plötzlich sehr laute, aggressive Sprechchöre hören, in nächster Nähe..UPS was ist da los? Gleich daneben wird ein grosses Feuer sichtbar, nun wird mir aber etwas mulmig, ich verfolge das Geschehen und bin „Startklar“ !!
Nach einer Stunde ist es wieder ruhig, Walda ruft die Meldungen des EDA ab, über Unruhen in der Türkei!
Täglich passieren wir 5-6 Polizeikontrollen, Soldaten sind oft in Sandburgen auf der Lauer, sooo ganz friedlich ist es wohl doch nicht?!
DAS fehlte uns jetzt gerade noch, am letzten Abend vor der Ausreise!

05.11. 2017 Gerede – Karacabey 380 Km


Unsere Nachbarn auf dem Friedhof haben sich wunderbar „still“ verhalten..NUR einmal hörte ich einen zaghaften, durstigen Ruf nach einem Bier.. ob ich das wohl geträumt habe??
Hopp, hopp hopp–Sprinter lauf Galopp und so preschen wir über die fast leere (rote Superspur“!
Es ist 0 Grad und zäher Hochnebel begleitet uns. Das breite Tal hinunter nach DUZCE muss sehr fruchtbar sein, alle 100 Meter werden unsere Augen, der Strasse entlang, mit Obst-Kunstwerken verwöhnt!

Obst u Gemüse was das Herz begehrt!

Ein riesiges Mosaik von Obstbäumen aller Art, Kiwi, Kaki, Oliven liegt vor uns..
Àcker, Obstbäume, Gemüsefelder, soweit das Auge reicht!

Bei ARIFLYE drehen wir nach Süden, wenden uns von der ISTANBUL-ROUTE ab! Ueber Geye erreichen wir IZNIK, die kleine Stadt überrascht uns mit schönen Grünanlagen und vor allem mit einer sehr langen gewaltigen Stadtmauer aus dem 16 Jhd. leider arg baufällig.
Um den Iznik-See führen 2 Strassen, wir wählen die Südroute, eine kleine schmale Route führt uns hinein in Milionen von Olivenbäumen.
Ganz am Anfang legen wir einen kleinen Halt am See ein!
Walda füttert die 4 Enten am See

Bis hoch hinauf stehen prächtige Olivenhaine

Die Ernte der vorwiegend schwarzen Früchte ist in vollem Gange.

Ganze Dörfer entlang dem 55 Km langen Iznik-Seeufer leben vermutlich überwiegend vom Oliven Anbau, diese Bauern werden aber kaum wohlhabend, die Häuser sehen eher arm u baufällig aus!
Walda verschenkt den letzten „Kleidersack“ an 2 Frauen, welche Oliven auflesen und sortieren..die Freude ist gross und spontan bekommen wir ein paar Trauben geschenkt.

Obwohl es Sonntag ist, herrscht in der 4. grössten Stadt der Türkei..BURSA Hochbetrieb.. viele der knapp 3 Mil. Einwohner sind auf Achse und so haben wir im dichten Verkehr Zeit, uns einen kleinen Ueberblick der Stadt zu verschaffen.
Einige grosse Industriebetriebe sind vor der Stadt angesiedelt, aber vor allem Landmaschinen stehen hoch im Kurs und werden überall angeboten!
Kurvig aber zügig geht unsere Fahrt weiter bis kurz vor Karacabey, dort schweifen wir rechts ab auf eine Anhöhe, wo Walda „gschwellti“ mit Salat zu bereitet.. Hm lecker!
Ein besorgter, junger Mann fragt uns, ob denn auch alles I.O. ist bei uns, weil wir so allein am Feldrand stehen!!

04.11. 2017 Akeacam – Gerede 250 Km

Energisches „Gemiaue“ lockt uns aus unserem warmen Häuschen. da hat jemand aber mächtig Hunger!

Wann kommt endlich meine Frühstücks-Milch?

Kommt sofort..“nume ned gsprängt“
Nach der dritten Schüssel gibt der Vielfrass Ruhe!

Manchmal möchte ich auch „Kater“ sein!

Wir sind durch die WELT gefahren, vom Meer bis zum Alpenschnee!

Unser NAVI windet u überschlägt u wendet sich, ABER wir fahren seelenruhig auf der nigelnagelneuen Strasse dahin..äh.. ruhig ist übertrieben, eher wie auf hoher See.. die Strassenbauer hatten wohl auch etwas zu viel „Gebranntes“ getrunken, schaade für den Riesenaufwand und unser „Guide“ kennt die neue Verbindungsstrasse nicht einmal!
Auch heute passieren wir laufend Strassenbau Projekte, weiss der „MOHAMED“, woher all der „Schotter / Geld“ kommt?
Viele Fichten werden mit dem Bagger von den Hängen herunter gerissen!

Ueber „SAFRANBOLU“ hängt eine grosse Smog Glocke, die Luft stinkt nach Kohlenabgase!!
In der Nähe wird tatsächlich Safran angebaut!

Schöne, z.T. restaurierte Riegelbauten

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Spezielle Riegelbauten
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Das Schmiede Handwerk life sehen!![/cap
[caption id="attachment_2236" align="aligncenter" width="660"] Also, ich meine, guck doch mal dort das schöne Haus..[/caption
[caption id="attachment_2239" align="aligncenter" width="660"] Aufwändig zum Restaurieren!

Sämtliche Strassen durch die alten Gassen sind mit kantigen Steinen belegt..“Uebelste Sorte“ für mich und mein „Pferdchen“, ohne Swiss Trac hätte ich hier keine Chance durch das Städtchen zu ziehen!
Ich werde elend gerüttelt und geschüttelt, so dass ich am Ende meine Wirbelsäule neu „Organisieren“ muss!
Dazwischen haben wir fein gegessen und das für TL 48.50 (ca 13.– ChFr.
Es ist leider kaum zu glauben..aus unzähligen Kaminen steigt rabenschwarzer Kohlerauch auf, das Atmen fällt schwer, fast etwas witzig, dass Männer, auch Frauen mit Kopftuch dazu Zigaretten rauchen…OK, doppelt geraucht tötet schneller..!
Wir verlassen die Stadt Richtung Gerede und jetzt wird uns schnell klar, woher der gewaltige Smog stammt!
Riesige Stahlwerke, 15 Hallen so gross wie Fussballfelder, qualmen was die Kohle hergibt!
Heizkraftwerke für die Stadt, gleich nebenan, ergänzt sich prima, die Kohle wird per Güterzug angekarrt und zu Bergen auf geschüttet!!
Das Amt des „Gesundheits-Minister“ wird hier kaum sehr begehrt sein!!

Nun rollen wir aber auf der tollen, 4-Spurigen glatten Bahn dahin, ja wir fliegen mit über 100 Sachen, unser Sprinter wird seinem Namen ENDLICH wieder einmal gerecht!!

Spezielles Wappen von Eflani

In der Nähe einiger kleiner Weiler stellen wir uns direkt neben einen kleinen Friedhof…Jungs u Mädels bleibt heute Nacht schön ruhig liegen bitte!!
Wir fahren Morgen bestimmt weiter..VERSPROCHEN!!

03.11. 2017 Abana – Akeacam 170 Km


WENN DU DENKST, DU DENKST, DANN DENKST DU NUR DU DENKST…..

Heute möchten wir gemütlich der Küste entlang tuckern, aufs blaue Meer schauen und am Abend in SAFRANBOLU fein Essen!!

Kieselstrände am ruhigen, Schwarzen Meer

Genau so starten wir die ersten Kilometer.. ABER dann gehts die nächsten gut 100 Km nur noch rauf u runter, Steigungen von 20 % , und unzählige Kurven.
Seltene Ausblicke auf schöne Buchten

Wegen den vielen Baustellen sind auch die „Brummis“ unterwegs, nur kreuzen können wir meist nicht, jetzt könnte ich eine „Drohne“ gut gebrauchen, welche etwas um die Kurven späht!

Oft ist es erstaulich feucht und noch übbig grün!

Bis CIDE brauchen wir geschlagene 4 Std. für 130 Km und knapp 20 Lt. Spritverbrauch bestätigen die Strapatzen von Mensch und Fahrzeug!!
Jetzt haben wir aber die Nase voll von Küstenstrassen, welche meist weit oben am Hang verlaufen.
Die Strasse Richtung Azdavay beflügelt uns richtig, so dass wir die weisse Strasse prompt verpassen und einen weiteren Umweg fahren!
Wir tanken Gas u Diesel und fragen nach dem Weg, ABER die 4 Herren, welche grad unser WOMO mustern, wollen uns noch weiter in die Pampas schicken..
Es wird langsam dunkel, wir steigen ein schmales Strässchen empor, in der Hoffnung auf einen flachen Stellplatz.. zuoberst im Dörchen bei der Moschee, wäre eine Möglichkeit.. ABER wer möchte denn um 0500 Uhr von einem „CD-Imam“ aus dem warmen Bett gepustet werden.
Vom „Fisch-Essen“ können wir heute herrlich Träumen…
OK, ich gebe es ja zu..WIR haben etwas nach geholfen!!
Kirsch / Maulbeer/Aprikosenschnäpse 45-53%

DEN MOND SEHEN WIR EXREEEM VOLL HEUTE!!
Zum Glück hat der MOND Schweigepflicht!

UND TSCHUESS..

02. 11. 2017 Tasilthar Park – Abana 210 Km


ER könnte nicht blauer sein, der Himmel und unser nicht all zu langer Weg soll uns heute zurück an das Schwarze Meer führen!
Endlos kurven wir dem ca 40 Km langen Stausee entlang, entspannt DRIVEN wir auf der schönen Strasse und geniessen den herrlichen Ausblick..

Endlos langer Stausee

ABER hoppla, unverhofft fangen ganz giganische Strassenbau Arbeiten an, wir erwähnen uns in CHINA, so werden mit modernsten Maschinen, ganze Berghänge weg gebaggert!
Neue Strassen werden in den Berg gebaggert!O

Schwer zu verstehen, WAS dahinter steckt! Wir überqueren div. Hügel u Bergketten und sehen fast ausschliesslich leere Bachbetten, JEDES Rinnsal wird abgezapft und irgendwo zu einer Turbine geleitet, das stimmt mega traurig, dass hier kein „Mittelweg“ gefunden wird!
In Duragan haben wir getankt und ich wollte gleich via a vis unser „Schmutzdruckli“ waschen, dank dem Einspruch von Walda habe ich es sein lassen!
Nach der Passage der unzähligen Baustellen mit z.T. tiefem Morast, sieht unser WOMO bis zu den Fenster rot&braun gefärbt aus!
Manchmal.. (ich meine ganz selten) lohnt es sich doch, auf die Frauen zu hören!
LÜTFEN= Zuhören auf Türkisch!

Im Aufstieg zum Seving Akgöl Pass 1330 m.ü.M sehen wir einen weissen Schimmer, die Bäume sind schneebedeckt!
Der Winter naht!!

Endlich können wir von weitem das Schwarze Meer erblicken und wir freuen uns schon mächtig auf ein feines Fischgericht!
Auch an dieser Küste wird alles „Umgestochen!!

Im Dorf „TÜRKELI“ ist tote Hose, Strandrestaurant sind geschlossen und die Küstenstrasse wird auch umgepflügt…HEUTE sind wir tatsächlich meist auf „Baustellen“ unterwegs.

Die Polizei zeigt grosses Interesse an uns und zieht uns zwei Mal aus dem Verkehr.. aber ohne Folgen!
UPS..noch vergessen:
Bei SAKIZ DAGKÖV wäre die Abzweigung Richtung Meer.. ABER Walda liest gerade den „PANNENBERICHT“ von Lorenz und seinem WOMO, so dass wir „Grölend“ daran vorbei fahren..
Schadenfreude ist selten gut und kostet uns heute satte 40 Km Umweg!
Nach Türkeli wollen wir runter zum Meer ins Dörfchen und stehen promt vor einer kleinen Burgruine!!
Walda räumt den Container zur Seite und ich räume die halbe Hecke und Unkraut zur Seite mit meinem Ueberhang, ABER gedreht haben wir!
Gemütlich tuckern wir durch „Abana“ und Walda erspäht tatsächlich ein „Fischrestaurant“
Ein Stellplatz direkt am Meer ist schnell gefunden und kurz danach stehen wir vor dem Restaurant…Hmm 3 hohe Stufen!!
Kein Problem, wir haben ja 6 Monate trainiert und der Wirt hilft tatkräftig mit.
Wir geniessen den Fisch mit viel Salat etc. und schauen zu wie ERDOAN und seine Minister im TV, Wortgewaltig Politisieren, wir verstehen NUR Diktator und Faschist…
Auf dem „Heimweg“ poschtet Walda noch schnell 2 Pulli, der Wind zieht um die Hausecken, das Meer rauscht kräftig und einige Fischerboote ziehen hinaus aufs Meer..
Brrrh, das wäre def. nichts für mich…“WEICHEIER“ würde Zhang sagen, (unser Chinesischer Guide)!!

01.11. 2017 Sebinkarahisar – Thasildar Park am Stausee 340 Km


Der Himmel ist einfach nur BLAU und schon bald starten wir von unserem schönen Uebernachtungsplatz…¨

Herrliche Weitsicht von unserem Stellplatz

Gestern Nacht hatten wir noch Besuch.. von trinkfesten Türken, welche Flaschen und Plastik einfach liegen gelassen haben, wie so oft halt!
Neh, es waren 2-Beinige Schweine!

Die Kontraste sind herrlich, frisch gepflügte Felder, braune Weiden, Fichtenwälder und als gelbe Tupfer einzelne Pappeln!
Prächtige Farbkontraste

Durch das endlos lange Tal fliesst ein kleiner Fluss, welcher auf der ganzen Länge über 20 Mal gestaut und für Stromerzeugung genutzt wird.
Dazu sind unglaubliche Bauarbeiten getätigt worden, lange Kanäle den Hängen entlang, durch Berge Tunels gebohrt, halbe Berge abgesprengt, ein Bild der Verwüstung, die Natur hat hier keine RECHTE!!
Auf guten Strassen gehts voran nach ERBAA, wo Walda für uns zwei Türk. SIM Karten kauft. Bis die 2 Verträge abgeschlossen sind, dauert es ein Weilchen, aber jetzt sind wir wieder mit der Welt verbunden!
Heute Abend möchten wir endlich einen feinen Fisch essen, aber wir finden, auch den Seen entlang kein freundliches Lokal.
Bevor es eindunkelt folgen wir einem Schild „Parki“, jetzt stehen wir ganz allein im grossen Park, das Restaurant geschlossen und unsere Küche gab CH-Ravioli und Tomatensalat her, hmm.war auch lecker!
Abendstimmung am Stausee

31.10. 2017 Trabzon – Sebikarahisar 348 Km

Das Meer tobt heute Morgen noch deutlich stärker, wir sind fasziniert von den riesen Wellen und den „Sound“ dazu!

Wellen, 5-6 Meter hoch

Wellen, 5-6 Meter hoch

Es nieselt leicht, als wir in Trabzon mitten durch die Stadt „Tuckern“ und fleissig nach einem TURKCELL-Geschäft Ausschau halten, wir brauchen eine Türk. SIM Karte!
Geschäfter sehen wir sogar Mehrere.. aber keine Parkmöglichkeit!
So fahren wir auf guten Strassen weiter, biegen rechts ab Richtung Kloster „Sümela“, steigen hinauf in ein schmales, Kurvenreiches Tal um dann zu erfahren, „die Anlage ist geschlossen“ von aussen anschauen, kostet 27 T-Lira.. wir lassen es sein!

Auf dem Rückweg interessieren wir uns etwas mehr für die 4 grossen Fischzuchten, in den vielen Becken juckt und springt es pausenlos!

Wir passieren 4 Fischzuchten im gleichen Tal!

Wir fahren weiter in das Landesinnere, klettern den ersten Pass auf über 2000 m.ü.M und begrüssen die ersten verschneiten Berge in der Türkei, das Farbenspiel, der Fichten, goldgelben Pappeln, und weissen Bergspitzen ist traumhaft schön!
Wir steuern SIRAN an und überwinden den nächsten 2000er Pass, die Strassenbau-Projekte könne n wir nicht verstehen, es werden riesige Mengen Fels ab getragen um ein z.T. 4 Spurige Strasse zu bauen!

Bald aber geniessen wir , auf schmäleren, einsamen Pfaden die Bergwelt.

Vor einem kleinen Dorf traue ich meinen Augen kaum..

PFLÜGEN MIT OCHSEN 2017

Zwei Bauern pflügen einen kleinen Acker, ja das tun natürlich Taussende…ABER nicht mit 2 Kühen UND einem Holzpflug.. NEIN, es stand kein Filmteam dabei um einen „Ueli der Knecht-Streifen zu drehen“!
Wie aus „GOTTHELFS ZEITEN“

Keine 10 Km weiter, das Tal wird fruchtbar und breiter pflügen modernste Traktoren die fast schwarze Erde..dazwischen liegen fast 80 Jahre Entwicklung!
Auch in Sinas haben wir keine Parkmöglichkeit vor dem Türkcell-Laden, Walda kauft ausserhalb der Stadt Früchte und Gemüse und weiter geht es.
Gerne wären wir bis zum Camligöze-Stausee gefahren , aber die Dunkelheit überrascht uns und so klettern wir schnell auf einen Hügel und schauen zu, wie rundum in den kleinen Dörfer und Weiler die LICHTER angehen.
Walda kreiert schnell einen feinen „Eiertätsch“ !

LUSTIG IST DAS ZIGEUER LEBEN.. Wir geniesen es !!

UND TSCHÜSS !!

30.10. 2017 Batumi – ABGANG Richtung Türkei – Trabson 130 Km

Ich habe es befürchtet, die Wolken hängen tief über dem Botanischen Garten, es regnet und es fühlt sich an wie im Urwald!

FAST WIE IM URLWALD

Da ich nicht soo wasserfest bin, bleibe ich beim Camper. Bald guckt aber die Sonne hervor und ich kann Wasser tanken, Gasflasche wechseln, WC leeren etc, einfach so „Hausaufgaben“ verrichten, welche täglich anfallen!
Zur Belohnung gönne ich mir das 2. Letzte Schoggistängeli aus der Heimat…UND was entdecke ich da im Gefrierfach..
Genau, die allerletzten CERVELAZ ..kurz entschlossen kreiere ich einen Wurstsalat gemischt und schon stehen die Ausflügler zurück auf der Matte!
Abschied von LORENZ nach 170 Reise-Tagen!

Zu unserer Freude setzt sich Lorenz auch zu uns so geniessen wir die Abschieds Mahlzeit zu dritt.
Abschied von LORENZ nach 170 Reise-Tagen!

Nun verabschieden wir uns endgültig auch von Holger u Lorenz, beide sind uns in den 6 Monaten sehr ans Herz gewachsen!
Wir fahren direkt hinunter in die Stadt, wir müssen dringend LPG-Gas Tanken..der Tankwart versucht verzweifelt unsere 2 Flaschen zu füllen, das gelingt ihm allerdings nur bis zur Hälfte..besser als gar nix denken wir und winken Lorenz, der ebenfalls Gas tanken möchte!

Wir verlassen die Stadt bei strömendem Regen, ich drehe noch kurz eine Ehrenrunde zum Mini-Flughafen, aber dann nehmen wir Kurs auf den Grenzübergang!

Diese Kühe möchten auch mal Fliegen, unterwegs zum FlughafenO

Viele LKW stehen Schlange, wir folgen den PKW und stehen dann etwas „verloren“ da und gucken wo wir hineinschlüpfen können!
Ein Zöllner winkt uns und so kann ich vorziehen…zur Zeit stehen ca 8 Reisebusse in der Schlange, alle Insassen stürmen in das Zollhäuschen und wollen Ihre Pässe abstempeln!!!
Walda geht in der Menge unter!!
Ein Zöllner (im Häuschen auf der rechten Fz-Seite möchte meinen Pass sehen, ich recke und strecke mich, versuche ihm klar zu machen, dass ich Rolli bin…ABER er verlangt immer energischer nach meinem Pass, bis er entnervt per Funk Hilfe anfordert!
„Na also, geht doch“!
Der ganze Spuck dauert eine geschlagene Stunde, ABER jetzt fahren wir in der Türkei, dem Schwarzen Meer entlang.

Einreise nach gut einer Stunde!

Wasser haben wir allerdings mehr als genug, es giesst wie aus Kübeln und der Sturm peitscht den Regen an unsere Scheiben¨
Reger Handelsverkehr Türkei-Georgien, 20 Km LKW -Schlange!

Locker überholen wir einige PKW, welche wohl mit abgelaufenen Reifen, Respekt vor Aquaplaning haben!
Vor Trabzon essen wir eine Kleinigkeit und dürfen auf dem grossen „Brummiparkplatz“ übernachten, der Patron weisst uns eigenhändig den Platz an!
Wir stehen 20 Meter vom Meer entfernt, gewaltig wie die Wellen Rollen, Stampfen und die Gischt viele Meter in die Höhe schiesst.
Endlich trinken wir den Wein, welche uns eine Armenische Roma geschenkt hatte, brrrh gut ist anders, aber der muss jetzt endlich weg!!
Ich schrecke aus dem Schlaf, der Sturm peitscht den Regen durchs offene Fenster, es blitzt und donnert und es rieselt oder hagelt auf unser WOMO!

Wie geht es bloss unseren 8 Seefahrer-Womo, welche endlich um 2000 Uhr in See gestochen sind!!