Seidenstrasse Blog von Walti 2017

19.10. 2017 Grenzübertritt – Armenien – Kloster Tatev 180 Km

Trotz anfänglichen dichten Wolken, guckt schon bald die Sonne aus dem Nebel und wir durchqueren einen National Park, bevor wir über einen 2550 m hohen Pass kraxeln und warme Sonnenstrahlen geniessen.
Die Strasse ist stark befahren von Iranischen LKW, welche vor allem Diesel u Benzin nach Armenien bringen, diese z.T. steile Strasse wurde aber nicht für 40-50 Töner LKW gebaut und ist mittlerweile in erbärmlichem Zustand.
Wir hüpfen und Schaukeln wie auf einem Rodeo-Pferd, in steilen Kurven hat es Wellen von fast 50 cm, man muss höllisch aufpassen, um nicht auf zu setzen, die PKW fahren einfach ganz aussen herum!
Unser Navi ist heute wieder einmal in „Hochform“ und möchte uns dauernd auf die alten „Säumerwege“ führen! Einmal sehen wir den Wegweiser „GORIS“ da müssen wir durchfahren , unser Navi bestätigt das, trotzdem fahren wir voll in eine Sackgasse und wir müssen in einer sehr steilen Kurve umdrehen: Unsere Kiste hinten kratzt am Boden, vorne rutschen die Räder weg, ABER gedreht haben wir doch!
Schönes Wetter und traumhafte Herbst-Berglandschaft im Orangen/Gelb-Kleid mit verschneiten Gipfel entschädigt für eine endlose Holperpiste! Mein Rücken schätzt diese Schläge überhaupt nicht und fängt an zu rebellieren!
Wir erreichen unseren Standplatz und fahren schon bald mit der 2010 erbauten, längsten Seilbahn, welche 2 Täler überquert und 5750 Meter lang ist, die höchste Stelle ist 321 M.

Caraventa Seilbahn in Armenien

Die 12 Min – Fahrt führt uns zum 895 gegründeten Kloster TATEV wo zeitweise über 1000 Mönche gewohnt u gelehrt und gebaut hatten-
Seit 1980 sind umfangreiche Restaurierungen im Gange, sämtliche Einnahmen aus dem Seilbahn-Geschäft, werden für die Restaurierung des Armenisch-Apostolischen Kloster eingesetzt!
Kloster TATEV, hoch über dem Tal

Um 1800 Uhr bringt uns die „Schweizer Caraventa-Seilbahn“ wieder schnell u sicher zu unserem Stellplatz.
Wir erlebten einen wunderschönen, interessanten 1. Tag in Armenien, ich hoffe ich habe heute Nacht keinen „STRASSENALPTRAUM“ !!

18.10 2017 Täbris – Grenzübertritt-Norduz-Armenien 220 Km


Um 0600 Uhr rauschen wir aus Täbris hinaus und auf dem Highway Richtung Marand, der Verkehr ist noch moderat und wir können in aller Ruhe noch Diesel Auftanken und Brot einkaufen….wir haben immer noch über 1 Million Rial, die wir unbedingt „verplämpern“ müssen!
Ab Jolfa fahren wir in Östlicher Richtung dem Grenzfluss „Aras“ entlang, auf der anderen Uferseite liegt Aserbaidschan, das uns, wie Karabach gut 60 Km begleitet.
Wir sind pünktlich am Zoll Norduz, Walda kauft für die restlichen Rial Wasser etc.

Geduldig Warten, wir sind es gewohntO

Zuerst werden die „Carnet de Passage“ (Zolldokument für das Fahrzeug“) eingesammelt und müssen vom Iranischen Zoll „UNBEDINGT“ abgestempelt werden, sonst kriegen wir in der Schweiz die hinterlegten „Fr. 30 000.—„ nicht wieder zurück, weil das würde heissen, das Fahrzeug wurde nicht aus dem Iran ausgeführt!!

Die Ausreise aus dem Iran dauert leidige 3 Stunden, Alles wird zig – Mal kontrolliert, niemand weiss warum!!

Wir stehen genau zwischen IRAN & ARMENIEN

Endlich stehen wir am Armenischen Zoll und füllen alsbald fleissig Papiere aus, besser gesagt, lassen Ausfüllen. Zwei Zöllner sind total gestresst und tippen sämtliche Daten von uns u unseren Fahrzeugen in div. Masken ein.
Das Übersetzen macht ihnen mega Mühe und so dauert die Abfertigung eines Womo ca 30 Min.

Nach 4 Std. sind alle „ERLEDIGT“ und können auf den naheliegenden Platz fahren!

Nahe an der Grenz, aber nichts FEUDALES

Ein kurzes Meeting findet noch statt, dann spendiert unser Armenischer Guide „Diran“ 5 Flaschen Wodka u Bier und div. Snaks. Ein frischer Wind treibt uns aber nach 1 Std. in unsere WOMOS.
Es war ein langer Tag, mit sehr viel „Warterei“, das macht auch müde!

17.10. 2017 Täbriz


Brrrrrh, die Nacht wurde kalt..noch 3 Grad + zeigt das Aussenthermometer und ein satter Wind weht…ABER wir können uns über einen strahlend blauen Himmel freuen. Gestern Abend fing es an zu Regnen und wir dachten schon, adee du schöner Herbst!
Ein Ur, Ur, Ur alter Renault Bus tuckert mit uns in die Altstadt. Wir werden informiert, dass nur bestimmte Busse bis in die Altstadt fahren dürfen, deshalb die alte *Chrätze*!
Im Azarbaijan-Museum bestaunen wir viele wertvolle Funde aus dem Iran.

Interessante Fundgegenstände

Gut erhaltene Skelette mit eingesetztem Edelstein im Auge[/caption

Z.B. ein Frauenskelett, welchem vor ca 7000 Jahren ein Edelstein als Ersatz für das linke Auge eingesetzt wurde!
[caption id="attachment_1900" align="aligncenter" width="660"]So sah früher die ganze Moschee aus!/caption]
Weiter geht es zur „Blauen Mosche“ welche durch div. Erdbeben stark beschädigt wurde und nur so weit Restauriert wurde, als es von der Sicherheit nötig war.
Inwendig zeugen verschiedene Stellen von der einstigen Pracht der blauen Moschee!
[caption id="attachment_1904" align="aligncenter" width="660"] Sooo blau waren einst die Innenräume

Wenn nicht ALLES schief läuft..die letzte Moschee-Besichtigung auf unserer Seidenstrasse-Reise!!

Der Weg zum riesigen Bazar ist zwar nicht weit, aber die Strassen hoffnungslos verstopft!

Bloss eine Stunde wird uns eingeräumt um den Bazar zu erkunden!
Für meinen Geschmack reicht das allerdings, die Gassen sind sehr eng, schmudelig, der Boden sehr mühsam mit dem Rolli, verlöchert und uninteressant!
An verschiedenen Ständen hängen kiloschwere „FETTBROCKEN“ WER u WIE kann so etwas verzehren, fragen wir uns??

Noch schnell ein Stopp beim Supermarkt für alle Dinge, welche wir nicht an der Strasse Kaufen können.

Peter und ich drehen noch eine grosse Runde, (2 Stunden) durch den grossen Park, hinauf, wo die riesengrosse schwarze Fahne weht, (es ist immer noch TRAUERMONAT im Iran) und ärgern uns andauernd über Treppen/ Metalschikanen, Gräben etc, etc, fahren mit dem Swiss-Trac Stufen von über 40 cm hinab, demnächst montiere ich mir SICHERHEITS GURTEN AN DEN Rollstuhl, damit ich nicht Kopfüber raus falle!!
Von diesem Hügel haben wir eine top-Aussicht über die ganze Stadt..hässlich, grau, fast keine Grünstreifen, unzählige Bauruinen!

Die 1.5 Mil. Einwohner, welche hier Leben dürfen/müssen, sind wahrlich nicht zu beneiden!!
Völlig durchfrohren kommen wir im Camper an und trinken schnell 2 heisse Bouillon, um die Lebensgeister wieder zu wecken!
Heute Abend ist noch „Seabridge-Essen“ und Offizielle Verabschiedung
unserer IRAN-Guides Sie haben uns extrem vieles über den Iran gezeigt und erzählt, ja, leider vorwiegend die „Staatstreue“ Version!
Zum Glück hatten wir mega viele und gute Gespräche mit Einheimischen,
dabei haben wir erfahren, was die Menschen über die Regierung denkt, welche Repressalien sie zu erdulden haben!
Zitat eines Mannes:
Unter dem Schah – Regime war Vieles schlecht.. ABER wir kamen vom Regen in die Trauffe…WIE werden wir die korupten Mullas wieder los??
WER sich gegen das Regime auflehnt und wehrt, lebt sehr gefährlich oder wird nicht sehr alt!!
Auch Menschen Türkischer Abstammung werden unterdrückt und diskriminiert, wie 6 Studenten erzählen!

Den IRAN mit dem eigenen WOMO bereisen zu dürfen, ist sehr interessant, abwechslungsreich, besonders auch was die Lanschaft betrifft, für Camper & uns Reisende auch manchmal anspruchsvoll, die vielen, spontanen Kontakte zu den „Einheimischen“ waren sehr herzlich und interessant, auch wenn die Sprachbarrieren oft hoch waren, ENGLISCH ist für viele Iraner ein „Fremdwort“!!
[caption id="attachment_1910" align="aligncenter" width="660"] Sympatische Kontakte überall

16.10. 2017 Astara – Täbriz 350 Km


DAS war ein „Kurzes Gastspiel“ beim schönen Hotel ESTORYA in Astara, mit eigenen kleinen Seelein…NUR wir sind erst bei Dunkelheit „eingetrudelt“ um 0700 Uhr schon wieder „On the Road“!
Astara ist „Grenzstadt“ zu „Aserbaijan“ dieses Land steht nicht auf unserem „Speisezettel“, weshalb wir die Autobahn Richtung Täbris wählen!
Wie ein feuerroter Ball geht die Sonne über den dunkelgrünen Hügel auf, „TRAUMHAFTER MORGEN“!

Woher weht denn heute der Wind?

Nach einigen Km fallen uns die sandfarbigen Gebäude mit Schiessscharten und Soldaten auf…hoher Stacheldraht sichert die Grenze zu Aserbaijan!
Viele Lastwagen, schwer beladen mit Stahl schleichen den Pass hinauf auf über 2000 M, wir möchten auf den Gipfel, um ein paar schöne Fotos zu knipsen.. der Tunnel verschluckt uns aber unverhofft und spuckt uns nach wenigen Minuten im dichten Nebel wieder aus!
Ich krame meinen „Nebelspalter“ aus der Mappe und „SCHWUPS“ kommt die Sonne wieder.
Eine „Fatima“ in Schwarz kommt mit 4 Brot aus einem Laden.. super, darauf haben wir schon länger spekuliert!
Die „Fleisch-Brättli-Brot“ sind soo lecker, dass wir im „Schnuuz“ eines vertilgt haben.
Seit langem wieder ein feines Brot

In Ardabil suchen wir die Passstrasse nach Tabriz, bei einem Taxifahrer bitten wir um einen Tipp.. na ja, obwohl wie vom Himmel gefallen, plötzlich 6-7 Driver wie wild neben mir „Palavern“, wissen wir am Schluss gleich viel.
Wir steigen alsbald einen langen Pass hinauf und sind berauscht von den herrlichen Bergen, fast kommt etwas „Heimweh“ auf!
Gletscher wie „Zu Hause“

Wir Umrunden im Laufe des Morgens den „KUHHA-YE-SABALAM“ und freuen uns an der weissen Pracht!!
Den grünen Wälder folgen nun fast schlagartig unendlich viele und vor allem auch bis zum Horizont reichende Getreidefelder.
Viele davon sind schon neu angesät, auf Anderen sind die Bauern, mit zum Teil guten Maschinen am Arbeiten!
Getreidefelder so weit das Auge reicht!!

Nach AHAR fühlen wir uns wie im Thurgau, „Mostindien“ mega grosse Obstbaum-Plantagen säumen die Strasse, die Aepfel werden gerade geerntet und in Harassen, Container, Lieferwagen, LKW, einfach mit allem was zu Bewegen ist, herum gekarrt!

Mostäpfel in allen FARBEN

Vor Tabriz wäre ein kurzer Stopp nicht schlecht.. ABER der Wind steigert sich langsam zum Sturm und wir beschliessen sogleich zum Stellplatz zu fahren.
Sand und Plastiksäcke fliegen quer über die Strasse und ich muss unser „Cämperli“ ganz tüchtig halten, dass wir auf der Strasse bleiben!
Auf dem wunderschönen Park stehen wir nun 2 Tage, bevor es dann weiter geht zum Grenzübertritt nach Aserbaijan.

15.10. 2017

Das Tee-Museum in Lahijan öffnet erst um 0900 Uhr, deshalb können wir heute „fast Ausschlafen“, die ca 60 Km schaffen wir in gut einer Stunde, dachten wir, doch heute ist Sonntag und jedes Dorf ist Rappelvoll Autos und hoffnungslos verstopft!!

Tee-Museum in Lahijan

Tee-Plantage in Lahijan

Kashef os-Soltaneh war als Konsul in Indien und schmuggelte anfangs 20 Jh einige Teepflanzen aus Indien nach Persien.
Das Klima in Lahijan ist warm und genug feucht, so dass die Teepflanzen auf den nährstoffreichen Böden gut gedeihen.
Leider wird nur „Schwarztee“ angepflanzt und den mögen Walda u ich überhaupt nicht. Wir hatten erwartet, dass wir im Museum einiges über den Anbau und Ernte plus Verarbeitung erfahren können!
Wir haben zwar „brav“ Eintritt beahlt, dafür aber wenig bekommen!
Fazit: Ein Besuch lohnt sich nicht!

Wir zögern etwas lange, ob wir das Terassen-Dorf Masuleh, südöstlich von Rasht in 1050 m Höhe besuchen wollen. lohnt sich der UMWEG von gut 60 Km??
OK, wir fahren los, aber endlose Staus fressen uns die Zeit weg.
Der Weg führt durch ein enges, sehr schön bewaldetes Tal, die Bäume noch immer knallgrün, der Müll leuchtet in allen Farben aus allen Ecken und Winkeln, immer das gleiche Elend!
Die Sonne verliert endgültig den KAMPF gegen die dichten Wolken und so sieht das Terassen-Dorf eher trostlos aus.
Ich gebe mir einen „Schupf“ und sattle meinen Swiss-Trac, denn, TERASSEN-DÖRFER stehen meist an steilen Hängen!
Walda u Maya steigen hinauf in das Dorf, die Häuser sind nur mit Gehwegen verbunden, SCHUBKARREN sind hier das gängigste Transportmittel…ich stelle mir den „LETZTEN GANG“ vor, wenn einer stirbt!?! Ausfliegen mit Helikopter, oder doch SCHUBKARRE!

Terassendorf Masuleh auf 1050m

Boutiken & Schenken hat es genügend!

Da es überall Zwischenstufen hat, sind meine Zutritts-Wege ins Dorf beschränkt, aber ich kann auf der sehr steilen Teerstrasse wieder einmal die „Klettereigenschaften“ meines Zuggerätes testen..ich schätze die Steigungen zwischen 12-16 Prozent, ganz schön happig!
So erklimme ich den Berg bis über die obersten Häuser, die Aussicht wäre bei gutem Licht grandios!
Safran am Strassenrand

Der begehrte Safran wächst auch am Strassenrand!

Zurück im WOMO, kurz etwas Essen und dann aber subito zurück aus dem langen Tal. Dann fahren wir auf kleinen Nebenstrassen weiter Richtung Astara, wo unser heutiger Stellplatz ist!
Reisfelder, Teeplantagen, Kiwi-Plantagen, kleine Dörfer..Müll..

Die Iraner werden in ihrem Müll „krepieren“!
mega viel Leute auf den Dorf-Bazaren..unseren Augen wird es nie langweilig, alles ist quirlig & lebendig!

Statt Tausende von Neuen Moscheen zu bauen, wäre eine Müll-Verbrennungsanlage eine gute ALTERNATIVE!
Wir schaffen den Weg zum Stellplatz nicht vor Dunkelheits-Einbruch, gut 75 Km fahren wir jetzt zusammen mit unzähligen „Geisterfahrer“ ohne Licht, Fussgänger in Schwarz huschen über die 4 Spurige Strasse, Motorräder kommen uns entgegen, pausenlos werde ich beblendet und der „Fahrstil“ der von den Meisten am Tag angewendet wird, bewährt sich auch im Dunkeln.

„ES GIBT NUR EINEN WEG AUS DIESEM SCHLAMMASEL“.. HÖLLISCH AUFPASSEN!!

MB -frisch ab MFK

Diese Busse sind kaum zu töten, aber in der Nacht schlecht zu sehen..
DA BLIND!!

Aeltere Fussgänger haben es besonders schwer

Aeltere Menschen müssen oft extrem lange warten, um Plätze und Strassen heil überqueren zu können, wer zu langsam ist, wird gejagt und überfahren.
Den Hunden geht es übrigens auch so, wir zählen auf dem heutigen Trip mind. 6 tote Vierbeiner!

14.10. 2017 Teheran – Bander – Anzali (Kasp. Meer)


Obwohl die geplante lange Route durch die Berge von ¨480 auf 350 Km kurzfristig gekürzt wurde, starten wir um 0600 Uhr.
Das war eine seeehr gute Entscheidung, wir sind total erstaunt, wie viele Fahrzeuge in die Stadt wollen und auf der 4-Spurigen Autobahn schon Stau herrscht!
Wir fahren wie in einem dichtem „Fischschwarm“ Nordwärts Richtung Karaj und sind froh, der Riesenstadt Teheran endgültig entfliehen zu können.
Der Blutrote Sonnenaufgang entschädigt etwas für die eintönige Landschaft, welche uns bis nach Aderan begleitet!
Wir wählen einen kleinen Schotterweg für den Kaffeehalt und werden förmlich überrannt von mega freundlichen Iraner. Wir haben gute Gespräche auf Deutsch u Englisch, zeigen gerne unser WOMO, verteilen fleissig unser „Reiseroute-Karte“ und Kugelschreiber etc.

Immer wieder nette Bekanntschaften

Dieses Paar fährt schnell nach Hause und bringt uns 4 leckere Teigtaschen..Hmm!
Nun folgt ein Passanstieg zum Kandovan, auf 2670 Meter, nach der letzten Tunnelpassage suchen wir einen Platz für den 2. Kaffeehalt.
Spontan biegen wir links ab und fahren schnell bergan auf schmaler Strasse!
Wir finden ein tolles Plätzchen, sogar mit WC und geniessen die klare, feine Bergluft und die warme Sonne.
Moderne Knebelschei…e

Weit, weit oben sehe ich Schneeresten.. wir packen zusammen und fahren auf der alten Passstrasse zügig nach oben. Viele kleine u grössere Steinsbrocken liegen auf der Strasse, vielerorts wurde das vom Regen weggeschwemmte Geröll talwärts geschoben, fast auf der ganzen Strecke wurden die Leitplanken von Lawinen weg gefegt!

Schrott-Planken

Unterwegs treffen wir auf einen Geissen Hirten.
Einsamer „Geissen-Peter“ reitet OHNE Zügel!

Wir werden skeptisch an gekuckt, sein Ausdruck ist recht mürrisch, hmm, was wollen DIE denn da oben!
Weiter oben stehen 2 weitere Maultiere und viele schwarze Geissen, welche in den steilen Täler noch einzelne grüne Weideflecken finden.

Wir fahren geschickt um die Steine bergwärts und bald halten wir auf 2962 m.ü.M. neben einer alten Schneeverwehung!

Fröhliches „Schneehääschen“

Das alte Bergrestaurant dient vermutlich den Strassenwächter oder Hirten als Unterschlupf!
Wir überqueren die Passhöhe auf ca 3050 Meter und staunen über das herrliche Alpen Panorama, schneebedeckt, fast zum Greifen nah!

Herrliche Schneeberge, im Iran!

Wir verfolgen mit den Augen die Strasse Talwärts und sehen, dass sie direkt vor dem Tunnel, den wir vor 1 Std durchfahren haben, wieder einmündet!

Wir nix verstehen diese komische Tafeln!!

Nach diesem Abstecher, durchfahren wir zum 2. Mal den Tunnel und ab jetzt geht es kontnuierlich Talwärts bis zum Kaspischen Meer, das sind ca 3000 Höhenmeter!
Kleine Berddörfer, Bergbäche, bald auch sehr bunte, in allen Farben leuchtende Ahorn u Pappeln begleiten uns, leider aber auch unglaublich viele PKW, ihr liebstes Hobby:“Kurvenschneiden“!
Diese Bergstrecke gehört zu den Schönsten im IRAN.. im dichten Buchenwald, welcher uns über 50 Km begleitet, liegen UNMENGEN an Abfall, in Worten nicht zu beschreiben!
„WAS SIND DAS BLOSS FÜR SCHWEINE“!!

Am frühen Nachmittag treffen wir am Stellplatz ein, direkt am Kaspischen Meer. Wir beobachten lange Zeit das emsige Treiben der rund 30 Fischer, welche mit Booten u Netzen und Traktor u Wagen, einige Fische aus dem „Meer“ ziehen!

Aufwändiger Fischfang

Guter Fang

Spontan gehen wir in ein nahes Rest. zum Fischessen, beim überqueren der 4 Spurigen Strasse, riskieren wir allerdings beinahe das Leben, obwohl es schon dunkel ist, brausen die Iraner ohne Licht über den Asphalt.
Die Forellen aus den „Bergbächen“ schmecken hervorragend!

13.10. 2017 Teheran

Nach einer schmerzhaften Nacht, meine L- Schulter ist „ausgeflippt“ riskiere ich die Busfahrt in die Stadt Teheran trotzdem.

Teheran vom Fernseh-Tower
Teheran vom Fernseh-Tower

Der Verkehr in die Stadt ist, dank (Freitag=Feiertag) moderat, so dass wir frühzeitig bei der Abad-Palastanlage aus der Pahlevi-Zeit stehen!
Schah-Sommerpalast

Die Frau des Schah von Persien, Farah Diba, studierte in Frankreich Architektur und beauftragte nach Ihrer Heirat, Vertrauensmänner, welche an namhaften Auktionen, wertvolle Möbel aus dem 14-16 Jhd. ersteigerten. Die vielen Räume sind Prunk & Stilvoll eingerichtet, auch die schweren Teppiche, ein Stück à 74 m2. in MARSCHAT geknüpft, passen natürlich dazu.

Wunderschöne Parkanlage

In der riesigen Parkanlage stehen wunderschöne, alte Bäume, aus allen Erdteilen, alles hervorragend gepflegt und Beschriftet!
Sogar ein CAR-MUSEUM gibt es zu bestaunen, wo Private wie auch Staats-Karossen aus dem Hause Daimler Benz & Rolls Royce stehen!
Staatskarossen

Spielzeuge der Schah-Kinder

Von dort fahren wir direkt zum Fernseh-Turm, 435 Meter hoch, der 6. höchste der Welt. Mit dem „Schindler-Lift“ stürmen wir nach Oben bis zur Aussichts-Plattform.
Trotz extremen Sicherheits-Gitter, können wir ein paar Fotos der 15 Milionen – Stadt schiesse.
Nach einer kurzen Rast, sind wir schon wieder unterwegs zum
GOLESTAN-PALAST. welcher in der „Altstadt“ steht!
Wir bestaunen einige der unzähligen „SPIEGELSÄLE“ im weitläufigen Palast, wie Man/Frau hier wohnen konnten, bleibt für mich ein Rätsel!

Jaa, genau, ich war auch Oben, die ca 50 Stufen haben wir mit „Leichtigkeit“ gemeistert! Wir müssen allerdings immer wieder stürmische Helfer abwehren, welche mich aus lauter Eifer aus dem Rolli kippen wollen!¨

Wir meistern Hunderte von Stufen

Wir quälen uns durch die nun total verstopfte Stadt nach Hause, vor die Prunkvolle Khomeini-Grabstätte..ja, die ganze ANLAGE ist immerhin 25 Hektar gross!

12.10. 2017 Isfahan – Teheran 480 Km


Da unser Parkplatz erfahrungsgemäss nach 0630 Uhr „Rammelvoll“ ist, beschlossen wir frühzeitig los zu düsen. Dieser Entscheid ist goldrichtig, problemlos verlassen wir den Platz und kommen schnell aus der fast menschenleeren Stadt auf die Autobahn. Wie meistens ist die Bahn vom „Feinsten“ in Stadtnähe, aber schon bald bald werden wir wieder kräftig geschüttelt!
An der Zahlstelle werden wir nach einem kurzen Gespräch freundlich durch gewunken und dann gehört die 3-Spurige Strasse uns fast allein!
Landschaftlich gibt die Strecke nicht viel her, so geben wir etwas Gummi und schaffen die ersten 200 Km bis zur Kaffeepause.
Zwischen Isfahan und Teheran stehen div. Forschungszentren für Atomare Zwecke. Von der Autobahn sieht man viele Wachtposten und in den Hügeln viele Gebäude, Zufahrt, Fotografieren, Anhalten strengstens verboten!!
Gegen Mittag fahren wir spontan in die Milionenstadt Qom um noch div. Gemüse u Früchte ein zu Kaufen. Dabei geraten wir in ein tolles „WESPENNEST“!

Hochbetrieb in Qom

Die Zufahrtsstrassen sind verstopft, ein riesen Gewusel…in einem grossen Hof stehen ca 50-60 Kamele, gesattelt und reich geschmückt, bereit für einen Umzug, vermuten wir. Auf der Gegenseite kommen uns Reiter entgegen, ALLES scheint auf den Beinen zu sein.
Walda u Maya kaufen schnell das Nötigste ein und so schnell wie möglich verlassen wir die surrende Stadt, dieser Abstecher hat sich wirklich nicht gelohntèè

Vor Teheran herrscht dichter Verkehr, aber wir fahren doch noch flüssig bis zum nördlichen Stadtrand, direkt auf das Gelände des Khomeini-Shrines, wo wir auf einem riesigen Platz stehen können.
Es wimmelt auch hier von schwarz gekleideten Pilger, welche mit Bussen angekarrt werden, die Uraltbusse voll gepfercht, auf dem Dach von vorne bis hinten 1m hoch Gepäck gestapelt!!
Die Meisten zelten hier auf dem geteerten Boden, ich bekomme „HEXENSCHUSS“ wenn ich bloss daran denke!!

Pilger strömen zu Khomeini

Nach unserer Ankunft kreiere ich eine Spagetti-Sauce – Bologna, welche nun gemütlich vor sich hin köcherlt!
Nach einem kurzen Meeting gehen einige von uns in den Khomeini-Shrine..gwundrig wie wir halt sind!
Die strengen Kontrollen, von mürrischen Beamten, kosten uns schon ein paar Nerven, ich muss unter einigen Eisenstangen durch kriechen, als mich dann ein Soldat herum zerren will, schreie ich den Typ rel.laut an, so was hasse ich grausam!!
Irgendwann stehen wir in riesigen, hohen, wunderschön dekorierten Hallen, überall Pilger am Beten, der Imam singt u betet in überlautstärke. in der Mitte, eingezäunt mit einem Silbernen Gitter. liegt der Sarg von Khomeini, viele Gläubige werfen Geldscheine hinein, ev. wurden damit die fast 30-Jährigen Bauarbeiten mit finanziert!!
Obwohl sich Khomeini bloss ein ganz normales Grab wünschte auf dem Friedhof von Teheran, wurde hier eine Ueberdimensionale Pilgerstätte gebaut, mit Moschee, Ausbildungs Zentrum für Imame, Anlässe aller Art, Waschanlagen für tausende von Gläubigen, Parkplätze für über 20 000 PKW und 100 Busse….

VON BESCHEIDENHEIT, WEIT U BREIT KEINE SPUR!!

AN ROLLIFAHRER HAT AUCH KEINER NUR EINE SEKUNDE GEDACHT, bei diesen Neubauten!!

Nach dieser „Tortur“ schmecken uns die feinen Spaghetti grad doppelt so gut!

11.10. 2017 Isfahan


Der Bus holt uns 0830 Uhr ab und fährt quer durch Isfahan, zum Armenischen Stadtteil, wo die prächtige Vankkirche steht.
Viele Armenier sind 1915 beim Genozid durch die Türken, nach Isfahan geflüchtet und dort sesshaft geworden. Heute hier zu Leben ist aber alles Andere als einfach!!

Vankkirche Isfahan
Reich verziehrtes „Innenleben der Kirche“

Alte Schriften
Buchdruck Maschine

Es bleibt noch Zeit um den Lift und auch den Innenraum unseres WOMO einmal mehr zu ENTSTAUBEN…alle Tage wieder!!

Am Abend sind wir im „SUPERSCHNÖNEN HOTEL ABASSI“ zum Essen eingeladen! Aus einer ehemaligen KARAWANSEREI entstand hier ein „Paradies“ ich habe noch nie so eine wunderschöne Anlage gesehen.
Hoteltrakt und Park ergänzen sich unwahrscheinlich gut. Auch das „Buffet“ war prima, allerdings wurde uns nur 80 Min. zu gestanden, dann kommt schon die nächste Gruppe.
Das grosse Hotel ist aus gebucht, es stehen oft bis 10 Busse auf dem Parkplatz!
Unsere Ränzlein sind trotzdem gut gefüllt und so unternehmen wir noch einen ausgedehnten Marsch zum Meydan-e-Imam Platz, der Nachts wunderschön beleuchtet sein soll.
Nach einer halben Stunde „Verdauungs-Marsch“ stehen wir im Park. Auf der spiegelglatten Wasseroberfläche spiegeln sich die schön beleuchteten Gebäude eins zu eins im Teich!!
Nicht umsonst zählt dieser Platz zu den Schönsten der Welt!!
Auf dem Heimweg rennen wir div. Male um unser Leben, Fussgänger haben hier bestimmt eine kürzere Lebenserwartung als Autofahrer!

10.10. 2017 Isfahan


Die Milionenmetropole Isfahan, frühere Haupstadt IRANS.. ist mit seinen ca 2.2 Mil. Einwohner zwar gross, aber doch überschaubar.
Wenig Hochhäuser, dafür aber mit unzähligen, wunderschönen Parks durchmischt fühlt man sich hier wohl.
Die Stadt liegt ca 400 Km südöstlich der Hauptstadt Teheran auf einer Seehöhe von ca 1500 M in einer Flussoase im sehr fruchtbaren Tal des Flusses Zayandeh Rud am Rande des Zagrosgebirges.
Das moderne Isfahan ist eine bekannte Universitätsstadt, die Frauen sind natürlich auch hier schwarz verhüllt..ABER es hat sehr viele, junge Frauen, welche modern u schiC gekleidet, sind und mit Sonnenbrillen und anderen Acesoires den Schleier von ihrer Haarpracht verdrängen! Es ist ein Auslotsen, was die Sittenwächter dulden!

Eine Wunderwelt aus Filigranen Malereien

Schön ist, dass wir direkt im Zentrum stehen mit unseren WOMOS,sehr eng zwar, dafür können wir direkt zu Fuss zum Meydan-e Imam Hauptplatz gehen(rollen).. wenn da nicht überall Barrieren wären!!
So machen wir (ganze Gruppe) einige Umwege um auf den zweit-grössten Platz der Welt zu gelangen.

Hübsche Frauen mit guter Akustik

Frauen mit guter Akustik
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Meydan – e – Imam – Platz

Der Innen hof ist ein riesengrosser schöner Garten, den man sogar mit Perd und Kutsche erkunden kann.
Rundherum stehen natürlich Moscheen und Geschäfte, eine sehr lebendiger Ort!

Die Freitags-Moschee ist so riesengross mit unzähligen Gebetsräumen etc. dass wir Stunden brauchen um nur einen Teil davon zu sehen.
Gegen Mittag sind alle PLATT und geniessen eine kleine Rast in einer Teestube, ich habe zum Glück eine Cola gekriegt!

Teepause
!

Isfahan brummt und lebt, mit brummt der Schädel aber, weil es so viele Schikanen und Gitter gibt, dass wir Kilometer fressen, um an den gewünschten Ort zu gelangen..da gäbe es noch viel zu TUN für Rollifahrer!
Mit viel Hilfe meiner lieben Freunde, „erobere ich auch den Chehel Sotun“ (Palast der 40 Säulen) hier, unter der grossen phantastischen Säule, singt Lorenz ein wunderschönes Lied, ich bitte um Zugabe und nach einer kleinen Pause, lauschen viele Besucher den feinen Tönen.
Ein Wärter findet das nicht sooo toll und steht demonstrativ neben Lorenz, der singt aber unbeirrt weiter, was den Aufpasser sehr verunsichert.


<img src="http://www.walti-rauber.ch/wp-content/uploads/2017/10/2017-10-09-14.00.03-1-1024×576.jpg" alt="" width="660" height="371" class="aligncenter size-large wp-image-1572" /

Maya feiert heute ihren Geburtstag und ihr Wunsch, mit Lorenz zusammen ein Lied zu singen, geht hier und heute in Erfüllung.

Mein VORSPANNRAD, das mir auch auf dieser Reise über so unglaublich viele Schotterpisten, Pflastersteine der übelsten Sorte, Schlammstrassen, und Stadtführungen gedient hat, entwickelt plötzlich ein gefährliches EIGENLEBEN und scheert unverhofft zur Seite aus, gefährlich für meine Mitmenschen, smile!

So gehe ich nach unserer Rückkehr sofort an die Arbeit und zerlege meinen treuen Freund!
Durch die grossen Belastungen, (oder schlechte Material-Qualität) ist der Verschleiss enorm.
Ganz gut kriege ich es nicht hin, aber auf dem Weg zum Restaurant, wo wir zur Feier des Tages (Mayas Geburi) hin gehen, läuft es schon wieder viel besser. Auch mein Rolli bekam wieder neue Vorderräder, so dass ich wieder flott unterwegs bin, sogar mit Licht, was hier auf den Strassen übelebenswichtig ist!!
Das typische, Iranische Restaurant ist wirklich sehr nett ausgestattet, ein tolles, schnelles Bedienungs-Team (alles Männer) verwöhnt uns mit feinem Essen, samt Geburtstags-Torte!!
Danke liebe Maya und Peter für die Einladung!

Wunderschön beleuchtete Brücke zum Armenier Viertel

Ueberall wird Picknickt

Ganz in der Nähe ist eine wunderschön beleuchtete Brücke über den Zayandeh Rud Fluss, der allerdings nur Ende Winter / Frühling Wasser führt. Wir machen uns auf den Weg dorthin, überqueren grosse Strassen, fluchtartig, schaffen es Drehkreuze zu Passieren:
DAS geht so:
Vor das Kreuz fahren, nach vorne rutschen, Rad nach vorne richten, Beine nach vorne werfen, welche ein Helfer zieht, Ausatmen und einfach durchschieben, wieder Einatmen!!
Auf zig Umwegen und vielen Treppenstufen, stehen wir auf der hell erleuchteten Brücke, welche bis vor ca 20 Jahren noch offen war für den Verkehr. Die Brücke verbindet den ARMENISCHEN TEIL DER STADT und wurde von einem reichen Mitbewohner gespendet, damit die Armenische Bevölkerung nicht total abgeschnitten waren.

Ein weiterer interessanter Tag geht zu Ende.

ICH BIN DANKBAR UND SO GLÜCKLICH, DASS ICH AUF DIESER SEIDENSTRASSE REISEN DARF!!