Seidenstrasse Blog von Walti 2017

29.09. 2017 Tabas – Chak – Chak 350 Km

Wir stehen mit den Hühner auf und starten 0530 Uhr, Walda, Maya u Peter wollen im Tal Agah Morteza Ali eine spektakuläre Wanderung durch einen Bergbach unternehmen.
Dabei gibt es zuerst „Kalte Füsse“ bis zu den „Warmen Thermal-Quellen“
Nach gut 2 Std. sind sie wieder zurück und wir fahren in Südwestlicher Richtung, unter stahlblauem Himmel der Wüste entgegen!
Wir durchqueren den Ort TABAS und können diverse „Feierlichkeiten“ (Trauermonat“ beobachten.
Hunderte von jungen Männern u Frauen, (ALLE IN SCHWARZ) laufen hinter grossen Trommeln her und singen lauthals…
Die Männer schlagen sich Peitschen mit Ketten über die Schulter und die linke Hand aufs Herz!!

Prozessionen, überall

Uns wird es etwas flau im Magen.. das sieht für uns fast wie eine Rebellion statt wie eine Prozession aus, die Stimmung erscheint uns recht aggressiv zu sein!!
Die Wüste erfreut uns immer wieder neu:
Die Bergketten treten in den Hintergrund, schwarze Steinwüste, soweit das Auge reicht.. plötzlich weisse Schimmer, als blicken wir in ein Schneefeld, weite Salzfelder begleiten uns bis zu den nächsten schroffen Felsformationen..
Bei Robat-e Posht-e Badam halten wir hinter der Moschee kurz an. Hier starben bei einem Befreiungs-Versuch von Amerikanischen Geiseln viele Soldaten und Zivilisten, daran erinnert die Gedenkstätte allerdings nicht im geringsten, die UNBESIEGBARKEIT DES ISLAM steht hier im Zentrum des Geschehens.
Gedenkstätte, Geiselbefreiung AMIS

Gedenkstätte, Geiselbefreiung AMIS
Gedenkstätte, Geiselbefreiung AMIS

Div. Militärhelikopter und Zivil Flugzeuge stehen noch immer in der Wüste, als wäre das Drama erst gestern passiert!!
Unserer Strasse entlang stehen zahlreiche Karawansereien und zeugen vom reichen Warenhandel auf der Seidenstrasse!
Wir versuchen uns die grausame „Schinderei“ von Mensch & Tier vor zu stellen , während wir die Kavir-Wüste auf guter Strasse durch Rollen!
Schon früh um 1500 Uhr nähern wir uns dem heutigen Stellplatz bei Chak Chak. Die Anfahrt durch imposante Felsenlandschaft gefällt uns extrem gut.
[caption id="attachment_1291" align="aligncenter" width="640"] Ein wunderschöner Stellplatz auf 1550 m.ü.M

Ein wunderschöner Stellplatz auf 1550 m.ü.M

Ein wunderschöner Stellplatz auf 1550 m.ü.M

Der Feuertempel klebt mit einigen kleinen Gebäuden wie Schwalbennester an den Felsen in der Abendsonne.
Schnell sattle ich meinen Swiss –Trac und fahre die steilen, geteerten Serpentinen hinauf, bis mich die Treppenstufen stoppen.
Von hier geniesse ich die wunderschöne Abendkulisse!!

Holger ist heute wieder in seinem „Element“ und liest IRANISCHE MÄRCHEN VOR…
ZUM EINSCHLAFEN schön!!!

28.09. 2017 Mashad – Tabas 550 Km


Wir sind erstaunt, dass es um 0630 Uhr schon soo viel Betrieb hat auf den Strassen, Tausende scheinen auf der Flucht zu sein, so „Kämpferisch“ wird gefahren!
Längst sind wir es gewohnt, dass uns die Meisten, Hupen, Winken, die Fahrer fast aus dem Beifahrer Seite heraus lehnen um dann ½ Meter vor unserer Nase krass herein zu biegen.

Abwechslungsreiche Wüste KAVIR

An der Mautstelle werden wir freundlich begrüsst, ich strecke etwas ahnungslos 50 000 Rial (= 1 €) Richtung Kabäuschen…die drei Männer diskutieren kurz und erklären dann lächelnd, dass wir gratis fahren dürfen..WELCOME..
In Südlicher Richtung fahren wir auf der recht guten Autobahn zügig voran durch karge Steinwüste, schroffe Hügel Richtung Torbat.
Hier entscheiden wir uns für die kürzere, Landstrasse und der Verkehr nimmt endlich etwas ab.
Wir durchqueren das Städtchen, es ist mächtig viel los…(TRAUERMONAT) überall sind schwarze Zelte aufgestellt, überlaute Musik plärrt aus grossen Boxen und „Schwarze Männer“ verteilen Tee!!
Lautes, fröhliches Feiern..im TRAUERMONAT

Uns ist der STAU gerade recht, so können wir in aller Ruhe den „Rummel“ studieren.
Von Freunden bekommen wir die Koordinaten von einer LPG, Gastankstelle, die sind doch eher rar hier!
Unser NAVI sagt STOPP..doch wir können bloss eine kleine Motorrad-Werkstatt sehen.
Beim GAS-Tanken kommt die Dorfjugend angebraust

Durch die Hausmauer wird ein Schlauch gereicht, säuberlich abgedichtet und schon strömt das Gas in unsere Flaschen….es füllt und füllt und füllt bis es mächtig zischt und eine Gaswolke aus meinem Gastank entweicht….brrrrh.. mein Freund Peter sucht fluchtartig das Weite, während der „Gaswart“ seelenruhig den Gashahn zudreht!
„Andere Länder, andere Sitten..oder Vorschriften!!
Während der ganzen Tankaktion, Peter füllt ja auch noch, „knattern“ ca 50 junge Burschen auf ihren 125 cm3 heran.. allein, zu zweit, zu dritt, alles ist erlaubt, Alle wollen zeigen, was sie drauf haben…es geht wild und laut zu und her..Walda verteilt „GIFTS“ und alle wollen natürlich noch ein Foto schiessen!
Auf der Weiterfahrt werden wir nun von mehreren „Töfflibuben“ begleitet, in den Dörfer mit „Schikanen“ überholen sie uns, immer ausgelassen mit Johlen und Hupen Tücher schwenkend, Ausserorts sind wir schneller. Bei einem Ueberholmanöver stockt uns einmal fast der Atem, als neben uns ein „Dreierteam“ so einen Hacken schlägt, um uns am Vorbeifahren zu hindern, dass es die Jungs beinahe überschlägt.. ABER das sind wahre Akrobaten!!
Tanken ist angesagt und so steuern wir eine DIESELZAPFSÄULE AN:
Ein Tankwart winkt uns freundlich heran, aber dann dauert es doch länger, bis uns endlich einer bedient..67 Lt. Verschluckt unser WOMO.. und das kostet so richtig WENIG GELD… 10 $ kostet uns diese Aktion!
Obwohl wir schon verspätet sind, wollen wir uns die Oase mit Palmen und Reisfelder doch noch anschauen. Mit dem allerletzten Sonnenstrahl knipsen wir was die Kamera hergibt und SCHWUPS…ist die Sonne weg!
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Kuriosität: Oase mit Palmen und Reisfelder

Es ist schon nach 1800 Uhr und stockdunkel, als wir beim Motel-Stellplatz einfahren .
Kurz Wasser Tanken, Strom anschliessen und Futtern und Roadbook besprechen, dann gibt’s Feierabend….
Es war ein langer, anstrengender Tag!

27.09. 2017 Mashad

Einige Regeln sind ein zu halten!

Nach kurzer „Morgengynastik“ fährt uns der Bus zum bekannten Heiligtum, dem „Shrine von IMAM REZA“
Diese RIESIGE PILGERSTÄTTE wird jährlich von knapp 30 Mil. Moslem besucht, jetzt, ausserhalb der „Saison“ sind es täglich bescheidene 150-200 Tausend.
Schwarz ist Trumpf

Jeden Morgen wird den Pilgern kostenlos ein Frühstück angeboten, Getränke während dem Tag werden ebenfalls umsonst angeboten.
Nach strengen Kontrollen und VERHÜLLUNG unserer Frauen, dürfen wir in den grossen Innenhof, dieser Platz ist ca gleich gross wie der „Parkplatz für Zweibeiner“ vor dem St. Petersdom in Rom!!

Aus vielen Lautsprecher u Leinwänden wird zum Gebet aufgerufen!
Täglich werden dreimal 7OOO Teppiche, ca 3×5 Meter ausgerollt und wieder zur Seite geräumt nach den Gebeten.
Die Prunkvollen Gebäude rundherum bringen uns zum Staunen, vor zwei Tagen hat der Monat der TRAUER angefangen und Alle Gläubigen sind fast ausnahmslos in schwarze Gewänder gehüllt!!!!
NUR unsere Frauen sind in bunten hellen Umhängen versteckt und werden vor dem Betreten der „Heiligen Hallen“ von einer „Fachfrau“ auf das richtige „Outfit“ geprüft!

Keine Feier OHNE Schleier

Wenn das nur gut geht..INSHALLAH!
Stell Dir mal vor: Da huschen, liegen, knien, singen, beten ABERTAUSENDE von schwarzen Gestalten auf diesen Plätzen und dann kommen 20 schrill gekleidete TOURIS aus dem ABENDLAND!!
Viele Moslem-Frauen können sich das Lachen nicht verkneifen!!
Wie gesagt, dieser erste Platz mit seinen reich verzierten Gebäuden, den wunderschönen Kerkern etc ist sehr gross…….
ABER DAVON WURDEN NOCH 11 ZUSÄTZLICHE GEBAUT IM VERLAUFE VIELER JAHRHUNDERTE!!
Einer dieser 12 Plätze ist schöner wie der Andere!
Bazare und Wohnsiedlungen wurden rundherum auf gekauft, abgerissen und neue Gebäude und Plätze in den SHRINE von Imam REZA integriert!!
Biblioteken, Museen, Moscheen, Waschanlagen, alles strahlt und glänzt in unheimlichen Prunk…
Prunk & Hirnwäsche

Die meisten Pilger spenden grössere Geldsummen, um diese riesigen Heiligtümer zu erweitern, aber auch um die ca 22 000 Angestellten zu finanzieren, welche für Unterhalt und Logistik verantwortlich sind:
Dazu kommen Tausende von freiwilligen HELFER, welche 1-2 wöchentlich, unentgeltlich als AUFPASSER vor Tür u Tor stehen und für Zucht u Ordnung sorgen!!
Unser Guide erzählt uns mega viel über die Entstehung dieser Pilgerstätte, aber nach 4 Stunden sind wir alle PLATT!!
Nach einem kurzen Imbiss und Einkaufstripp geht es zurück zum Ghadir Park.
Abendstimmung im Ghadir Park
Abendstimmung Ghadir Park

Nach sooo viel Gesang u Gebet suche ich meine „Erlösung“ im riesigen, bewaldeten Park, wo ich auf schönen Teerstrassen endlich wieder einmal mit Vorspann-Rad und Stöcken meine Runden drehen kann!!
Wir feiern mit Axel seinen Geburtstag bei einem feinen, Iranischen Essen, auch OHNE Alkohol sind wir bei bester Laune!!
Leichtes feines Essen

Axel und die Wundertüte

26.09. 2017 Bajgiran – Mashad 230 Km


Der Iranische Wettergott empfängt uns in der Nacht mit einem kurzen, aber sehr heftigen Gewitter, mit stürmischen Winden, so dass ich schnell die Dachlucke schliessen muss. Walda welche kurz aufwacht, schnappt nach Luft und reisst das Seitenfenster wieder auf..UND schläft einfach weiter, das nennt man/FRAU „Teamwork“!
Bis zu unserer Abfahrt um 0800 Uhr ist das Wetter bereits wieder ordentlich freundlich und wir geniessen die karge, trockene Hügellandschaft und sinken schnell von 1500 auf 1000 Meter. Auf einem riesigen Hochplateau wurde bereits Wintergetreide angesät, erstaunlich, dass bei dieser Trockenheit überhaupt etwas Spriessen kann, der Regen von gestern scheint längst verdunstet zu sein!

Bunte farbige Hügel

Stachelig aber schön

Bis in die nächste Stadt QUCHAN üben wir uns an den Strassenschilder mit den „Farsi-Nummern“ = nicht ganz einfach!!
Zahlen 1-10 über wir fleissig

Im Gegensatz zu „Ashgabat“ ist hier das LEBEN doch viel bescheidener, Autos, Geschäfte mit ihrem Warenangebot, wir könnten in „Maroko“ gelandet sein!
ABER es hat richtig viele Menschen in den Strassen, ein Genuss für unsere Sinne: Abgase, stinkende Hinterhöfe, Männer, Männer welche herumlungern, neben herrlichen Gewürztürmen, Fladenbrot-Bäckereien…es LEBT!!
Angepasste Kleidung Vorschrift!

Handeln ist erwünscht!

ALLES wird repariert, uralte Philips Rasierapparate, ich hatte so einen in der RS..Ersatz-Motor dazu ist ebenfalls erhältlich!!
Kartoffelernte auf Iranisch

Wir versuchen einen Umweg zu fahren und verirren uns in einem kleinen Dörfchen, die Kinder halten uns wohl für ein UFO, das gerade hier landen möchte!
2 Männer rufen uns etwas zu und Laufen uns nach.. sie erklären uns, dass wir unbedingt zurück fahren müssen, sonst hätten wir einen Umweg von 240 Km zu Fahren, DAS ist uns def. zu weit!!
Herzlich laden sie uns ein, um in Ihrem Garten Gemüse und Früchte zu probieren, ABER auch dazu fehlt uns leider die Zeit!
Auf dem Rückweg passieren wir einen umgekippten LKW, (schon den 2. heute) welcher Unmengen von EIERN geladen hatte, nun sind drei Männer dabei, die noch ganzen Eier ein zu Sammeln! RIESEN-EIERTÄTSCH!!

Abseits der Hauptstrasse, bei einem grossen Landwirtschaftsbetrieb, stoppen wir für eine Kaffepause. Es dauert nicht lange, bis ein Traktor zu fährt, uns kurz ausgiebig „mustert“ und wieder zurück aufs Feld fährt. Aber schon bald gesellen sich 4 Landarbeiter zu uns und diskutieren interessiert und gucken neugierig in unsere WOMOS.
Sie freuen sich sehr über unsere Feuerzeuge!
Den GHADIR-Park finden wir leicht freuen uns, auf diesem schönen Platz mit See Sicht stehen zu dürfen.

Puce mit Turban

Am Abend fahren wir mit dem Bus eine Stunde in die Stadt, um in einem feinen Restaurant den Geburtstag von AXEL zu feiern, ALLE sind zum Essen eingeladen, das typische, Iranische Essen mit Reis, Rinds & Pouletfleich, sowie eine spez. Sauce mit Kastanien etc, mundet uns vorzüglich!
Axel und die Wundertüte


Auch auf der Rückfahrt durch die Stadt, mit seinen ca 1 Mil. Einwohner, hat es viel Verkehr u immer wieder Staus, so haben wir Zeit zum *ALLES* Verdauen!

25.09. 2017 Ashgabat – Grenzübertritt – IRAN – Badjgiran 90 Km


Viiiiiiel Bier u Wodka ist gestern Abend geflossen, Total Liquidation, absolutes Horror-Szenario wäre, wenn heute beim Grenzübertritt in den Iran Alk gefunden würde!!

Schon wieder am Wein „vernichten“!

Das könnte heissen, dass ALLE Fahrzeuge, sämtliches Equipment ausräumen müssen, eine Stundenlange Arbeit!!!
Deshalb ist die Abfahrt im Konvoi um 0700 Uhr für einige doch recht früh!
Der grosse Bus fährt leer voraus, zieht noch eine Extra-Schlaufe durch diese sehr moderne, kalte, fast menschenleere Stadt, mit wohl Tausenden neuen Büro u Wohnhäuser, alle mit weissem Marmor verkleidet, ABBER leerstehend!!
Anfahrt zum Grenzposten auf 1780 Meter

Noch einmal passieren wir die überdimensionalen, futuristischen Skulpturen, welche auf allen grossen Kreuzungen stehen, freuen uns über die freien, 4-6 Spurigen Autostrassen, auf welchen ab 2020 NUR NOCH WEISSE FAHRZEUGE verkehren dürfen…(kein Witz) und steigen hinauf Richtung Grenstation, welche auf ca 1750 m.ü.M liegt.
Ausserhalb der Stadt gibt es aber zuerst eine ausführliche, Einzelkontrolle.
Wir verlassen die (BEWÄSSERTE) „GRÜNE OASE“ und sofort umringt uns Gebirge u Steppenartige Wüste, sogar eine grössere Herde Gemsen, überraschen wir am Wegrand, welche auf Futtersuche sind!!
Auf vielen Hügeln stehen grüne „Kabäuschen“ für die Grenzsoldaten, das Verhältnis zum IRAN scheint doch nicht sooo gut zu sein, wie uns vom „SCHATTEN“ = (Staatlicher Guide) erzählt wurde, genau soo wenig stimmt auch seine Aussage, DASS ES IN TURKMENISTAN KEINE ARMEN MENSCHEN GIBT!!
Von dieser „Gattung“ haben wir bei der Durchquerung der Karakum-Wüste mehr als genug angetroffen, nicht alle Nomaden haben grosse Dromedar/Ziegenherden!!

WIR SIND ALLE SEHR FROH, SIND WIR UNTERWEGS RICHTUNG IRAN!!

Die Zollkontrollen sind aussergewöhnlich streng bei der Ausreise, aus diesem „GOLDIGEN KÄFIG“ und dauern deshalb länger!

Papierkrieg auch bei der Ausreise aus Turkmenistan

Die Iranischen Grenzbeamten empfangen uns überraschend freundlich u locker, nach dem mässigen Bürokram wird unser WOMO vor allem inwendig von 2 neugierigen Beamten ausführlich inspiziert, aber die befürchtete grosse SUCHE nach „Gebranntem“ findet nicht statt!!

Grenzstation IRAN

Nach gut drei Stunden, verlassen wir im Konvoi das Zollamt und fahren nur noch in das nächste kleine Dörfchen Badjgiran auf einen grossen Platz, umringt von kahlen Hügel.
Wir stellen die Uhren wieder um 1 1/2 Stunden zurück, das heisst, wir sind schon um 1130 Uhr fertig mit dem Grenzübertritt!!
Unsere „MÄDELS“ sind kaum wieder zu erkennen mit ihrem „schicken“ Kopfschmuck.

Schick sehen sie aus mit Kopfschmuck

Um 1400 Uhr lernen wir unsere Guides Sirus & Amin besser kennen, Sie haben uns bei den Zollformalitäten ernorm geholfen und schon einiges vorbereitet.

SCHWEIN gehabt….ähh das gibts ja nicht im IRAN

Wir werden schon wieder zu Millionären und erhalten 4.5 Mill. „Rial“ das sind ca 100 $. Wir sind auf die Lebenshaltungs Kosten gespannt, wissen aber schon, dass wir für 1 € 8 Liter Diesel bekommen, nicht schlecht!¨
Neben SIM-Karte vom IRAN mit 7 Giga Internet, erhalten wir Fahrzeug-Versicherung für 80 $ für drei Wochen…Deckung im Schadenfall ca 8 Milliarden Rial und eine gute Strassenkarte…
ENDLICH dürfen wir im Iran wieder frei herum-Düsen, wir freuen uns darauf!!
Heute Abend um 1630 Uhr möchten wir unseren ersten „Farsi“ – Sprachkurs geniessen, doch kurz vorher ziehen kräfige, schwarze Gewitterwolken auf und so fällt der Kurs nach knapp einer Stunde ins Wasser.
Es wird kühl und wir verziehen uns schleunigst in unsere warmen Stüblein!!
Endlich kann ich meine CH-Gulasch-Suppe doch noch auf den Tisch stellen!
UPS noch vergessen:
Der Ueberwachungs-Heli, welcher fleissig seine Runden über der Haupstadt ASHGABAT dreht, ist natürlich…..BLÜTENWEISS!!

24.09. 2017 Ashgabat in „ABSURDISTAN“ = TURKMENISTAN


Imposante Gebäude

Schaade, dass ich den TEAK – WON DO –WETTKAMPF nicht besuchen kann, ABER das Anschluss-Programm mit Mittagessen und Nationalmuseum ist nicht nach meinem Geschmack!
Jede Kreuzung hat sein Monument

So bleiben wir zu HAUSE , Walda macht auf Frau HOLLE und schüttelt unsere Decken und ich habe Bürostunde!!
Wir haben noch zu viele MANAT und so kauft Walda gleich vis à vis tüchtig Vorräte ein..

Mit Schaschlik und allen RESTBESTAENDEN an Alkohol geniessen wir den herrlichen Sommerabend, Wetter und Temperaturen könnten seit W O C H E N nicht angenehmer sein!!

SO EIN G L Ü C K !!

23.09. 2017 Ashgabat in „ABSURDISTAN“

Unser neuer Hyundai-Bus steht pünktlich vor unserem Hotel „Gupjak“ und dank geübten „Händen“ höckle ich schnell auf dem Boden, neben dem Chauffeur.
Das gigantische Mausoleum von TURKMENBASHI mit der anschliessenden Moschee ist fast unbeschreiblich!!!!

Mausoleum Turkmenbashi

Der französische Architekt hat sich vermutlich von den Schlössern von Verseille inspirieren lassen und neben den zahlreichen Gebäuden rund um das Mausoleum gigantische „Wasserspiele“
Erbauen lassen. Auf einem wohl 50 Hektaren grossen grünen Park, schiessen immer wieder zahlreiche Fontänen in den stahlblauen Himmel!!
Mausoleum Turkmenbashi

Auf einem Spaziergang vergisst man gerne, dass wir uns hier „IN DER WÜSTE BEFINDEN“!

Wir wollen das Hauptgebäude umrunden, weil ich keine Lust habe, mich die über 40 Stufen hoch ziehen zu lassen. Dabei können wir die aufwendigen Renovations Arbeiten beobachten!

Diverse PRUNKSTÜCKE

Vom 8 Eckigen Sockel auf dem Mausoleum etc. stehen, rauschen auf 8 Seiten ca 60 m breite Wasserfälle herunter, am Abend natürlich beleuchtet!
Auf jeder Seite sehen wir jetzt 6 grosse Wasserpumpen, welche diese enormen Wassermengen nach oben befördern und gerade ersetzt werden!
In nur 2 Jahren wurde hier ein monströses Denkmal für „TURKMENBASHI“ (auf SAND erbaut) die Unterhalts Arbeiten sind riesig, z.B. zählen wir nur für die Wasserbecken-Reinigungen rundum ca 30 Personen, gesamthaft müssen es hunderte von Angestellten sein.

Jeder unserer Schritte sind von der Regierung abgesegnet und werden streng kontrolliert, allein in die Stadt zu Fahren z.B. ist nicht möglich, da zur Zeit auch noch die Asian Martial Arts Games stattfinden, herrscht höchste Sicherheits Alarm-Stufe , viele Zufahrtsstrassen zum OLYMPISCHEN DORF sind strikte abgeriegelt und es wimmelt von Polizisten!

Wir fahren zum Denkmal „Turkmenbashi“ auf breiten, 6-8 Spurigen, wunderschönen Strassen, mit gepflegten Grünstreifen, KEIN ZIGARETTENSTUMMEL liegt herum…(OK, rauchen ist in Turkmenistan offiziell verboten und weist deshalb mit ca 8 % RAUCHERN die weltweit tiefste Rate auf)
Nicht weit davon entfernt besichtigen wir den „FREIHEITSPLATZ“ fast ein Gelände, so gross wie unsere Gemeinde Hausen!
Alles wird streng bewacht… VON FFEIHEIT IST WENIG AUS ZU MACHEN!!

Im leeren Restaurant essen wir ein feines, leichtes Mittagessen.

Wir möchten im Olympischen –Dorf einen Tennis-Match anschauen, selbst unser Chauffeur verzweifelt fast, bis wir nach 8 maligem Umrunden der topmodernen Anlage, ENDLICH am streng bewachten Eingang stehen!!

Tennismatch ohne grosse Begeisterung

HIER sehen und treffen wir zum ersten Mal viele Menschen, Sportler und Zuschauer. Bis zur Tennishalle brauchen wir gut 45 Min. nicht nur, weil wir STAUEN, STAUNEN, STAUNEN, sondern weil es echt weit ist!
Olympisches Dorf

Auf unserem Ticket steht: Eintritspreis 7 Manat = 2 Franken, obwohl wir nur 10 Personen sind, musste im Voraus für die ganze Gruppe gelöst werden.
Der Viertelfinal zwischen einem Inder und Turkmenen verlief ohne grosse Spannung. In der topmodernen Sportarena ist eine ganze Tribühnenbreite, wir schätzen gut 600 Personen, mit Turkmenischen FANS im blauen Nationaltrainer besetzt….so genannte Pflicht-Zuschauer…. Das Staatsfernsehen ist anwesend, das braucht volle Hallen!!

Es dauert bis der Inder als Gewinner vom Platz tanzt. Wir müssen schleunigst zurück zum Bus, für heute Abend ist noch ein „Seabridge-Essen“ angesagt!
Wir gehen den gleichen Weg zurück, NUR ist es bereits am Eindunkeln u wir gehen durch ein „LICHTERMEER“…WAHNSINN!!

Wasserspiele und Lichter, überall !

Nun müssen wir zurück zum Hotel, um die anderen hungrigen Mäuler ab zu holen… der Chauffeur fährt gemütlich nach Vorschrift und erwähnt die vielen RADARKONTROLLEN:
Unser Guide Holger gibt im 100 Manat für ev. Bussen und ab sofort sitzt ein SCHUMI am Steuer!!
Am 25.9.17 fahren wir in den IRAN…“OHNE EINEN TROPFEN ALKOHOL AN BORD“ deshalb schleppen jetzt viele „ALKOHOLIKGER“ ihre letzten Tropfen mit ins Restaurant…(macht das bitte mal bei uns)
und zum guten Essen wird ausserordentlich viel SPRIT VERNICHTET!

Die HEIMFAHRT wird zur „MÄRCHENFAHRT“¨
Die Hunderten von pompösen Gebäuden, Universitäten, Heirats-Tempel, Steuer, Denkmäler (an jeder Kreuzung) etc, etc. erstrahlen in hellem, buntem Licht!!!!
Von einer kleinen Anhöhe überblicken wir diese gigantische LICHTERMEER….SCHAADE nur, dass wir fast die Einzigen sind, welche das sehen können/möchten!!
Die Stadt Ashgabat zählt OFFIZIELL ca 1 Mil. Einwohner, unser Staatlicher Guide, räumt ein, dass es vermutlich NUR ca 250 – 300 Tausend sind, wenn überhaupt…..
WIR BEFINDEN UNS IN EINER AUSGESTORBENEN TOTEN STADT, GIGANTISMUS wohin das Auge schaut, eine WEISSE STADT, MARMOR AN ALLEN GEBÄUDEN AUS ITALIEN U SPANIEN…
Hunderte von grossen Wohnblocks,, Tausende von leeren Wohnungen, das ist jetzt in der Nacht sehr gut zu sehen!
Uebrigens dürfen jetzt während den Sportveranstaltungen NUR Fahrzeuge mit Ashgaba-Kennzeichen in die Stadt..es ist 2230 Uhr und wir fahren fast allein auf der 8-Spurigen RENNPISTE!!

Heerscharen von Arbeiterinnen und Tankfahrzeugen reinigen mit Schrupper die weissen Streifen und Leitlinien entlang der Strassen…

„ABSURDISTAN“ !! HIER LEBEN DIE MENSCHEN TATSÄCHLICH IM GOLDIGEN KÄFIG!

Dieses System kann wohl nur noch von NORDKOREA getoppt werden, was die „Freiheit“ der Einwohner betrifft!!

ES LIEGT NICHT NUR AM HOHEN ALKOHOL-KONSUM, dass wir nach dieser Stadtrundfahrt, in Gedanken versunken in unserem WOMO verschwinden!!

22.09. 2017 Darwasa – Ashgabat 265 Km

Wo gehts hier LANG nach Ashgabat

Unsere 4 Begleiter…“Aufpasser od. SCHATTEN“ genannt.. bekräftigen, dass die Strasse nicht schlimmer wird als gestern, NEIN im Gegenteil, wir nähern uns ja der Haupstadt Ashgabat und da wird alles neu u schöner!!
Tatsächlich schweben wir mit unglaublichen 40-60 Kmh über den breiten Asphalt, ungeniert benützen wir die ganze Strassenbreite… gut 35-40 m breit, um den vielen tiefen Löcher aus zu weichen…
Tief heisst, man könnte einen LKW – Reifen darin verstecken!!

Unterwegs wollen wir noch unser WOMO waschen, wurde uns von den „Wärtern“ freundlich empfohlen, wir möchten DOCH gerne mit SAUBEREN WOMOS die „weisse Stadt“ berollen!!
Alle Waschanlagen, welche uns empfohlen wurden sind ausser Betrieb, wir wagen uns in ein sehr armseliges Dorf… da gibt es nix zum Waschen..wäre ja auch ein Horror für die Bevölkerung, die hätten gerne WASSER zum LEBEN!!
Auf dem Rückweg trickst mich mein „GASRING“ (Fahrzeug-Umbau) aus und schaltet in einer Sandwehe unerwartet und SCHWUPPS bleiben wir stecken!!
Mit unseren und Peters Sandblechen sind wir aber schnell wieder auf festem Grund und bei den nächsten Sandverwehungen, lasse ich nichts mehr anbrennen….“GRING ACHE UND VOLLGAS“
15 Km vor der Stadt, Müssen wir uns besammeln und fahren dann im Konvoi zu unserem Stellplatz, beim Hotel Guiptschak finden wir ein tolles Plätzchen…direkt unter der „Abflugschneise“ des Int. Flugplatzes..ABER trotz der „Asien-Games“ geht es hier noch recht gemütlich zu u her!

Zum Greifen nah

Schon wieder am Wein „vernichten“!

Wir sind mit dem Essen fertig, da gesellt sich eine sehr „füllige Mama“ zu uns und versenkt die ersten 2 Glas Rotwein in Rekordzeit!
Wir bieten auch noch etwas vom Gulasch an, das gerne angenommen wird.. allerdings gibt sie uns zu verstehen, dass es doch sehr scharf ist. Gerne zeigen wir noch unsere Fotoalben, Bilder sagen manchmal mehr als Worte!

Durstiger BesuchA

Ihre Tochter kommt auch noch dazu und amüsiert sich über den Durst ihrer Mutter, mit HILFE unseres Flyers, versuchen wir den Beiden unsere tolle Seidenstrasse-Route zu erklären.
Die Sehkraft der MAMA ist so schlecht, dass Peter seine Brille anbietet…ohne grossen Erfolg!

21.09 2017 Köneurgench – Darwasa – Feuerkrater 265 Km


Die Durchquerung der KARAKUM-Wüste erfordert weiterhin höchste Aufmerksamkeit des Fahrers und erlaubt kaum Blicke neben den Asphalt, sonst knallt es unweigerlich und grausam!!
Es ist mehrheitlich Steppenwüste, teilweise mit Dünen und spärlich bewachsen mit Tamarisken u Gräser!
Weit ab der Strasse, leben hier immer noch Nomaden, deren Ziegen u Dromedarherden weiden oft in Sichtweite, vor allem die coolen Dromedare erfreuen uns und wir stoppen immer wieder um mit ihnen zu Schwatzen…ABER die wollen uns einfach nicht verstehen und laufen davon!!

Wüstenschiffe

Scheusslich, was hier alles für ABFALL herum liegt und fliegt.. Millionen von Petflaschen und alle 100 Meter ein kaputter Reifen, das macht uns betroffen und auch wütend!!
Nach 9 1/2 Std. Fahrzeit und ordentlich zermürbt, mit glühenden „STOSSDÄMPFER“ kommen wir als Letzte auf den Stellplatz!
Sogleich geht es weiter mit Allrad UAS- Busse hinauf zum berühmten „Tor zur Hölle“ dem Feuerkrater, welcher seit 1971 ununterbrochen lichterloh brennt.
Sowetische Geologen haben bei einer Bohrung nach Gas Berechnungsfehler gemacht, so dass die ganze Bohrstation abgesackt ist und seiher gigantische Mengen Gas austritt.
Nachdem div. tote Tiere um den grossen Krater, 70 Meter breit und 30 Meter tief, gefunden wurden, wusste man um die giftigen Gase und wollte den Krater ausbrennen!!
Seitdem lodern die Flammen an den Innenwänden und täglich wird Gas im Wert von 160 000 $ verbrannt!!
Tor zur Hölle / FEUERKRATER

Angenehm warm hier

Div. Versuche, das Feuer zu löschen verliefen im SAND!!
Hammel-Eintopf

Vor dem Krater wurde uns ein feines Nachtessen serviert, Suppe mit Hammelfleisch und Saschlik…hhmm NUR wir müssen unsere Gebisse noch etwas AUFRÜSTEN, damit wir besser zubeissen können, das Fleisch fühlte sich etwa so an, wie ein VELOREIFEN, unzerstörbar!!

In der Dunkelheit staunen wir über dieses gigantische Ereignis, je nach Wind schiessen gewaltige Hitzewellen über den Kraterrand…NEIN, ES GIBT KEINE ABSCHRANKUNGEN RUND UM DAS „TOR ZUR HÖLLE“ !!
Man stelle sich so etwas in der Schweiz vor!!!

Mit den halbblinden UAS – Bussen düsen wir ins Tal hinunter und bestaunen noch andächtig den gigantischen STERNENHIMMEL, kein Lichtstrahl stört, NUR in der Ferne ist ein roter Schimmer des Feuerkrater zu sehen…..
WIR KOMMEN UNS EINMAL MEHR..WINZIG KLEIN VOR!!

20.09. 2017 Dashoguz – Köneurgench 90 Km

Um 0900 Uhr starten einige Motivierte zur Stadtrundfahrt!
Unterdessen mache ich meine „Hausaufgaben“ und erfahre später, dass es in Dashoguz viele IMPOSANTE Gebäude zu bestaunen gibt:
Standesamt / Hochzeits-Gebäude / Steueramt / Fussballstadion / Pferderennbahn!

Pompöse, prunkvolle Gebäude

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Hochzeiten werden überschwenglich mit bis 500 Personen gefeiert, dazu werden extra – Gebäude erbaut, meist am Stadtrand.
Einmal wöchentlich finden Pferderennen statt, natürlich kann Man/Frau
auch Wetten und die neuste Kleider/Schuhmode darf ebenfalls gezeigt werden!
Nach dem Mittag starten wir im Konvoi Richtung Köneurgench….die Löcher im Strassenbelag…ähh ich wollte sagen…das bisschen Teerbelag um die tiefen Löcher wird immer weniger, Wir fahren in höchster Konzentration, gut fünf Stunden für die 90 Km, Durchschnitts-Geschwindigkeit 14 Km..

Stadtrundgang am Abend

Wir fahren um 1700 Uhr noch extra in die „ALTSTADT von Köneurgench“
Ha ha, die Altstadt besteht aus genau einem Mausoleum, dem höchsten Minaret Mittelasien und einigen Grabstätten.
Höchstes Minarett Mittelasien 74 Meter

Kein Witz, aber für die Besichtigung bezahlt unser Guide für DIE GANZE GRUPPE, obwohl nur rund die Hälfte anwesend ist, auch noch ein happiges Eintrittsgeld, für die Renovation, davon ist aber weit u breit nichts zu sehen!!
Zurück auf dem Uebernachtungs-Platz, müssen wir noch tüchtig Wein u Cognac „vernichten“, denn schon bald stehen wir an der Iranischen Grenze und da müssen „ALLE Alk-Speicher“ geleert sein. sonst kann das ganz üble Folgen für die ganze Gruppe haben!!
Am Schluss stehen 4 leere Flaschen auf der Mauer…wir schlafen bestimmt wunderbar!!!