29.05.2017 Ishewsk – Kungur ca 400 Km


Wenn das soo weiter geht, werde ich doch tatsächlich noch zum „FRÜHAUFSTEHER“ !
Wir starten schon um 0630 Uhr, erstens kommen wir so meist gut aus der Stadt und 400 Km müssen, auf den oft oft schlechten Strassen, mit unzähligen „uuuulangen“ Baustellen, erst mal gefahren werden.

Schon um 0800 Uhr passieren wir WOTKINSK, wo der berühmte Komponist Pjotr Tschaikowsky, am 7. Mai 1840 geboren wurde. Das Herrenhaus, wunderschön am See gelegen, wo er geboren wurde, steht heute als Museum zur Verfügung.
Die historische Hausgestaltung wurde im 20. Jahrhundert wieder hergestellt, lebhafte Konzerte und Vorlesungen und Volksfeste finden hier nun regelmässig statt.

Geburtsort von Tschaikowsky

In dem Werk, in dem Vater Tschaikowsky als Direktor verantwortlich war für die Produktion von Anker und Flussdampfer, werden heute strategische Reketen, “ TOPOL M“ hergestellt!
Wir durchqueren die Region „UDMURTIEN“ und fahren stets ostwärts Richtung Baikalsee!
Kaum zu glauben, wie schnell wir vorwärts kommen:
Wir freuen uns an jedem neuen Tag.

Schon haben wir die Regionen TATARSTAN – TSCHUSCHASCHIEN- UDMURTIEN durchfahren, die Gegensätze von Landschaften und Dörfer/Städte und deren Bevölkerung, könnte wohl kaum grösser sein.
Immer wieder fahren wir von der Hauptverbindungs-Strasse ab und passieren sofort auf Sand/Lehmpisten ärmliche Dörfer, oft unfassbar in welchem Zustand die Häuser sind.
Alt, aber noch gut bewohnbares Holzhaus.

Uralte Holz-Blockbauten mit kleinen Fenster, meist mit verzierten Rahmen, säumen die üblen Strassen, auf schlechtem Fundament gebaut, stehen viele schräg u verzogen da.
Dass der Winter noch nicht all zu lang vorbei ist, erkennt man an den vielen kleinen Gärten und Felder wo erst jetzt so langsam vorbereitet und angeplanzt wird. Hier herrschen Temperaturen bis – 45 Grad im Winter, der Sommer dauert knapp von Mai- September, dann fällt meist der erste Schnee!
Rund um viele Gebäude wimmelt es von alten, ausrangierten Maschinen, Autos und anderen Geräten, welche nicht entsorgt werden können.
Sehr oft habe ich aber auch den Eindruck, dass mit wenig Geld, aber fleissigen Händen doch sehr viel verbessert werden könnte.
Der „Sozialismus“ ist wohl in noch so manchen Köpfen verankert, schaade! Wir lassen trotzdem einige Packete „Nägel“ dort und hoffen, dass sie gut gebraucht werden können.
Reges Markttreiben, es macht Freude, hier ein zu kaufen!

In manchen Dörfer sind extrem viele Häuser verlassen, zerfallen, eingestürzt oder abgebrannt. Die jungen Leute wandern ab in die Städte, WER kann es ihnen verübeln!!
Unsere Route führt uns entlang des Südlichen – Ural, Gebirge haben wir erwartet, doch es sind „bloss“ Hügelzüge wie im Schwarzwald, welche, welche wir überqueren.
Sobald wir in die Nähe von grösseren Städten kommen, ändert sich das „Bild“ explosionsartig und riesige Geschäfte und Einkaufs-Meilen wuchern aus dem Boden.
Das Angebot ist sooo riesig, dass wir immer wieder überascht sind.
Von EU_Embargo weit u breit keine Spur.
Trotz immer wieder riskanten UEBERHOLMANOEVER, der unzähligen Brummis, kommen wir unbeschadet in Kungur bei den EISHÖLEN an.
Vereinzelt entdecken wir Erdölförderstationen

Ein ruhiger Stellplatz, ohne Komfort bietet uns ein Nachtlager!
Mit meinem Vorspann-Rad, stöckle ich noch rund um unser Quartier, ein extem agressiver „Köter“ zeigt mir voller Inbrunst seine Zähne und ich hoffe, dass seine Kette noch hält!!