PANAMERICANA …………………. Rio – Iguazu – Buones Aires – Ushuaia – Chile – Peru – Mexiko – USA – Kanada Alaska… 29. Okt. 2019 – 30. Aug. 2020

Liebe Familie, Bekannte, Freunde u Feinde..(äh solche haben wir zum Glück wenige)…

Zusammen sind wir ganz schön stark und meistern auch schwierige Situationen!

Wir dürfen einen alten „Lebenstraum“ in Angriff nehmen und starten mit unserem WOMO ein weiteres Abenteuer….Dauer ca 1 Jahr, sofern unser „Rollendes Hotel“ oder Haus auf Rädern wie die Chinesen sagen, fit bleibt und auch wir gesund und NEUGIERIG bleiben!!

Panamerica 2020 mit Janette Emerich

Ein zusammenfassender sehr eindrücklicker Film von der Reiseleitern Janette

Unsere Reise – Route

So sieht unsere Route aus, bis in die USA reisen wir mit Seabridge mit 20 Womos und knapp 40 unternehmungslustigen „Grauen Panter“, welche rund 35 000 Km auf Asphalt und Schotterpisten abspulen möchten!

Reisevorbereitungen

Obwohl wir die Reise bis in die USA in der Gruppe geniessen wollen, umfasst unsere „To do“ – Liste stattliche 2 Seiten.

Hart im „NEHMEN“ !

Unser 10 – jähriges WOMO wird schon am 5. Jan. 19 in die Werkstatt gefahren, in der Hoffnung, dass bis zum Frühling wirklich sämtliche Neuerungen u Anpassungen erledigt werden können.

NUN…wir schafften es knapp, trotz vielen Pannen, Aerger, Frust und grossen Auslagen, unser WOMO bis zur Verschiffung am 23.9.19 Reisetauglich zu kriegen.

Die Reise nach PEISSENBERG im Allgäu habe ich unternommen, um unser WOMO fix zu machen für Fahrten in grosse Höhen, auch anstehende 5000-er – Pässe sollten wir jetzt bezwingen können. Unser Sprinter hat jetzt 35 Rennpferde mehr unter der Haube und läuft wie die „Sa…“
Das Schlimme daran ist, ich musste diese Tour 4 Mal abfahren (3000 Km) und die Motorstörungslampe brennt immer noch!!!


Um unsere Reise in den USA ohne Zeitdruck rundum geniessen zu können, entschieden wir uns für ein 180 Tage Visum, das zu beantragen war echt sportlich und wir mussten auch bezeugen, dass wir nicht die Absicht haben in den USA zu Prostitutionieren oder Terroristische Anschläge zu verüben.. In der US-Botschaft in Bern, waren wir allerdings auch sehr sportlich unterwegs und waren mit (Rollibonus) in 20 Minuten wieder vom ACKER.. die meisten brauchen für diese Aktion gut 2 Stunden!
Hart erkämpftes US-Visa
In unserer Garage bleibt kein Plätzchen mehr übrig!

Jede Nische wird ausgenützt!

Womo Verschiffung am 23. September. 2019 in ZEEBRÜGGE / Belgien

Sieht mächtig aus…unser Dampfer!!
Am 16. 10. 19 hat die Wisdom Ace in Zarate / Buenos Aires angelegt.
Nun steht unser WOMO bis am 05.11.19 im Hafen….wenn das nur gut geht….!!

Unser Abreisedatum kommt unaufhaltsam näher..unsere Nerven sind auch nicht mehr die besten, wir müssen unseren Trip einmal mehr hart verdienen… Reifenpannen etc. halten uns auf Trab!!

Es gibt Rolli-Felgen, auf die keine Reifen passen wollen..Kraftakt 2 Tage vor Abreise.. Ein def. Neureifen hat mich 2 Std. Arbeit gekostet!

29.Oktober 2019

Tagwache um 0200 Uhr.. letzte Verabschiedung von unserem „Holzhüsli“… Wehmut vermischt sich mit Freude und Neugierde…auf das kommende Jahr!

Unseren herrlichen Garten werden wir sicher ab u zu vermissen!

Bei Nieselregen fahren wir nach Aarau und holen unsere Freunde Monika u Paul ab.. wir waren gestern schon mal da, um das Gepäck zu holen und erfuhren erst im letzten Moment, dass bei IBERIA nicht am Vortag eingecheckt werden kann. Ich bange um einen geeigneten Sitzplatz, um die lange Reise unbeschadet zu überstehen.

Obwohl wir vor Schalteröffnung anstehen, sind dann aber scheinbar ALLE Rolliplätze belegt…. genau..am VORTAG konnten wir nicht einchecken..trotz div. Tel u MAIL… (Mir kommt das echt SPANISCH vot.

29. Oktober 2019 0730 Uhr

Fast pünktlich heben wir ab und Madrid kommt schon nach gut 2 Std in Sicht…

Unverzüglich werden wir von spez. Guides durch den riesigen Flugplatz geschleust, es wimmelt buchstäblich von gehbehinderten Reisenden und unglaublich vielen „HELFER“!

Ich lande etwas konsterniert auf meinem Platz 33C, mein „ABSTELLPLATZ“ für die nächsten 10 Flugstunden., die elend laaaang werden.

Unsere Gepäckstücke… total 2 Koffer, 1 Wilsontasche, 2 Rucksäcke u 1 Trolley, Gewicht ca 85 Kg, konnten wir in Rio in Empfang nehmen. unsere Freunde vermissen aber div. Koffer…

30. Oktober 2019 Rio mit Guide Walmir de Lima

Walmir de Lima war ein spezieller Guide, aber mega kompetent und hilfsbereit..
Suche Walter…im Aug. fand ein Lauf durch Rio statt, einige solcher Bilder machen darauf aufmerksam..

31.10.19 Rio.. Morro da Urca

Wir fahren heute auf den „Hausberg“ von Rio mit der Seilbahn in 2 Etagen und haben eine tolle Rundsicht auf Rio und Umgebung.. Auch auf 450 M.üM schwitzen wir bei 37 Grad ganz doll.

Was wäre Rio OHNE Carneval…wir dürfen in die „heiligen Hallen“ schauen, wo schon jetzt die Vorbereitungen für den nächsten Carneval laufen, in riesigen Hallen wird geschweißt und geschliffen auf Hochtouren. Fotografieren streng verboten, das Moto wird erst einen Tag vor der grossen Show gelüftet. Nur die besten 10 Gruppen feiern in der höchsten Liga mit entsprechender TV-Präsent und die besten 5 Gruppen werden auf einer Strecke von ca 800 Meter, umsäumt von hohen Tribühnen, auserkoren.

Wir besuchen noch eine ganz spezielle Kathedrale, von außen wie eine Pyramide, innen überraschend schön..

In einem feudalen Restaurant verpflegen wir uns an einem „Super-Buffet“ , wenn das so weitergeht, haben wir ganz schnell ein paar Kilo mehr auf den Rippen!

1. November 2019 Flug nach Iguazu

Wir fahren nach dem Mittag in den nahe liegenden Privat Tierpark.

4. November 2019 Iguazu – Buenos Aires

Unser Flug nach Buenos Aires verspätet sich wegen schweren Gewitter um gut 4 Std und so hängen wir mit Hunderten von anderen Passagieren im Warteraum herum!

5. November 2019 Stadtbesichtigung von Buenos Aires

7. November 2019 Fahrzeug Übernahme im Hafen von Zarate.

Wir fahren schon um 0700 Uhr los Richtung Hafen von Zarate um unsere WOMO aus zu lösen. Wir reisen mit Sack u Pack und werden von dort direkt weiter fahren nach ARECO !

Wir brauchen gewaltig Geduld, 7 Fahrzeuge (auch unseres) wird gescannt und zu guter Letzt wird noch ein Drogenhund angefordert, sie finden aber meine div. Antibiotika im Kühlschrank auch nicht!

10. November 2019 Areco – Azul 350 Km

11. November 2019 Azul – Monte Hermosa 340 Km

Auf guten Strassen, mit vielen alten Mercedes LKW, welche vor allem Getreide, Rinder und Treibstoffe transportieren, kommen wir trotz teils heftigen Windböen gut voran. Die starken Sturmböen in Patagonien, welche immer wieder PKW und sogar LKW zum Umkippen bringen, machen uns schon jetzt etwas Bauchweh, wegen unserer grossen Eingangstüre!!

„Döschwo“ überholt ganz cool einen der gaaaanz schnellen Volkswagen!

DAS Autofahren, bis jetzt, in Argentinien empfinde ich als sehr angenehm, wenige Stressfahrer, recht gute Beschilderung, mit Karte und Navi haben wir bis anhin alles problemlos gefunden. Etwas seltsam und gewöhnungsbedürftig sind die zum Teil grossen, OVALEN Kreisel, aber auch an diese werden wir uns noch gewöhnen.

Von der Polizei wurden wir bis Data zweimal angehalten, DAS macht noch Spass, sie sprechen auf Spanisch, wir auf Deutsch, Keiner versteht den Andern, wir rücken Ausweis um Ausweis heraus und irgendwann lässt er uns dann laufen! Wir bedanken uns für die Kontrolle mit Kugelschreiber u Feuerzeug..wau.. das zaubert ein Strahlen auf die Gesichter und mit einem festen Händedruck werden wir verabschiedet.

12. November 2019 Monto Hermoso – El Condore 430 Km

Nach dem kräftigen Regen in der Nacht guckt die Sonne schüchtern aus den Wolken und wir starten um 0800 Uhr durch die aufgeweichte Sandpiste Richtung Städtchen. Wir fahren durch ärmliche Quartiere und es fällt uns schwer zu glauben, dass hier schon scharenweise „Touris“ einfallen und den Strand in Beschlag nehmen.

14. November 2019 El Condor – Puerto Piràmides 530 Km

Die 4×4 Fahrzeuge unserer Gruppe können die Route am Meer entlang wählen, müssen aber auf halber Strecke umkehren und haben nun gut 700 Km zu fahren, unsere 2 Unterwalliser graben sich dabei tüchtig ein, sie haben nicht bemerkt, dass sie nur Vorderradantrieb haben…

15. November 2019 Puerto Piramides – Rundfahrt auf der Halbinsel Valdez 200 Km Schotterpiste

Mit Paul u Monika fahren wir heute eine Tour auf Schotterpisten zu Pinguinen und Seelöwen / Elefanten, bei Punta Hercules können wir die putzigen Pinguine mit schwarzem Frack aus der Nähe beobachten.

Vor knapp drei Wochen sind wir aus der kalten Schweiz „geflohen“ und können es manchmal kaum glauben:
Wir dürfen hier in Argentinien den „Frühling“ genießen.

Die Piste entspricht einer Teststrecke für Fahrzeuge.. Wellblech vom Gröbsten, es fühlt sich an, als ob in den nächsten Minuten unser WOMO auseinander bricht! Bei einer Geschwindigkeit von 25-40 Kmh ist es schlimm…ab 50-60 Kmh ist kein Gespräch mehr möglich, aus lauter Verzweiflung fahre ich oft 70-80 Kmh, das funktioniert oft ganz gut, wir FLIEGEN über das Wellblech. Wenn das auch nicht mehr reicht, muessen wir schon mal auf 100 Kmh erhöhen oder am Strassenrand fahren.

16. November 2019 Puerto Piramides Trelew – Gaiman 180 Km

Wir verlassen die schöne Halbinsel Valdés und fahren gemütlich nach Trelew um uns dort auf dem grossen Parkplatz eines Einkaufscentrum zu treffen. Wir besuchen das naheliegende paläontologische Museum, es soll eines der Besten weltweit sein. Obwohl der Platz bewacht ist, gilt er nicht als SICHER und so bleibt Jeanette zur Bewachung zurück!

16. November 2019 Gaiman – Caleta Olivia 485 Km

Die lange Tour auf unterschiedlich guten Strassen, verlangt uns u unserem WOMO doch einiges ab. Wenn Bodenwellen und Sturmböen aufeinander treffen, dann brauchen wir oft die ganze Strassenbreite für uns. Zum Glück ist der Verkehr recht moderat und so kommen wir total durchgeschüttelt von Löchern und Sturm heil in Caleta Olivia an.

19. November 2019 Caleta Olivia – Puerto Deseado 210 Km

Wir verlassen den wunderschönen Stellplatz am Meer und fahren mit Rückenwind ganz entspannt Puerto Deseado entgegen. Monotoner und karger könnte es nicht mehr sein, nur ein paar Schafe, ein kleiner Fuchs und 1 Strauss können wir auf unserer heutigen Tour erspähen.

20. November 2019 Puerto Deseado – Puerte San Julian 390 Km

Nach einer Sturmgepeitschten laaaangen Nacht mit viel Sintflutartigen Regenschauer, lacht ein blauer Himmel über uns, aber das bei 9 Grad, die Temperaturen sinken stetig. Soo heftig hat es bis jetzt tatsächlich noch nie gestürmt, ich hatte Bedenken, dass unsere Dachluken wegfliegen, sie haben vibriert und geklappert wie verrückt.

21. November 2019 Puerto San Julian – Magellanstrasse / Grenzübertritt nach CHILE 480 Km

Eine lange Fahretappe mit Grenzübertritt steht an und deshalb fahren wir schon um 0645 durch das total verschlafene San Julian Richtung Rio Gallegos. Fast pausenlos fahren wir an kleineren und grossen Herden von Guanakos vorbei, auch die scheuen Nandus sind oft zu sehen, allerdings ohne Jungtiere.

Guanakos in Hülle und Fülle..
Die Lagune von AZUL, nach einem Vulkanausbruch entstand dieser grosse Kratersee.

22. Nov. Magellanstrasse – Tolhuin 360 Km

Nach nur einer kurzen Nacht heisst es früh raus aus den „CHILENISCHEN FEDERN“ denn wir fahren bloss knapp 2 Std. bis zum erneuten Grenzübertritt, zurück nach Argentinien! Wir staunen nicht schlecht, fast schlagartig fahren wir nun regelmässig an schön gepflegten Farmen vorbei, es ist nicht zu übersehen, dass die Bewohner hauptsächlich von der Schafzucht leben, die Weiden sind auch hier in Chile karg, aber gepflegt mit vielen Wasserstellen. Auffallend sind sofort die modernen Rastplätze für die Fernfahrer.. Der Grenzübertritt schaffen wir nun schon problemlos selber..und erst noch in knapp einer halben Stunde!! Und weiter geht es wieder in Argentinien.

23. Nov. 2019 Tolhuin – Ushuaia 150 Km

Nur ungern verlassen wir Alfred und seinen speziellen Camping – Platz..er ist begeistert von meinen Trac und hat sofort Ideen, was er aus meinem Gefährt bauen könnte! Wir fahren weiter den Ausläufer der Anden entgegen, welche zum Teil noch mit Schnee bedeckt sind, Heimatgefühle kommen auf, eine Umstellung nach den letzten sonnigen, warmen Tagen.

Wir übernachten im Nationalpark, unbeschreiblich schön, es bläst sogar das Wasser aus dem Fluss bis zu unserem WOMO!!
Täglich ankern in Ushuaia Kreuzfahrtschiffe, Tausende Touris überschwemmen dann für kurze Zeit die kleine Stadt, ein Alptraum!
Wir erleben auf einem einsamen Stellplatz einen phantastischen Sonnenuntergang!
Hans u Lucero feiern „fast zusammen“ Geburtstag und tischen zünftig auf, herzlichen Dank für die Gastfreundschaft!

26. November 2019 Ushuaia – zurück zur Grenze Chile 310 Km

Es schüttet aus Kübeln, 2 PKW haben uns eingeklemmt, so dass wir uns rausmanövrieren müssen. Leider müssen wir den gleichen Weg zurück fahren, welchen wir gekommen sind…logisch, es gibt keinen ANDEREN.. Rute Nationale NR 3.. diese Strasse sind wir von Buenos Aires bis Ushuaia gefahren… gut 4000 Km. Nach ca 80 Km verlassen wir die Hauptstrasse und nehmen 15 Km PISTE unter die Räder. Obwohl es unterdessen leicht sonnig ist, ist die Piste matschig & glitschig. Bei der „scheinbar grössten“ Schafscheeranlage der WELT, regt sich in den riesigen Hallen aber KEIN BEIN!

Obwohl gerade vor uns 2 Reisebusse eingetroffen sind, haben wir in gut 30 Minuten alle Formalitäten erledigt.. 2 Zöllnerinnen wollen Kariere machen und filzen ALLE Fahrzeuge sehr genau. Div. verpackte Würste etc aus unserem Kühlschrank wandern mit der Dame ins Zollgebäude, Ihrem Aussehen entsprechend futtert sie einen Teil davon selbst, sie ist „KUGELRUND“ !

Starenähnlicher Patagonischer Bodenbrüter.

27. November 2019 Grenze Chile – Punta Arenas 360 Km

Unsere Gruppe ist um11oo Uhr für eine Pinguin Besichtigung angemeldet.. (frühstmöglicher Termin) und so gehen wir die 50 Km gemütlich an.. die letzten 15 Km Schotterpiste mit ruppigem Wellblech plagen unser WOMO wieder tüchtig. Nach kurzen interessanten Infos (sind bei den $ 12.– inbegriffen) gehen wir auf den Pingu-Trail! Es stürmt gewaltig und es herrschen gefühlte -5 Grad…

Bahia Inutil..heisst unnütze Bucht, getauft von Magallan, welcher sich hierher verfahren hatte¨¨
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28. November 2019 Punta Arenas – Puerto Natale 250 Km

Von unserem Waldstellplatz fahren wir in die Stadt Punta Arenas, welche uns mit seinen ca 130 000 EW und den vollen Strassen ungewohnt vorkommt. Mit Paula, einer Deutsch sprachigen Guide ziehen wir drei Stunden durch die Stadt und erfahren viel über die einst sehr wichtige Handelsstadt. Dann verpflegen wir uns noch schnell im „Cafe Bäretswyl“, bevor wir uns auf den Weg Richtung Puerto Natales machen. Wir durchfahren auf sehr guten Strassen hügelige, einsame Gebiete, aber doch mit einigen sehr grossen Estancias, mit grossen Stallungen, Haupt und div. Nebengebäuden!

Ueber unser „Waldhotel“ brummten die ganze Nacht Helikopter..
Meine liebe „PUCE“

29. November 2019 Puerto Natale – Torres del Paine NP 120 KM

Auf den normal „üblen“ Gravelpisten brauchen wir doch einige Zeit, um auf den schönen Stellplatz im Chilenischen Nationalplatz zu gelangen. Das Wahrzeichen, der Torres del Paine besteht aus drei Nadelförmigen Granitbergen, welche zwischen 2600 bos 2850 m hoch sind. Grosse Teile des Nationalparks sind vergletschert, der grösste und schönste davon ist der Grey – Gletscher, den wir bei schönstem Wetter betrachten können.

Traumhafte Kulisse bei herrlichem Wetter.

01. Dezember 2019 Torre del Paine – Lagune Amarga – Estancia Librun 280 Km

Erster Adventstag und keine Weihnachtsstimmung…wir fahren in den Frühling mit 16 Std. Tageslicht und angenehmen Temperaturen, WENN der verflixte Wind nicht wäre, DER kann uns die Freude oft massiv verderben, Patagonien bereisen dürfen ist wunderschön, ABER immer hier Leben, doch lieber nicht!!

Wir dürfen hier Gäste sein, auf der 50 Hektar grossen Estancia.

Wie schon gestern ist es heute windstill, schöne Strasse, nur ab und zu ein Riesenloch, wir „fliegen“ förmlich unserem nächsten Ziel entgegen, ein Highlight unserer Traumreise…“PERITO – MORENO, einer der wenigen Gletscher, welcher nicht schwindet, sondern jeden Tag ca 1 m vorwärts schiebt, dabei „kalben“ dauernd kleine und grosse Eisbrocken in den Lago Argentino. Ein unglaubliches Erlebnis!!

03. – 05. Dezember 2019 Estancia Librun – El Calafate Gletscher Perito Moreno

06. – 09. Dezember 2019 El Calafate – El Chalten 250 Km

Die Besichtigung des imposanten Gletscher „Perito Moreno“ ist einmalig schön und das bei traumhaftem Wetter…trotzdem verlassen wir nicht ungern den hässlichen Campingplatz, bei dem wir ständig von Sturmböen in Panierte Schnitzel verwandelt werden. Die Strassen sind immer noch erstaunlich gut und wir durchfahren zügig die „endlose Pampa“ wenigstens überqueren wir einige sanfte Hügelzüge, welche in div. braun u Ockerfarben leuchten.

Die Estancia LEON, wo die 3 Bankräuber scheinbar lange Zeit unbemerkt Unterschlupf fanden und erst durch die Fandungsbriefe mit über $ 4000.- Belohnungeld aufflogen.. herrscht heute ein riesen Chaos, mangels anderen Attraktionen, werden die Touris aus aller Welt hier her gekarrt um den scheinbar berühmten „Limon Cake“ zu mampfen….an unserem verstickten wir fast!!

Eingang zum Nationalpark Los Glacieres mit Fitz Roy im Hintergrund..

09. Dezember 2019 El Chalten – Gobernador Gregores 300 Km

Es stürmt und Regnet wie bei „Weltuntergang“, als die arme Walda unseren Wassertank auffüllt, mit feinem Trinkwasser… wir rechnen mit einem trüben Regentag und hoffen, dass unser WOMO wieder einmal von den dicken Dreck u Staubschichten befreit wird… aber schon bald verdrängt die Sonne die Regenwolken, welche es knapp über die hohen Berge der Anden geschafft haben und die ausgetrockneten, verdorrten Weiden gehen einmal mehr „leer“ aus! Die Fahretappe bietet nicht viel mehr als trostlose Einöde und trotzdem treffen wir in kleinen Oasen immer wieder auf Estancias, WAS ist wohl die Motivation für diesen Lebensstil..

10. Dezember 2019 Gobernador Gregores – Perito Morena / Lago Buenos Aires 350 Km

Unser Tank ist gefüllt mit 2. Klasse-Diesel, es war schlicht nix Besseres erhältlich, den versprochenen Tanklaster kreuzen wir Stunden später!! Zum Glück ist unser Sprinter noch nicht so „heikel“! Die Ruta 40 nimmt uns, wie ein alter Freund auf und führt uns durch weitere, „pfeiffengerade“ Pampas Km, ein paar Haasen, Nandu mit 8 Jungen, welche fast über den Asphalt fliegen, bei unserem Anblick und sonst gaaaanz viel gute Luft und Ausblick bis zum Horizont…“Wenn Du weisst, WAS ich meine!!

Cueva de las Manos, 1941 von einem Mönch entdeckt, heute UNESCO WELTKULTURERBE..Die Malereien datieren von 7000 – 1000 Jahre vor Christus und sind mega beeindruckend!
Wir stehen direkt am wind gepeitschten Lago Buenos Aires, Wellen wie am Meer!!
Wir schlafen wie auf einem Frachter bei Windstärke 8..oder sooo!

11. Dezember 2019 Perito Moreno – Gabernador Costa 420 Km

WAS soll ich sagen / schreiben…DA müssen wir jetzt einfach noch DURCH… durch die endlosen, kargen Weiten, auf meist guten Strassen, Abschnitte mit tiefen Löcher 10 – 20 cm z. T. meter breit, tauchen unverhofft, immer wieder auf.

Ideales Trainingsgebiet findet hier das Militär, das 9. Infanterieregiment hat hier einen grossen Stützpunkt errichtet, darum herum hat sich ein kleines Dorf, Rio Mayo, gebildet!

12. Dezember 2019 Gobernator Costa – El Bolson 320 Km

Janette hat es uns angekündigt, dass wir nach tausenden von flachen, steppen-artigen, Sturmgepeitschten PAMPAS Km heute endlich wieder einmal „Schweizer“- Landschaft begrüssen dürfen….Schon bald nach der Abfahrt um 0700 Uhr wird es hügelig, dazwischen zieht sich ein grünes, oft mit tieferen Wasserstellen durchzogenes Band durch die Täler. Kühe und Pferde stehen bis über die Knie im Wasser, um die besten Gräser zu erhaschen. Und DANN..sehen wir nach sooo langer Zeit wieder ein paar Föhren, dann werden es immer mehr, durchfahren hunderte von Hektaren angepflanzte und top gepflegte Aufforstungen. Die Ernüchterung folgt auf dem Fuss: Durch Waldbrände wurden riesige Flächen Föhren zerstört.. 30-40 Jahre intensive Bemühungen sind, ev. durch eine Zigarette zerstört worden!!

Die Ruta 40 ist vorläufig unsere treue Begleiterung, mal top, aber oft auch mit heimtückischen Schlaglöcher!
Unterwegs besuchen wir dieses kleine aber toll gestaltete Museum, welches das harte Leben der Ureinwohner zeigt, bis Missionare und andere „Gangster“ Ihnen Ihr Land, Ihre Herden, die Guanakos streitig machten, sie mit Krankheiten dezimierten, noch viel schlimmer, es war ein Kopfgeld für jeden Toten Telhuelche ein Kopfgeld von der Regierung bezahlt wurde…um Land für die Schafzucht zu stehlen.. Auch in den heutigen „Geschichtsbücher“ wird dieses scheußliche Verbrechen totgeschwiegen!! Es macht uns traurig und sehr betroffen!

13. Dezember 2019 El Bolsen – San Carlos de Bariloche 150 Km

Heute starten wir um 0800 Uhr zu einer kleinen Spazierfahrt in die „Schweiz“ Südamerikas BARILOCHE.. Wir durchfahren auf 80 Km einen fast durchgehend blühenden Frühlingsfloor von Lupinen und Ginster, die Farbenpracht ist zauberhaft schön und extrem intensiv!!

Die Veränderung der Landschaft tut schon fast weh..nach so vielen Wochen Einöde, Pampas, ist dieser Wechsel schlicht unglaublich.. es ist Frühling, alles blüht und grünt üppig und schon fast tropisch!

Während einer Rundfahrt besuchen wir kurz die „Colonia Suiza“
Auf schmalen Pisten durchqueren wir „Märchenwälder“ super Wandergebiet..

14. Dezember 2019 Rund um Bariloche

Wir können unsere Wäsche, frisch gewaschen und gefaltet wieder in der LAVANDERIA gleich um die Ecke abholen, sie duftet frisch u sauber und das für 450 Pesos… dafür kommen wir zu spät zum Briefing und erfahren noch, dass unser Freund Lorenz, welcher seit 2 Wochen mit seinem WOMO in der Garage gestanden ist, wieder gestartet ist, leider ist seine Aufholjagd schon nach 350 Km wieder zu Ende, die Kupplung welche Revidiert wurde, streikt von Neuem. Da ist guter Rat sehr teuer!! Vor allem Uebel steht er jetzt wirklich in der PAMPAS!!

Wir fahren mit dem OV-Bus 4 Stationen zur Sessellift – Station Cerro Campanario. Der Bus mit Lift ist gut besetzt, aber wir 18 Männer finden auch noch einen Platz und hoffen, dass keiner „Laaange Finger“ macht, während der Fahrt.

Mit vereinten Kräften gelange ich auf das „Sesseli“ mein Rolli wird voraus geschickt und ich geniesse die Fahrt auf den 1039 m hohen Hausberg von Bariloche. Dass ich mich oben nur auf ein paar wenigen Metern bewegen kann, verrate ich nur ungern….es muss ein Künstler gewesen sein, welcher soo viele Stufen einbauen liess.

Dieser Aussichtspunkt könnte auch irgendwo in der Schweiz sein!!
Sesselibahn auf den Cerro Campanario 1039 M. ü M
Mit dem Taxi sausen wir in die Stadt, der Fahrer bestätigt, dass keine Radarkontrollen gemacht werden, er würde sonst bestimmt schon lange nicht mehr Taxifahren!

14. Dezember 2019 San Carlo de Bariloche ARG – Osorno Chile 250 Km

Heute hat uns unser Navi eine saftige Ohrfeige verpasst und uns 80 Km zusätzlich fahren lassen..es wollte unbedingt die kürzeste Strecke über 100 Km Gravelpiste fahren. wir lehnten aber dankend ab und drehten zähneknirschend um, um eine bittere Erfahrung reicher: Fahre nie ohne Straßenkarte!! Die traumhafte Landschaft entschädigt uns allerdings für den „Faux-pas“.

Die Ausreise-Formalitäten am Arg. Zollamt sind schnell erledigt und wir steuern über den Pass Cardenal Samoré, welcher immerhin 1300 Höhe aufweist. Schlagartig, wie mit einer riesigen Reissnadel gezogen, zieht sich eine Naturkatastrophe durch den dichten Wald: 2011 brach in Chile der nahe liegende Vulkan „Prehoe“ aus, über einen Zeitraum von vielen Monaten wurden ungeheure Mengen an Lavasand heraus geschleudert, welche vom starken Wind verweht, fast ausschließlich Argentinien verwüstete. Die Grenzstadt Villa La Angostura musste evakuiert werden, der Lavastaub lag z.T meterhoch und tausende von Hektar Wald erstickte. Wir fahren durch toten „Geisterwald“..

15. Dezember 2019 Osorno (Bierbrauerei Schmid) – Vulkan Osorno Skilift – Parkplatz 350 Km

Heute könnten wir 10 interessante Objekte besuchen u anschauen , aber der Himmel ist grau u verhangen und Regen kündigt sich an. So fahren wir auf Nebenwegen Puerto Varas an und freuen uns, dass plötzlich die Sonne durchbricht.. Hier leben noch ca 200 000 Deutschstämmige, Nachkommen der ca 1880 eingewanderten Migranten, welche von Chilenischen Abgesandten angeworben wurden. Die mutigen Auswanderer bekamen 180 Hektar Land, 1 Kuh 1 Kalb und ein Pferd um das sumpfige Land urbar zu machen und Strassen und Häuser zu bauen etc . Viele dieser Menschen gingen zugrunde, ABER es zeugen noch heute auch sehr viele grosse Rinderfarmen mit über 1000 Tieren und in den Städtchen stattliche Wohn / Geschäftshäuser vom Fleiss und Können dieser Migranten.

Auch die Zählerablesung der Elektrizität lässt keine Wünsche offen!
Es sind kleine Wasserfälle im Vergleich zu Iguazu, haben aber trotzdem ihren Reiz.
Beim Aufstieg noch leicht verhüllt mit toller Blumenpracht..
Abendglühen am Vulkan Osorno.
Ganz schön zutraulich, wenn es Futter gibt..

Frühlinsblumen am Vulkan Osorno..

Toller Sonnenuntergang und Sicht ins Tal..

17. Dezember 2019 Vulkan Osorno – Villarica 320 Km

Mit blauem Himmel werden wir vom Berg ins Tal begleitet, wo wir dem Puehue-See entlang Richtung Osorno zurück fahren. Wir können uns kaum satt sehen, „Switzerland“ wurde hierher kopiert… Einfach nur viel sauberer, keine Fastfood-Ketten stehen am Wegesrand…

18. Dezember Pucon – Chillan – Linares 490 Km

Wir nutzen den freien Tag um unsere defekte Heizung aus zu bauen. Mit Claus, Hans u Sigi sind drei fleissige Helfer am Werk, welche mit viel Verrenkungen u Fachwissen, das Gerät herausschrauben. Trotz ab pressen mit einer Wasserpumpe ist keine undichte Stelle zu finden, so ein Mist!!

So sieht unsere Heizung aus, die Oxidationsspuren zeigen ein älteres Leck!!
Nach div. Test ist es fast klar, der Boiler hat ein Problem..
Es giesst aus Kübeln und ich kämpfe mit dem Terrain und den Heizungsproblemen..

19. Dez. 2019 Santiago Werkstatt 850 Km

Wir haben in Santiago de Chile einen Termin in einer Werkstatt, um unser Heizung zu reparieren. Mein Bauchgefühl sagt mir, „das hat keinen grossen Sinn“, doch Janette unsere Reiseleitering empfiehlt uns, doch hin zu gehen. So fahren wir direkt in zwei langen Etappen nach Santiago…. Der Werkstattleiter spricht sogar Deutsch und wir sind guten Mutes, wir merken allerdings bald, dass hier so niemand Kenntnis von einer Trumaheizung hat. Der Mechaniker, sieht etwas ratlos die Heizung an, wir entscheiden uns dann doch für einen nochmaligen Ausbau der Truma. Da ich unterdessen auch ungefähr weiss wie das geht, kommen wir gut voran. Wir pressen den Boiler nochmals mit Wasserdruck ab und finden ebenfalls kein Leck..Den Versuch die ganze Heizung zu zerlegen müssen wir leider abbrechen, uns fehlt die Kenntnis und das Werkzeug. So fahren wir etwas frustriert zu unserem Stellplatz ausserhalb von Santiago… Wir haben jetzt zwar fliessendes kaltes Wasser und eine funktionierende Heizung, damit können wir vorläufig gut leben.

Wir räumen die ganze Garage aus um die Teppiche zu Trocknen…ganz schön viel Equipment…

21. Dez. 2019 Santiago Stadtbesichtigung

Santiago ist uneingeschränkt das Centrum von Chile, sowohl in wirtschaftlicher wie auch in Politischer Hinsicht. Heute leben ca 8.5 Millionen Menschen hier, das ist mehr als ein Drittel aller Chilenen. Die Stadt wächst jährlich um ca 100 000 Einwohner. Gerd unser Stadtführer, und beschreibt den Sonntag als ausgesprochen ruhig, nach den gewalttätigen Ausschreitungen der letzten Wochen und Monate ist die Hauptstadt scheinbar kaum wieder erkennbar!! Schöne Parkanlagen sind total zertrampelt, von grossen Plätzen wurden die Verbundsteine herausgerissen um diese nach der Polizei zu werfen. Ordnungskräfte sind scheinbar mit einer extremen Härte gegen die zuerst gewaltlosen Demos vorgegangen, haben rund 200 Menschen mit Gummigeschossen verletzt.. Kein Haus im Zentrum ist NICHT angesprayt oder mit Blech u Holzplatten verriegelt..vor allem Banken und Pensionskassen wurden angegriffen und zum Teil angezündet..Das berühmte „Tröpfchen“, welches das Fass zum überlaufen gebracht hat, war die Erhöhung der U-Bahngebühren um ein paar Cents…

23. Dez. 2019 Santiago – Mendoza 360 Km

Wir starten frühzeitig um 0630 Uhr, ein weiteres Mal wechseln wir von Chile nach Argentinien. Auf der Ruta 60 fahren wir den Paso de Libertadores an, welcher mit einer Höhe von 3130 (Tunel) über einige schöne Serpentinen zu erklimmen ist.

Wir fahren noch wenige Kilometer bis zum modernen Zollgebäude, Integrado Complejo Horcones, wo beide Länder die Zollformalitäten erledigen… Das Gebäude ist zwar modern, ABER es ist ein Wirrwar wie in einem Hühnerhaus…viele Beamte irren irgendwie planlos umher. Während ich an einem Schalter warte, bekommt Walda besuch von einer Zöllnerin, welche verdammt schlechte Laune hat: Walda hat die restlichen Eier vorsichtshalber gekocht…dabei ging eines in die Brüche, sie musste trotzdem ALLE Eier „Tütschen“ und am Schluss noch jedes Ei schälen. Später kommt ein junger „Schnösel“ ins WOMO, klettert auf unserem Bett herum und öffnet ALLES, was irgendwie zum Aufmachen ist… Es wird die strengste u längste Kontrolle welche wir mit unserem WOMO in den letzten 10 Jahren erdulden mussten…wohlgemerkt..Grenze von CHILE nach ARGENTINIEN….. Es ist leider auch an diesem Zollamt, wo das WOMO von unserem lieben Freund Lorenz wieder aussteigt und von Claus 90 Km bergauf und bergab mit dem Seil geschleppt wird..es sollte die letzte Aktion sein, bevor Lorenz die Reise abbrechen muss…tragisch und einfach nur traurig!!!!

Der Carthago mit dem kranken Motor!!

Mendoza ist eine grüne moderne Stadt mit ca 125000 Einwoner, alle Bäume müssen künstlich bewässert werden, spenden aber dafür herrlichen Schatten, den auch wir schätzen. Die Stadt wurde 1861 vollständig zerstört und zeigt sich auch deshalb mit grosszügig angelegten Strassen und Plätzen..

Frohe Weihnachten wünschen wir Euch ALLEN!!
Lorenz verbringt seine letzte Nacht bei uns, sein WOMO steht in der Werkstatt…für wie lange wohl…

25. Dezember 2019 Mendoza – Parque Provincial Ischigualasto 480 Km

Auf dem Weg nach Ischigualasto fahren wir am „Wallfahrtsort“ Difuna Correa vorbei an dem sich Tausende von Gläubigen Glück und Wohlergehen erbeten…die Sage beschreibt, dass im Jahre 1841 Bürgerkrieg herrschte und Maria Deolinda ihrem Mann in die Wüste folgte, kurz nach der Entbindung Ihres Kindes wurde er von Soldaten entführt, Tage danach fand man die tote Frau, das an ihrer Brust säugende Kind hat so überlebt…

26. Dezember 2019 Valle de la Luna Fahrt durch den Nationalpark

27. Dezember 2019 Talampaya – Guardia Vieja 300 Km

Wir fahren ca 90 Km zurück aus dem Nationalpark und sehen früh morgens doch noch ein paar Tiere….dann wird die Strecke Bergig und recht abwechslungsreich.. in einem kleinen Städtchen tanken wir noch ein letztes Mal in Argentinien auf und schon bald passieren wir bei Las Flores das einsame Zollamt und geben dem verblüfften, freundlichen Zöllner, samt Kugelschreiber auch noch unsere restlichen ARG-Pessos..(Nach dem Motto: Zweimal Weihnachten)

28. Dezember 2019 Guardia Vieja – Vicuna 210 Km

Unser Wecker klingelt um 0430 Uhr, nach einer Nacht mit wenig Schlaf auf 3000 m.ü.M und unruhigen Nachbarn, sind wir aber voll motiviert, denn heute steht die Ueberquerung des Agua Negro an, mit 4767 Meter Höhe geht das schon ganz schön an die Substanz von Mensch und Fahrzeug…Kurz nach unserem Start werden wir von der Strassenwache angehalten und informiert, dass wir in ca 10 Km eine Verschüttung der Strasse mit Geröll und Schlamm vorfinden werden… Es ist stockdunkel und nur zaghaft meldet sich der Tag an..die verschütteten 10 m breite Stelle begutachten wir und entschliessen uns, mit etwas Tempo zu durchqueren, was wir gut schaffen, allerdings machte unser WOMO so etwas wie ein Hechtsprung auf die sichere Strasse… jetzt gehts auf der superschönen Strasse in flottem Tempo mit 2200 Touren aufwärts und unser Navi zeigt uns die aktuelle Höhe laufend an. Es dämmert nun schnell und wie aus dem Nichts erscheint die un geteerte Piste…ab jetzt fahren wir gemütlich „afuffi“ …

Es gibt DINGE im Leben, die sind sehr schwer zu beschreiben. Diese Passüberquerung bei diesem Traumwetter gehört dazu

Wir haben Glück, dass wir vor Baubeginn des geplanten Tunnels die Passfahrt geniessen dürfen!!
Nach der Schneeschmelze kommen verschiedene Auswaschungen zum Vorschein, an diversen Stellen wurden früher nach Silber und anderen Metallen gesucht..
Von Weitem schon sehen wir die auf ca. 4300 Meter liegenden „Büsserfelder“

Der Begriff Büssereis / Büsserschnee wurde vom Alpinisten Rudolf Reschreiter geprägt, der die der Sonne zugeneigten Zacken wie „Büsser“ mit gesenkten Köpfen beschrieb. Die Schneefelder können bis 6 Meter hoch werden und sind für Alpinisten nur sehr schwer begehbar..

Verschnaufpause am See..

30. Dezember 2019 Vicuña – Guanaqueros 150 Km..

Der Start zu unserer „Minitour“ von 150 Km gleicht fast einem Entwirr-spiel, viele Hotelgäste stellten Ihre „Pferdchen“ wild im Hof ab und hatten nicht die Absicht früh weg „zu reiten“!!

Obwohl die Böden steinig und trocken sind, werden Trauben und Bohnen etc angebaut, das bedingt aber eine regelmässige Bewässerung mit Tropfsystem und dafür sehen wir überall grosse Wasserbecken. Was erschreckend ist sind die Unmengen an Müll entlang der Strasse…Wir sind schnell auf dem grossen Parkplatz in La Serena beim LIDER und entschliessen uns, endlich einmal unser „Cämperli“ waschen zu lassen, mit 20 000.– Pesos sind wir dabei.. Zwecks um parkieren nach dem Waschen überlassen wir unsere Autoschlüssel dem „Wasch-Chef“ und verziehen uns in den Supermarkt. Wir plündern den Geldautomaten, bekommen ein blödes Gefühl im Bauch und so fahre ich, „wie de Blitz“ zurück zum WOMO um wieder in den Besitz der Schlüssel zu gelangen..viel zu viele Wertsachen sind da drin versteckt!!

Auf dem Weg zu unserem Stellplatz durchschnüffeln wir einen lebhaften Fischmarkt, mit allen seinen Düften und einem sehr lebhaften Treiben.
Eine Augenweide und ganz bestimmt „Frisch-Fisch“..

31. Dez. 2019 Guanaqueros – Bahia Inglesa 450 Km

Wir haben Glück und kommen um 0700 Uhr gut aus dem extrem sandigen Camping Platz los, wie wir später erfahren, müssen einige heraus gezogen werden. Der Frühstart hat noch andere Vorteile.. wir fahren durch eine noch schläfrige Stadt, der Verkehr nimmt trotzdem schnell zu, wir schlüpfen so gerade noch aus der Vorstadt und die super-schöne Autobahn wird nun für einige Stunden unseren Weg bestimmen.

Immer wieder sehen wir total verstreute Holzhäuser/häuschen welche wie einzelne Farbtupfer zwischen den kargen Sträucher leuchten. Ab u zu überraschen aber auch total komprimierte Ueberbauungen, da sind sogar wir -Schweizer Waisenknaben, 2-3 Meter Abstand vorne wie hinten sind absolut genügend. Wie hier Strom, /Wasser, und Abwasserversorgung geregelt sind, bleibt für uns ein Rätsel…

Die Autobahn ist nur wenig befahren, vor allem LKW fahren mit uns um die Wette durch das immer kargere, hügelige Gebiet.. Ein Brummi mit Tiefbettanhänger überholt uns mit satten 120 Kmh. Reglemässig zweigen schmale Holperwege ab hinauf in die Hügel, wo Stollen Eingänge zu verschiedenen Minen sichtbar sind.

Wir nähern uns der ATACAMA Wüste, ein Paradies scheinbar für Observatorios Astronomicos und eben Minen. Fast schlagartig wird es rundherum Sandig, die Hügel ziehen weiter zurück wir fahren nun durch Wüstengebiet. Nach 300 Km tanken wir in der kleinen Industriestadt Copiapo..

02. Jan. 2020 Bahia Inglesa – Nationalpark Pan de Azucar 130 Km.

Endlich wieder einmal ausschlafen… die heutige Tour ist ja bloss ein „Hupferl“… auf dem Fischmarkt in Caldera Dorado-Filet und drehen eine kleine Runde im Ort..

03. Jan. 2020 Nationalpark Pan de Azucar-Antofagasta 450 Km

Tagwache ist um 0430 Uhr.. um 0600 schleichen wir uns vom Platz in die dunkle Nacht hinaus, die „Erdpiste“ glänzt im Scheinwerferlicht und ich mache Bremsproben um sicher zu gehen, dass es nicht „RUTSCHIG“ ist… die Vorsicht..kein Tier an zu fahren ist umsonst…wir sehen kein Bein, auch Nachts scheint die Wüste „ausgestorben“..

Es dämmert langsam, als wir in Taltal am ehemaligen Bahnhof vorbei fahren…

Möven, Pelikane, Pingunine, Karmorane etc. haben ein verschissenes „Zuhause“

Wir haben die Route dem Meer entlang gewählt, auf der Erdpiste sind wir deutlich langsamer unterwegs, als auf Hauptachse, dafür geniessen wir das Zusammenspiel von Wüste und Meer hautnah…Die ersten Kilometer sind gespickt mit Schlaglöcher, Wellblechpiste und wir bereuen schon fast unsere Entscheidung unser WOMO so zu schikanieren.. Doch dann wird die Piste fahrbar und wir können vermehrt gucken, was sogar hier noch für einfachste Baracken und Verschläge bewohnt werden, keine Ahnung von WAS diese Menschen hier draussen leben müssen…

Mehr als 10 cm dick sind die zerrissenen Erdschollen, ein kleiner Strauch schafft es „zu Blühen“..

04. Jan. 2020 Antofagasta – San Pedro de Atacama 340 Km

Zuerst steuern wir eine grosse Gasversorgungsfirma „Lipigas“ an, um unsere halb vollen Gastankflaschen auf zu füllen.. na ja, der Arbeitswille ist so früh am Morgen noch klein und wir werden weg gewiesen..die nächste Auto – GPL verkauft uns nach div. Andockversuchen 18 Lt. Gas..

Wir durchqueren die recht „verschmierte“ Stadt, ohne zu wissen, wie viel davon auf die letzten Demonstrationen zurück führen.

Auf der Ruta 5 fahren wir nun Richtung Calama und sind entsetzt über den grauenhaften Müll, welcher hier entlang der Schnellstrasse entsorgt wird, ganze Haushalte scheinen hier eine neue Bleibe zu finden. Die gute Strasse steigt stetig an Richtung CALAMA, diese Strecke ist gesäumt von unzähligen, riesigen Minen, wir haben das Gefühl, JEDER M2-Centimeter wird hier systematisch „umgegraben“, der LKW -Verkehr ist beträchtlich, viele davon sind Tanklastwagen mit gefährlicher Ladung, diese Chemikalien werden gebraucht um die gesuchten Metalle aus zu waschen. Wohin diese giftigen Stoffe dann „entsorgt“ werden darf man rätseln….

Calama ist eine junge Stadt, welche gegründet wurde, weil in der Minenstadt „Chuquicamata“ das Trinkwasser dermassen stark verseucht war, dass die ganze Stadt aufgegeben wurde, der Zugang wurde offiziel gesperrt…. Jetzt wird die ganze Ortschaft mit dem ausgebeuteten Kies/Sandmaterial zugeschüttet. So werden ev. auch unliebsame „Zeitzeugen“ zum Verschwinden gebracht…

05. Jan. 2020 San Pedro de Atacama

Wir nützen die Zeit für all die kleinen Dinge, welche oft liegen bleiben, wenn wir lange Fahrtage von über 400 Km fahren. Am späteren Nachmittag verlassen wir den tiefen Kiesplatz..(Gott hört mein Beten), einmal mehr kann ich mich kaum bewegen und schleppe am Schluss noch Unmengen Kieselsteine ins WOMO.. tja von den Stellplätzen wurde ich bisher nicht gerade verwöhnt!!! Das kleine Städtchen San Pedro de Atacama zählt ca 6000 EW… in der Atacama-Region wohnen nur gerade 0.54 EW pro m2/Kilometer…. Hier spürt man davon aber überhaupt nichts..es ist ein munteres „Gewuschel“ in den Gassen, welche aufgeräumt und sauber sind. Natürlich verkauft jedes einheimische BEIN irgend ein Produkt aus der Region UND selbstverständlich Tickets für Ausflüge zu den vielen Sehenswürdigkeiten der Atacama-Wüste…Wir essen mit Max u Vreni in einem der vielen gemütlichen „Beizli“ Zmitta/Znacht…

JETZT HABT IHR DREI TAGE R U H E VOR MIR. wir fahren morgen um 0700 Uhr Richtung einem weiteren Höhepunkt unserer Reise..Uyuni Salzsee……

06. Jan. 2020 San Pedro de Atacama – Tour durch das ALTIPLANO – SALAR DE UYUNI

Das Frühstück steht im Hotel nebenan bereit, gesponsert vom Tour-Veranstalter, welche die 7 Toyota Landcruser zur Verfügung stellt, inkl. Fahrer natürlich.. Unsere flotte Irma aus den Niederlanden feiert Geburtstag…das obligate „Happy Birthday“ tönt aber noch sehr „dünn“, die Glückwünsche kommen aber bestimmt von Herzen…Erwina schiesst wieder einmal den Vogel ab..heisst, sie backt im WOMO, Backofen 3-Königskuchen für ALLE…“rein ganz zufällig.. ohne Tricks…wird Irma „Königin“ und sollte während dem ganzen Tag mit DURCHLAUCHT abgesprochen werden… Wir fahren 100 Km zurück nach Calama wo wir auf der guten Ruta 21 hinauf „rasen“ zum Grenzposten Ollagüe, nach Bolivien…obwohl dort schon ca 40 Personen vom einem Reisebus geduldig in der Schlange auf Ihre Stempel zur Einreise nach Chile warten…erscheinen unsere WOMO-Reisenden nach sehr kurzer Zeit wieder im Kleinbus..mir ist nicht bekannt, wie gross der „Motivationsschub“ war… genützt hat es auf alle Fälle..der Chauffeur des Reisebus war stinksauer..und ehrlich, fair finde ich das auch nicht…

Kurz vor unserer Tour hat es drei Tage kräftig geregnet, weshalb der Salzsee teilweise bis 15 cm unter Wasser stand…
Es gibt gemütlichere Orte für „Rollifahrer“ ABER auf einem Salzsee herum zu düsen mit dem Rolli ist mit Sicherheit etwas einmaliges.. Danke liebs „Schätzi“, dass Du mit mir diese PANAM-TOUR erlebst!!
Der Sonnenuntergang bei einem Apero, war phantastisch…und es wurde blitzartig bissig kalt..

07. Januar 2020 Wir fahren ins Hochland von Bolivien..bitte anschnallen und guuut festhalten..

Wir besichtigen eine der kleinen Privaten Salzschürferei, welche mit sehr bescheidenen Mittel das weisse Gold abbauen..


07. Januar 2020 Salzhotel Uyuni – Berghotel auf 3950 m.ü.M

Wir fahren nur eine kurze Strecke bis zum Lock-Friedhof, dort stehen ca 50 ausgemusterte Dampflocks, z. Teil mit Wagen, welche über viele Jahre das kostbare Erz aus dem Altiplano nach Antofagasta transportiert haben. Leider wurden die meisten Locks ausgeschlachtet, um in Hotels und privaten Wohnungen Souvenirs zu präsentieren..jammerschade..

08. Januar 2020 Berghotel – Laguna Colorado, unzählige extreme Bachbett-Holperpisten..Km.

Nicht ALLE haben den gestrigen Tag gut verdaut und schon geht es wieder weiter in seehr zügigem Tempo über Stock und Stein, beachtlich, was diese Jeep-Reifen aushalten müssen, kilometerlange Strecken mit messerscharfen, fest gebackenen Steinen, jeder gut um einen Reifen auf zu schlitzen…über die ganze Tour wurde zwar einige Male Luft aus den Reifen abgelassen.. ca 2 Bar, oder wieder nachgepumpt.. Immer wieder können wir einige der 5-6000 m hohen Vulkane bestaunen, welche zur Zeit mit Neuschnee bepudert sind…

09. Jan. 2020 Jupiiii...

freier Tag, das heisst die meisten Frauen sind wie verrückt am Waschen, während ich gut 800 Fotos sortiere, schneide und verkleinere, ES DAUERT…am späten Nachmittag gönnen wir uns noch ein feines Nachtessen im kleinen, aber lebendigen, interessanten Dorf…

10. Jan. 2020 San Pedro de Atacama – Iquique 485 Km

Wir haben heute eine reine Fahretappe durch einen Teil der trockensten Wüste der Welt…einfach nur LEBENSFEINDLICH…

Spontan stechen wir nach über 200 Km einen kleinen Weg ans Meer hinunter, wir sehen von der Hauptstrasse, wie riesige Wellen auf vorgelagerte Felsen preschen….dort ganz oben sitzen gemütlich div. Reiherarten und Pelikane…..

11. Jan. 2020 Iquique – Arica 350 Km

Ausschlafen bis 0700 Uhr, nicht schlecht..dann starten wir gemütlich Richtung „Humberstone“ eine 1961 still gelegte Salpeter/Nitrat Mine…Nachdem 2 Deutsche Forscher die Herstellung von Salpeter auf künstlichem Weg erforscht hatten, brach der Salpeter -Handel zusammen und div. Minen mussten geschlossen werden.. Die rund 3700 Bewohner der Humberstone _ Minenstadt, welche sehr viele Annehmlichkeiten für die Arbeiter und deren Familien bot, hatten von heute auf morgen kein Zuhause mehr!

12. Jan. Arica – Putra 350 Km

Die Luft ist kühl und neblig feucht, seit langem sehen wir keinen blauen Himmel durch das Dachfenster… trotzdem fahren in kleinen Gruppe viele Radfahrer hin und her. Das Rätsel lüftet sich mitten in der Stadt, wo scheinbar der Start für ein Velorennen stattfindet. Wir schleichen uns aus Arica, kaufen unterwegs ein trockenes Weissbrot und stehen schon bald vor den verschlossenen Toren des Museum.

13. Jan. 2020 Putra – Grenze Bolivien – La Paz 370 Km

Unser Auspuff raucht schon um 0630 Uhr und zwar RABENSCHWARZ und es braucht einige hundert Meter, bis wir etwas Leistung auf den Asphalt bringen, um die Anstiege bis auf 4200 m.ü.M zu meistern. Zu dieser Zeit sind nur wenige LKW unterwegs, die aber unheimliche Rauchschwaden in die feine Alpenluft austossen, es sieht aus wie bei kleinen Kohlekraftwerken.. Nach ca 20 Km erreichen wir einen Platz, wo sich die VIZCACHAS, DAS sind „Hasenartige Nager“ aber mit Ringelschwanz, sonnen, diese sausen mit einer Geschwindigkeit über die Felsen, dass sie schwer zu sehen sind.

14. Jan. 2020 La Paz

Eine wahnsinnige, interessante Stadt, 1 Mil. EW, 1000 Meter Höhendifferenz innerhalb weniger Km, OHNE Abwasserreinigung, ALLES Abwasser fliesst in den Fluss, dafür ein supermodernes SEILBAHN-NETZ rund um die Stadt, leider ist diese überhaupt nicht so Rollifreundlich und deshalb geht Walda mit der Gruppe allein auf Stadtbesichtigung..

15. Jan. 2020, Ausflug auf die berüchtigte Todesstrasse mit unseren WOMOS, Bärbel und Hans haben uns begleitet!!

Zuerst ein herzliches Dankeschön an unsere guten Freunde, Bärbel und Hans, welche auch die Herausforderung annehmen wollen um diese berühmte, sagenumwobene, früher extrem gefährliche Strasse zu fahren. Es kursieren wohl viele Filme und Geschichten über Abstürzende LKW/Busse etc. die noch immer im Tal unten liegen…und glaubt mir, es geht wirklich senkrecht hinunter.. Diese einst so wichtige Handelsverbindung nach La Paz wurde mit GEGENVERKEHR gefahren, wir haben das Privileg, dass wir uns heute nur gegen mehr oder weniger schnelle Biker und wenig entgegenkommende Fahrzeuge „wehren“ müssen!! Leider ist der Nebel heute auch sehr zäh und will lange Zeit nicht weichen. Die Ausfahrt aus La Paz ist auch um 0630 Uhr schon lebhaft und dauert eine gute Stunde, aber dann schrauben wir uns zügig bis auf den Pass La Cumbre 4725m.ü.M..um dann nach einigen Km den Abzweig auf die Todesstrasse zu nehmen.. Einige Mutige Reiseteilnehmer haben sich für die 40 Km lange Talfahrt mit dem Bike entschlossen, auf der schmalen Schotterpiste auch eine Herausforderung. Wir hoffen auf den Wettergott, welcher uns etwas bessere Sicht, oder sogar Sonne senden möchte.. Eine Biker-Gruppe macht sich bereit, gut eingepackt in gute Regenoverall, wir hoffen, dass unsere „Biker“ auch so Schmutz u Wasserdichtes Material bekommt.. Wir lassen die Gruppe ziehen, um uns dann ebenfalls auf den WEG zu machen.

Die Rückfahrt durch die verstopften Strassen von La Paz waren fast anstrengender als die Passstrasse..

16. Jan. 2020 La Paz – Titicacasee – Copacabana 165 Km

Die Durchfahrt der gewaltigen Stadt La Paz müssen wir uns hart verdienen, auch früh am Morgen wird buchstäblich um jeden cm gekämpft, ABER wir stellen uns auch sehr adaptiert dem Verkehrs Geschehen und kämpfen mit gleichen Badagen, Rotlichter sind sowieso da, um überfahren zu werden.. Als wir endlich nach 2 Stunden flüssig voran kommen, werden wir weiterhin fast erschlagen.. Hatten wir in der Stadt noch Verständnis für die grauenhafte BAUWUT, es sind 100 000 de von Neubauten in allen erdenklichen Varianten, zieht sich dieses Bild über viele Km über die Landschaft weiter.. Das Gebiet ist recht fruchtbar und es scheint, dass fast alle Bewohner Kühe oder Schafe u Lama halten.

18. Jan. 2020 Copacabana – Grenze zu Peru – Puno 150 Km

Nach einer 10 Km langen „Emmentaler“ Fahrt, der Asphalt hat mehr Löcher als unser feiner Käse, den wir schon ab u zu vermissen, stehen wir an der unscheinbaren Grenze zu Peru. Am Zoll gibt es keinen Parkplatz, weshalb wir am Strassenrand parken müssen, das verärgert natürlich die Marktfrauen.. Die Zollbeamten erscheinen dann irgendwann nach 0900 Uhr..Obwohl wir vorgewarnt sind, dass der Uebertritt nach Peru gut 4 Std. dauern kann, hat Walda die Ausreise aus Bolivien wie auch den Eintritt nach Peru souverain gemeistert…ich durfte/musste die ganze Zeit im WOMO warten. Nach 1 1/2 Std. fahren wir nun also durch Peru, das vor einigen Wochen noch sooo weit weg war.. Entlang dem Titicacasee durchfahren wir meist sehr fruchtbares Land, die kleinen Parzellen werden noch vorwiegend von Hand bearbeitet.

Lange Fussmärsche zum Markt oder einem Fest gehören auch für die Kinder, zum Alltag.

19. Jan. 2020 Ausflug zu den Stätten der UROS – Ureinwohner

Ab Punto fährt unsere Gruppe mit dem Boot zu den schwimmenden Totoro – Inseln, wo ein grosser Schilfgürtel liegt. Dieses Schilf ist das Grundmaterial für die vielen Werke, welche die UROS Nachkommen noch heute anfertigen, hauptsächlich für die Touristen. Das Wetter sieht am Morgen durchzogen aus, Regen scheint nicht ausgeschlossen, so bleibe ich „zu Hause“…(natürlich scheint jetzt schon lange die Sonne).. dafür backe ich uns ein feines Brot..

20. Januar 2020 Sillustani . Cusco 380 Km

Nach heftigen Gewitter, mit Blitz u Donner und kräftigem Regen, verlassen wir schon um 0630 Uhr unseren Stellplatz..die Strasse ist heimtückisch, die unzähligen tiefen Löcher sind jetzt gefüllt mit Wasser und schlecht ein zu schätzen. Das Tal ist breit und fruchtbar, wird Richtung Cusco aber deutlich schmaler,, Wir fahren ein Stück auf der neuen Autobahn, sie ist kostenpflichtig und erfreut uns alle paar hundert Meter mit einem Hump..mein Puls steigt auch jedesmal ganz gewaltig…

In Juliaca herrscht schon geschäftiges Treiben, vor allem die dreirädrigen „Tuk-Tuk“ sind allüberall, sie kommen mir vor, wie Käfer, welche auf einem Kuhfladen herum krabbeln!!
Walda kauf dringend benötigtes _Trinkwaser und Früchte ein..
Seit Stunden fahren wir entlang einer Eisenbahnstrecke, sehen den ganzen Tag jedoch nie einen Zug.
Bei diesem Thermalbad wurden früher die Dampflooks mit Wasser betankt. Nachdem wir erfahren haben, dass die einheimischen Frauen hier im Thermalwasser auch ihre Kleider waschen, verzichten ALLE auf ein gesundes Bad, das den durch- geschüttelten Knochen doch so gut täte..Die unzähligen Vororte von Cusco scheinen ein einziger „Marktplatz“ zu sein, es summt u brummt wie in einem Bienenhaus und der Verkehr ist recht hektisch..wir erreichen aber unseren Stellplatz beim Hotel de Convenciones (3400 m.ü.M) unbeschadet.. 2 ältere WOMOS sind mit verstopften Dieselpartikelfilter im Notlauf unterwegs, ich bin in diesem Moment froh, dass ich den mega-grossen Aufwand um unseren DPF in KAUF genommen habe, dafür aber jetzt problemlos in Höhen über 5000 Meter fahren kann..

21. Jan. 2020 Cusco Stadtbesichtigung

Bei trüben nassen Wetter fährt die Gruppe in die Stadt, in meinem Magen steckt seit gestern ein Klumpen, welcher mich ordentlich schikaniert, so bleibe ich mal wieder „zu Hause“ und liege flach.. Die Stadt ist auch für Rollifahrer nicht gerade der „Renner“ und so begnüge ich mich mit den Fotos und Erzählungen von Walda. Die alte Inka – Stadt Cusco, zentral in den Anden gelegen, war einst Mittelpunkt des Inka-Imperium, das bis Ecuador und Chile reichte. Die Plaza de Armas war der Kreuzungspunkt der wichtigsten Fernverbindungen des Inka-Reiches. Cusco liegt auf 3430 m.ü.M und zählt zu den schönsten Städten Südamerikas. Am 15. 11. 1533 eroberten die Spanier und plünderten die reich mit Gold verzierten Königlichen Paläste und brachten grosse Schätze nach Spanien.

24. Januar 2020 Ausflug mit Bus & Bahn zum Machu Picchu

Mit 2 Bussen verlassen wir Cusco am Vormittag, schon die Ausfahrt aus der Stadt ist interessant, wir fahren an tausenden, im Bau befindlichen Backstein-Gebäuden vorbei, kaum eines davon ist fertig, überall stehen die Armierungseisen in den Himmel, aber irgendwie wohnen hier überall Händler, vom Sirup bis zu Baumaterial, ALLES ist am Strassenrand erhältlich. Nach gut 2 Stunden Fahrt durch eine grüne, sehr fruchtbare Landschaft, treffen wir in Ollantaytambo ein, während der Regenzeit fährt der Zug erst ab hier. Janette hat extra abgeklärt, ob der Zug mit dem Rolli erreichbar ist, selbstverständlich wurde ihr versichert..

25. Januar Cusco, Stadtbesichtigung

26. Jan. Cusco – Quebrado Linda 310 Km

Das Tor öffnet sich um 0600 Uhr, genau richtig um aus der schon recht belebten Stadt hinaus zu fahren.. die Strecke ist ein Stück die Gleiche wie zum Machu Picchu. Jede Familie auf dem Land hat hier Kühe, Schweine, Ziegen etc..

27. Januar Quebrada – Nasca 380 Km

Heute wird von unseren WOMOS und deren Drivers noch einmal alles abverlangt, wir über queren wunderschönes Hochland, div. Pässe 4500 m.ü.M mit unglaublich vielen Haarnadel Kurven…

Je mehr wir uns Nasca nähern, um so mehr fahren wir in eine trostlose Steinwüste, Nasca überrascht uns mit einer unbeschreiblichen, trostlosen Abfall-Tragödie…. den Flug zu den berühmten Nasca – Linien der Wüstenfiguren lassen wir aus. spielt doch auch das Wetter verrückt und es fängt hier am W¨üstenrand an zu regnen..

29. Januar 2020 Nasca – Traumstrand National-Park 220

Früh aufstehen lohnt sich fast immer, so können wir schnellstens diese hässliche Stadt verlassen, kurz darauf sprintet Walda auf einen 11 m hohen Aussichtsturm, wovon sie einige der imposanten „Scharrbilder“ sehen kann..

Anstelle des teuren Rundfluges bei schlechter Sicht, kann Walda vom Turm einen Augenschein nehmen!!

Kurz darauf stehen wir im Mega-Stau wegen eines Bergsturzes, 4 Std. hat uns dieser gekostet und viele Nerven!!
Statt an den Stellplatz von Edith zu fahren, entscheiden wir uns für einen herrlichen Platz am Meer im Nationalpark von Paracas..
Es wimmelt geradezu von Pelikanen, Seeschwalben, Kormoranen u Sturmmöven..
Der „Chämpis“ von Bärbel u Hans passt genau zu diesem Abend, dazu ein Filet vom Grill..uns geht es einmal mehr „PRIMA“..
Am nächsten Vormittag unternehmen wir einen ausgedehnten Marsch rund um die grosse, schöne Bucht, leider hat es auch hier sehr viel angeschwemmten Müll, welcher aber niemanden stört..
Nur ungern verlassen wir diesen herrlichen „Flecken“ und fahren zu Edith nach El Carmen…Die letzten 10 Km waren einmal mehr eine ausgewachsene „TESTSTRECKE“ wir konnten KNAPP Schritttempe fahren..

30. Jan. 2020 El Carmen (chez Edithe)

Edithe hat hier eine herrliche OASE geschaffen, diese aber zu finden ist schon fast eine Kunst, total im“Güggehü“ draussen.. Allerdings rauben dir 3 Güggel, einige Tauben und natürlich Hunde den Schlaf..
In diesem Gebiet leben noch sehr viele Menschen Afrikanischer Abstammung, ehemaliger Sklaven, welche über Venezuela nach Peru verschleppt wurden, für die Baumwollernte.
Vor allem die Musik und die Tänze rissen uns nicht vom Hocker..
Barfuss-Tanz auf den rauhen Platten…

31. Jan. 2020 El Carmen – Lima 350 Km

Wir fahren frühzeitig die berühmte Teststrecke zurück, ( les Fréres) welche normalerweise immer gut drauf sind, waren ausser sich vor Wut über diese Zufahrt, es hat ihnen ein Blech unter dem Motor verkrümmt, weil sie auf einem Stein aufgestanden sind.. wir treffen uns später wieder in der Garage, wo wir einen Oelwechsel machen lassen…

Die Gemeinde El Carmen identifiziert sich stark mit Afrika..
Spezielle Wandmalereien..
Die Kirche ist schön renoviert und sogar schon offen..
Wir warten seit fünf Stunden auf unseren kleinen Oelwechsel. Walda ist nicht mehr begeistert, „Les Frères“ haben es gleich geschafft…

01. Feb. Stadtrundfahrt LIMA

Aus heiterem Himmel erwischt mich Montezumas Rache und ich hinterlasse ein Schlachtfeld in unserem Cämperli..“arme Walda“.. deshalb streiche ich die Stadtrundfahrt, ich möchte ja nicht das herausgeputzte Centrum „verwüsten“..

02. Febr. 2020 Stadtrundfahrt mit Lima-Kenner Alois Kellerknecht

Meine „Verfrachtung“ in den Bus erfolgt schnell und geübt, der Rolli findet einen etwas ungewöhnlichen Platz, auf dem Armaturenbrett.. wir fahren auf den weltweit 2. grössten Friedhof, dieser Stadtteil hat nichts mit dem gepützelten Centrum zu tun, dem Chauffeur werden sich schon bald die Nackenhaare sträuben….

In diesen Stadtteilen von Lima leben ca 6 Mil Menschen, solche Bilder werden missbraucht, um dem „Westen“ Armut und Hilfsbedürftigkeit vor zu gauckeln, um Spendengelder zu erhalten, welche dann in mafiösen Säcken verschwinden, gemäss Alois gibt es hier wenig ARME.. eher viele arbeitsscheue, welche lieber im grössten Dreck hocken, als in zusammen zu nehmen!! Alois verflucht vehement die „Entwicklungshilfe“ Europas.. welche seiner Meinung nach die Entwicklung von Peru etc. entscheidend zurück geworfen hat, statt zu helfen.. ABER wer glaubt schon solchen Worten, von Kenner welche seit bald fünfzig Jahren vor Ort leben..

03. Febr. 2020 Lima – Caral 250 Km

Hmm..wir wurden gewarnt, dass Ausfahrt zur Panamericana el Norte etwas schlecht markiert ist …und prompt sind wir haarscharf daran vorbei gedüst, es war noch dunkel, der Verkehr..also ich meine, es glich einem Stadtrennen und wir waren voll dabei beim Nachtslalom, bis ich den Fahrfehler beging.. Nach ca 75 Km haben wir Lima hinter uns und können endlich aufatmen.. Es bleibt neblig, wir durchkämmen eine hüglige Sandwüste, welche mit Hunderten von Geflügelmast-Zelten übersät ist. In all den Wüstenregionen von Peru stehen bestimmt Zehntausende von solchen Zelten, welche 2-Stöckig betrieben werden, da werden Millionen von Poulet gemästet und gequält, ein Graus..

Auf dem Weg nach CARAL überrascht uns ein sehr fruchtbares Tal mit Mais, Melonen, Kartoffeln, Papaya, und eben diese feinen Erdbeeren, wir kauften gleich ein Gitter voll und konnten einigen Freunden eine süsse Ueberraschung anbieten.

04. Febr. 2020 Caral – Huanchaco 420 Km

Mit Freuden verlasse ich dieses verfl…. Bachbett und mit viiiiel Geduld meistern wir die 25 Km schlechter Piste bis zur Panamericana del Norte.. Was soll ich schreiben….je trostloser die Landschaft wird, um so mehr Poulet-Mastställe spriessen aus dem Sand…Wir überholen Satelschlepper voller „halbtoter“ Hühner….Zur Zeit steht Poulet Fleisch nicht zuoberst auf unserem Speisezettel…es widert uns schlicht an…

Für eine kurze Pause am Meer reicht es gerade noch, wir sollten um 1600 Uhr in Huanchaco bereit sein für eine Besichtigung der leider wenig bekannten Ausgrabungen.

05. Febr. 2020 Huanchaco – Chan Chan – Lambayeque 250 Km

Von der Landschaft, dem Verkehr, dem ständigen Gehupe..(Ok ich gebe es zu,, ab und zu hupets bei mir auch kräftig..) gibt es nichts Neues zu erzählen.. So fahren wir direkt zum Museum in Lambayeque und geniessen um 1600 Uhr noch eine tolle Führung in einem super modernen Museum, wo gemäss Aussage alles ORIGINAL-Fundstücke ausgestellt sind. Fotos sind keine erlaubt, die Sicherheitsmassnahmen entsprechend hoch..Vor allem auch die div, ganzen Grabanlagen, mit dem Herrscher, seiner Hauptfrau zu Füssen sowie seinen Konkubinen links u recht sind beeindruckend. Diese Funde, (von Walter Alva) entdeckt und unter Lebensbedrohung vor Grabräubern verteidigt, werden den Entdeckungen von „Machu Picchu“ gleich gestellt, was seine ungeheure Wichtigkeit unterstreicht und in der WELT höchste Beachtung hervor gerufen hat.. Uns hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen und beeindruckt…

06./07. Febr. 2020 Lambayeque – Macara Grenzübertritt nach Ecuador 360 Km

Wir geniessen die Morgenstunden, weil wir so immer gut aus den Städten kommen und immer wieder erstaunt feststellen, wie viel „Betrieb“ schon herrscht, faul sind die Peruaner def. nicht, ABER der unglaubliche „Spirit“ ihrer Vorfahren, der INKAS, den vermissen wir leider.. sie treten an ORT.. Wir sind mit so viel Freude von Bolivien eingereist, durften mega viel interessantes über Land und Leute erfahren, waren hell begeistert über die Hochebenen, bis 4500 m.ü.M und erlitten dann einen wahren Schock, als wir hinunter nach Nasca kamen, eine Stadt voll Dreck und Müll etc. Leider wiederholten sich diese Erfahrungen über die ganze Zeit, welche wir im Norden Perus verbrachten. Schon um 1330 Uhr stehen wir am Zoll und sind froh, dieses „Kapitel“ der Panam abschliessen zu können. Walda verplempert noch die letzten Soles und dann stehen wir an der Schranke: Feusi vor uns fährt nach kurzer Zeit Richtung Zoll von Ecuador..ABER Walda kommt u kommt nicht… dann erscheint sie mit dem „Würstchen“ so ein junger ahnungsloser Schnösel, welcher es nicht schafft, meine Passdaten korrekt ein zu tippen…soo passiert das scheinbar <Unglaubliche.. ich werde von Interpol gesucht und am Zoll festgesetzt.. Ein schlechter WITZ, dachte ich zuerst auch noch… ein bestimmter Walter-Louis-José hat in Brasilien einen Ueberfall begangen..das „Würschen“ das mir das Interpol-Ticket in LIMA eröffnet hat, konnte den Fehler nicht mehr selber korrigieren und das Unheil nahm seinen Lauf…Nach drei Stunden Formulare ausfüllen, sollten wir nach Sullana fahren, um meine Identität zu prüfen. Es stand aber kein Polizeifahrzeug zur Verfügung, deshalb willigte ich „dummerweise“ ein selbst zu fahren… Stell Dir vor, Du wirst gesucht von Interpol, verhaftet am Zoll, aber dann fährst Du selbst in die nächst grössere Stadt, 250 Km und gut 2 1/2 Sdt Fahrzeit… der Polizist der mich bewacht, schläft nach wenigen Min. auf dem Beifahrersitz ein.. unterdessen ist es 2000 Uhr und wir sitzen auf dem Polizei Posten, obwohl vorher Tel. wurde, weiss niemand Bescheid..Wir sind froh, als endlich der Chef auftaucht und seinen PC startet…nach einer Std. meint er lakonisch, dass er nicht auf die Interpol-Seite in Lima zu greifen könne, er werde es nach einigen Std. wieder probieren…. er ist der einzige, welcher dort direkt Zugriff hat.. Aus der schnellen Aufklärung dieses Irrtums wird def. nichts.. Schichtwechsel, ein neuer fängt an und liesst sich in unsere 12 Seitige Akte ein. mit zeitweise 4 Natels Tel. er stundenlang mit div. Pers. in Lima von Interpol etc. Das TICKET mit der Fahndungsmeldung kann nicht gelöscht werden… Es werden endlos neue Formulare ausgefüllt, der PC stürzt wieder ab, als gedruckt werden sollte… ich verlange und bekomme eine schriftliche Erklärung, dass ich unschuldig bin.. es stellt sich im Laufe der Nacht heraus, dass wir das ganze Debakel dem jungen „Würstchen“ zu verdanken haben, der Fehler sollte wohl unter den Tisch gekehrt werden, vermuten wir. Es ist unterdessen 0115 und unser Bewacher steigt wieder zu uns ins WOMO, er durfte unterdessen seine Familie besuchen in Sullanes!! Wir starten, meine Wut im Bauch ist gross. Wir wollen noch tanken, der Polizist rät uns von Peru-Petrol ab, aber SEINE Tankstelle hat schon geschlossen. Mein Bewacher rennt im Hof herum und ruft „hola“, bis nach 10 min einer aus dem Fenster ruft: Halt die Schnauze es ist 0200, Tankstelle geschlossen…Also zurück zur 1. Tankstelle, ich glaube es nicht, es gibt nur Biodiesel, den möchte ich aber nicht, muss aber 20 Lt füllen, sonst reicht es nicht zurück zum Zoll….Dann aber fliege ich die 250 Km zurück in gut 2 Std., 1 Fohlen blieb zum Glück am Wegrand stehen, 2 Fledermäuse fleddern nicht mehr, sind mausetot an der Scheibe.. mein Bewacher schläft, nicht angegurtet friedlich neben mir, als ich aber einen „Hump“ fast verpasse und eine Vollbremse einleite, klebt der Typ fast innen an der Scheibe, um alsbald weiter zu schlafen… Am Zoll angekommen wird das „Würstchen“ aus dem Bett geholt….er startet PC etc und produziert zuerst mal einen kräftigen Kurzschluss…das Interpol-Ticket wurde noch nicht gelöscht und so dauert es noch einmal über eine Stunde, bis wir die Ausreise geschafft haben… Der Ecuadorianische Zoll ist in 40 min geschafft und so landen wir total übermüdet punkt 0500 Uhr auf dem Schlafplatz. Ein 22 Std. Tag geht zu Ende, 850 Km sind wir gefahren, keine Autobahn, unzählige „Humps“ übersprungen, Bremsen beansprucht wie verrückt, mit dem ewigen Stopp and go..

GENAU, ES WAR ALLES UMSONST, NUR WEIL EIN „WUERSTCHEN“ SEINE ARBEIT NICHT BEHERRSCHT HAT.. EINE ENTSCHULDIGUNG, PARDON WAS IST DENN DAS???

Giesela hat uns die ganzen 15 Std. begleitet und für uns gedolmetscht, ganz herzlichen Dank dafür, es wäre sonst bestimmt noch um einiges schwieriger gewesen.. Allerdings würde ich nicht mehr den gleichen Fehler machen und als gesuchter Verbrecher mit meinem WOMO 500 Km in der Nacht herum rasen..

08. Febr. 2020 Macara – Cuenca 360 Km

Die heutige Fahrt auf einer holprigen Betonpiste ist trotzdem sehr schön, abwechslungsreiche und es kommt schon fast etwas „Heimweh“ nach der Schweiz auf…

09. Febr. 2020 Cuenca – Zentrum

Wir fahren mit dem Taxi zur grossen Markthalle und obwohl wir solche Märkte mittlerweile sehr gut kennen, schaudert es uns doch auch heute, WER kauft hier Lebensmittel ein, vor allem in der Fleischerei wird es sogar mir flau im Magen..

Obst und Gemüse kann man hier bedenkenlos einkaufen, aber ein paar Schritte daneben, wo sich Kalbs u Schweinsfüsse auf Augenhöhe stapeln, vergeht einem der Appetit..
Das Museo del Sombrero befindet sich gleich in der Nähe, wir sind gespannt, wie diese weltbekannten „Panama Hüte“ hergestellt werden..

10.Febr. 2020 Ingapirca Ruins – Baños 280 Km

Ein blauer Himmel erwacht, die Luft ist klar und kalt, 6 Grad zeigt das Thermometer als wir um 7 Uhr losdüsen. Ueberraschend viele Schulkinder warten in gepflegter Schuluniform auf den Bus mehr als ein Schwein hatte kein Glück und wird jetzt am Strassenrand auf einem Tisch zerlegt. Die Landschaft könnte ganz im hintersten Emmental sein, fast kein Meter eben, wir fahren stundenlang auf oder abwärts.

11. Febr.2020 Baños

Wir fahren eine kleine Tour rund um Baños und staunen über die Vielzahl an Möglichkeiten, wie man die Schlucht überqueren kann..

12. Febr. 2020 Baño – Casa del Suizo im Amazonas Urwald Ecuador..

Die Fähre nach Panama wird zum 5. Mal verschoben und unsere Reiseleiterin bekommt einmal mehr die Kriese.. Flüge und Hotels müssen immer wieder neu reserviert werden… Jetzt haben wir plötzlich wieder 3 Tage mehr Zeit bis zur Verschiffung, WAS machen wir jetzt?? Kurz entschlossen entscheiden wir uns für 3 Tage Aufenthalt im Casa del Suizo am Rande des Amazonas Dschungels..Wir haben die Möglichkeit mit dem „Cämperli“ bis vor die Lodge zu fahren, da hat es aber bloss Platz für 1 Fahrzeug, deshalb fährt die Gruppe mit dem Schiff zum Casa del Suizo. Hier werden wir nicht nur mit sehr gutem Essen verwöhnt, es werden auch div. Aktivitäten angeboten, welche im Pauschalpreis inbegriffen sind.. Für mich als Rollifahrer heisst das aber drei Tage OHNE „AUSGANG“ !!

15. Febr. 2020 Misahualli – Quito 260 Km

Wir verabschieden uns von der Casa del Suiza am Rande des Amazonas, nehmen die Fähre zurück über den Rio Napo, ein Zufluss des Amazonas und machen uns langsam auf den Weg Richtung Quito. Wir haben erfahren, dass die Strasse wegen schweren Erdrutschen von 0800 – 1600 Uhr gesperrt ist, deshalb können wir es gemütlich angehen. Es bildet sich eine endlose Warteschlange vor der Baustelle, zum Glück stehen wir recht vorne, weil um 1800 wird die Strasse über Nacht endgültig gesperrt..das wollen wir nicht riskieren..

Die erneuten starken Regenfälle der letzten Tage, haben div. Erdrutsche ausgelöst, welche einige hundert Meter Strasse verschüttet haben.. Wir hatten gehofft, den höchsten, aktiven Vulkan der Welt, den Cotopaxi zu sehen, welcher mit 5897 m alle umliegenden Kollegen überragt, wir hatten keinen „Nebelspalter“ dabei..
Quito präsentiert sich bei herrlichem Wetter, sauber, fortschrittlich, extrem viele toll restaurierte Kolonialbauten von den Spanier.. mit schönen Parkanlagen… Im Hintergrund der Vulkan Cayambe

17. Febr. 2020 Quito – Ibarra 160 Km

Natürlich wollen wir auch den „richtigen Aequator“ noch schnell besichtigen, „Quitsa To“ Mitte der Welt, in der Sprache der Tsàchila..

18. Febr. 2020 Auf dem Campingplatz Sommerwind bei Hans, in Ibarra

Unsere Bordbatterien sind schon wieder schlapp, 11,9 V und zum Glück haben wir heute einen freien Tag und die gute Seele Claus entdeckt bald einmal eine total durch geschmoorte 30 APH Sicherung, welche das Kabel für die Speisung der Bordbatterien absichert…Unter den 1000 Ersatzteilen, welche ich mitschleppe, finde ich keinen passenden Ersatz, so bastelt Claus kurzerhand eine neue Absicherung… Im Nachhinein gesehen, war das auch der Auslöser für die leeren Liftbatterien vor 2 Tagen..

Herzlichen Dank lieber Claus…

19. Febr. 2020 Camping Ibarra – Tulcan Grenze zu Columbien – Pasto 160 Km

Dunkel wie in einer Kuh ist es um 0600 Uhr, als wir losfahren, Richtung der Kolumbianischen Grenze, welche wir um 0930 erreichen…brrh es herrscht ein riesen Wirrwar, wir werden von so pseudo Securitas durch gewunken und stehen am Schluss schon vor dem Kolumbianischen Zoll, ohne es zu merken..so müssen wir noch einmal zurück „auf Feld eins“ um zuerst aus Ecuador aus zu reisen.. Einige Treppen bescheren uns den Zugang durch die Hintertüren und so schaffen wir den ganzen Grenzübertritt in gut drei Stunden. Adieu schönes, interessantes, sauberes, sehr Gebirgiges Ecuador, willkommen Kolumbien, wir lassen uns gern überraschen…

20. Febr. 2020 Pasto – Popayan 280 Km

0605 Uhr, das Tor ist natürlich wieder geschlossen, wir haben nun schon oft dafür sorgen müssen, damit jemand uns aus der Anlage entlässt..Es hat schon mega LKW Verkehr auf der extrem kurvigen Bergstrasse, von gut 3000 M sinken wir kontinuierlich auf 600 M, es lohnt sich, die Bremsen zu schonen.. So schaffen wir die ersten 100 Km problemlos durch eine wunderschöne hochalpine Landschaft, mit nur kleinen Ortschaften am Weg, die geplagt von den unheimlich vielen grossen LKW, meistens mit 6 Achsen, 5 davon doppel bereift, welche ohne die geringste Rücksicht, durch die Dörfer rasen.. ein Graus.. In einer schönen Anlage unterbrechen wir unsere Fahrt für einen Kaffeehalt.. Das hätten wir lieber unterlassen, denn schon kurz nach der Weiterfahrt stehen wir wieder in einem hässlichen Stau, der uns einige Nerven und 2 Std. Zeit kostet.. Ein Sattelschlepper-Fahrer fällt total aus dem Rahmen, er überholt viele von uns auf gefährlichste Art, am liebsten vor oder in unübersichtlichen Kurven, er war wohl besoffen oder bekifft!!! Leider gibt es von seiner Sorte noch Tausende..

Trotz der recht vielen Wasserfälle entlang unserer Route, führen die Flüsse eher wenig Wasser..
In den Dörfer herrscht emsiges Treiben, Hunderte von Motorräder umschwirren uns, wir haben keine Chance für einen kurzen Wasserkauf, schnell an zu halten. Auffallend sind die vielen vielen, meist jungen Venezolaner, welche entweder der Strasse entlang wandern, aber meist auf LKWs sitzen oder liegen. Auch an der Tankstelle werden wir von Flüchtlingen um Geld gebeten.. schwer zu verstehen, wie das Kolumbien stemmen soll, viele sind allerdings auf der Durchreise nach Ecuador..
So einen komfortablen, sicheren Platz haben die allerwenigsten „Schwarzfahrer“

21. Febr. 2020 Popayan – Alcala 360 Km

In endlosen Kurven fahren wir stundenlang talwärts, bis wir endlich in ein riesiges Meer von Zuckerrohr-Plantagen eintauchen..ALLES dreht sich hier ums Zuckerrohr.. vom Anbau bis zur Ernte, sehen wir alle Stadien, rauchende und dampfende Industrieanlagen, wo der Zucker schlussendlich verarbeitet wird..

22. Febr. 2020 Ausflug rund um Alcalà

23. Febr. 2020 Alcalà – Medelin 280 Km

40 WOMOS von Gruppe 1 & 2 stehen früh bereit zum losfahren, es stehen 8 Km übelste Strasse an um im Dunkeln gemeistert zu werden, so sind wir schon um 0530 Uhr auf Achse… Ich bin bestimmt KEIN Frühaufsteher, schätze aber die ersten Km am Morgen, wenn die unzähligen Händler & Pendler auf den noch dunkeln Strassen unterwegs sind, dass die meisten von Ihnen keine Beleuchtung an ihrem Gefährt haben wissen wir längst und sind deshalb vorsichtig unterwegs….Es wimmelt wieder einmal von Baustellen, mit den berüchtigten Warteschlangen, sobald die Kelle des Sicherheits-Personal auf grün „SIGA“ dreht, muss man sofort auf die linke Spur wechseln und das „Loch“ zu machen, sonst preschen gleich wild gewordene Bus & LKW Fahrer an dir vorbei…

24. Febr. 2020 Medellin – Buenavista 350 Km

Auf dem Weg nach Medellin (der wohl berüchtigsten „Drogenstadt“ von Kolumbien) fahren wir an unzähligen Waschplätzen für LKW’s vorbei, die sind recht gut besucht von den Brummifahrer, da wird meistens auch gleich der Motor mit gewaschen. Wir lassen auch unser Womo waschen für 20 000.– Pesos, das sind dann mal ca 6 $ da wollen wir nicht meckern!! Allerdings hat es nach den vielen Baustellen wieder tüchtig Staub auf den Stossstangen, c’est la vie!!

25. Febr. 2020 Buenavista – Gartagena 320 Km

Die fruchtbaren Ebenen der Zuckerrohr Anbaugebiete, die saftig grünen, hügeligen „ENTLEBUCHER“ Rinderalpen sind hinter uns und es wird zum Teil brutal trocken und karg. Die Holzbaracken sprechen ihre eigene Sprache, hier möchte keiner freiwillig leben.. Wir nähern uns langsam der 5. grössten Stadt von Kolumbien, Cartagena, mit rund 1 Million Einwohner. Obwohl wir gute Angaben der Fahrstrecke haben, wird die Durchfahrt einmal mehr, recht SPORTLICH… aber dank den super Navigations Künsten von Walda fahren wir zielsicher zum Hotel Hilton. Hier stehen unsere 40 WOMOS bis zur Abgabe im Hafengelände und wir fliegen dann am 3. März nach Panama.

28. Febr. 2020 Abgabe der WOMOS im Hafengelände.

Wir fahren im Konvoi durch die belebte Stadt Cartagena und merken wieder einmal, wie obermühsam solche Fahrten sind. In diesem Fall allerdings sind wir extrem froh um unseren Vorfahrer, der Hafenagent zeigt uns den Weg, welchen wir allein kaum jemals gefunden hätten, DAS Navi auf jeden Fall fährt total neben der Strasse.. Wir fassen zur Sicherheit schon mal einen Helm und ein oranges Gilet, füllen div. Formulare aus, machen von allem ein paar Kopien, dann dürfen wir endlich ins Hafengelände fahren. Unsere Fahrzeuge werden gründlich auf Schäden etc , untersucht und schlussendlich wird jede Tür versiegelt…

29. Febr. 2020 Stadtrundfahrt in Cartagena..

Mit dem Bus fahren wir zuerst auf eine Anhöhe, von wo ein guter Blick über die Stadt möglich ist. Auf der Durchfahrt der Slums, direkt vor den schön renovierten alten Häuser der Altstadt, schaudert es uns beträchtlich….hier bekämpfen sich Nachts div. Gangs wegen Drogengeschäften etc, es ist absolut unmöglich, sich als Touristen hier ab 1800 Uhr auf zu halten.

01. März 2020 Drogenkontrolle

Frühstens 24 Std. vor dem Verladen der WOMOS werden alle Fahrzeuge auf Drogen untersucht. Wir fahren mit dem Bus zum Hafengelände und dann müssen sämtliche Gegenstände der Garage und Seitenfächer ausgeräumt und fein säuberlich hinter dem Womo auf gestellt sein.

Ich war wohl nicht der einzige, welcher gestaunt hat, wie viele Gegenstände zum Vorschein kamen, welche wir noch nie gebraucht haben… Alle Fahrzeuge samt Inventar wurden von Hand und mit Drogenhund untersucht, der „Schnüffler“ hat mir am Schluss noch in die Garage gepinkelt, aufputzen musste ich natürlich.. Nach guten 5 Std. war ALLES wieder eingeräumt und wir durften zurück ins Hotel mit dem Taxi.. Am 2. März, vielen Verschiebungen, läuft unser Schiff aus Richtung COLON, dem Hafen von Panama..

03. März 2020 Flug von Cartagena nach Panama

Nach sieben teuren Ubernachtungen im Hilton in Cartagena freuen wir uns alle, dass wir nun endlich nach Panama fliegen können. Obwohl der Flug nur gut eine Stunde dauert, schlägt er mit knapp 600,– $ ein Loch mehr in die Reisekasse…Mit dem Bus fahren wir direkt ins Stadtzentrum und sind überrascht, so eine moderne Banken / Hotel / Versicherung Sky Line an zu treffen. In kürzester Zeit begegnen uns mehr AUDIS / BMW / UND MERCEDES als auf der ganzen Südamerika Tour zuvor…

04. März 2020 Stadtrundgang mit Reinhold

Mit dem Bus entfliehen wir schnell dem Bankenviertel und eh wir uns versehen, kommen wir in der Altstadt an und es sind weit und breit keine „Wolkenkratzer“ mehr zu sehen…Unser Guide, Reinhold wohnt seit über 30 Jahren in Panama und erzählt uns viel und ausführlich über die „berühmte“ Stadt….

05. März 2020

Heute holen wir unsere WOMOS aus dem Hafen von Panama/Colon. Wir sind natürlich sehr gespannt, ob noch Alles in Ordnung ist. Unser Hafenagent, Alfredo hat schon einiges vorbereitet, trotzdem sind wir gute 4 Std. im Hafen, ich muss viele Hindernisse umfahren, um nur einige Unterschriften zu geben…. ABER endlich sind alle Papiere erledigt und nach einer chemischen Dusche, dürfen wir zurück zum Hotel fahren, wo wir von unseren Partner begeistert empfangen werden…

06. März 2020 Colon – Santa Clara 170 Km

07. März 2020 Santa Clara – Boquete 150 Km

Wir flüchten am Morgen in die kühlen Berge auf ca 1200 m.ü. M und können bei einem Tierpark übernachten, weil wir am anderen Tag die ganz seltenen gelben Frösche besichtigen möchten, welche hier in der Natur bereits ausgestorben sind und in aufwendiger Arbeit und Forschung hier gezüchtet werden…

Wir fahren eine schmale Strasse hinauf zum Krater rand, die Steigung ist beträchtlich, wir schätzen ca 35 %, in den engen Kurven reissen wir mit den hinteren Reifen den heissen Teer auf und der Sprinter kommt ordentlich ins Schwitzen…

Blick vom Krater Rand..

Die Luft ist am Abend wirklich frisch, aber es stürmt die ganze Nacht beträchtlich in diesem Vulkan-Kessel und eine Windböe reisst uns ein Seitenfenster aus der Halterung..

08. März 2020 Boquete – Playa las Lajas 180 Km

Wir haben einen Termin um 0700 Uhr, um unsere Gastankflaschen auf zu füllen, deshalb starten wir um 0515 Richtung Städtchen David…kurz gesagt, nach langem Warten fahren wir 2 Std. später mit vollen Flaschen weiter zu unserem schönen Stellplatz..

10. März 2020 La Lajas – David, Barta Vieja (Rum Factory) 110 Km

Bloss ein „Katzensprung“ trennt uns vom heutigen Uebernachtungsplatz, so geniessen wir den gemütlichen Morgen und „Faulenzen“ wieder einmal… Es ist brütend heiss, als wir bei der Rum Fabrik eintreffen und einen schattigen Platz beziehen. Walda fragt beim Portier nach, wooo wir denn überall stehen dürfen, denn es hat in einem kleinen Föhrenwäldchen lukrative Plätze, der gute Mann verweist uns aber auf die grosse, bald sonnige Wiese.. Nach uns eintreffende stellen sich ganz selbstverständlich unter die Bäume in den Schatten….WAS heisst das für uns: NIE zuviel fragen, sonst kriegt man dumme Antworten!!

11. März 2020 David – Sierpe 210 Km

Nach einer heissen, schwülen Nacht, mit viiiiel Vogelgeschrei vor Tagesanbruch, sind wir froh, dass wir uns auf den Weg Richtung Paso Canoas begeben können. Die Strecke ist kurvenreich und es gibt kaum Ueberholmöglichkeiten, deshalb fahren wir total „entschleunigt“ hinter den Brummis her, welche nie daran denken, uns irgend einmal vor zu lassen.. Nach der Passhöhe, 3650 m.ü.M parken wir und halten auf einem kleinen Trail Ausschau nach dem bekannten Vogel „Quetzales“, welcher auf diesen Höhen in dieser Jahreszeit brütet. Da ihr bevorzugter Lebensraum auch in Costa Rica immer mehr verschwindet, sind die Quetzales stark vom Aussterben bedroht.

12. März 2020 Sierpe – Playa Ventana 110 Km

Wir geniessen die kurze Fahretappe durch sehr hügeliges Weideland und Tropische Wälder und entschliessen uns, den ersten Uebernachtungsplatz, der von Janette empfohlen wurde, an zu fahren. Wie beschildert ist die Zufahrt seehr steil und ausgewaschen und die Bachdurchfahrt ist wieder einmal grenzwertig, es schrammt ganz hässlich an unserer Anhängerkupplung und verbiegt einmal mehr die Anhängersteckdose… Wir gelangen so auf einen kleineren, aber wunderschön gelegen Stellplatz, welchen wir ab 1800 Uhr für uns fast allein haben…

13. März 2020 Sierpe – Cachi 180 Km

Auf einer kurvenreichen, herrlich grünen Landschaft, mega sauber, fahren wir via San Isidro de El General nach Cartago fahren Richtung Cachi und stehen nach einigen extrem steilen Rampen beim Hotel Cendero. Der Park ist wunderschön und jeder findet einen passenden, z.T. schattigen Platz… Wir haben natürlich mit „Spannung“ die Welthysterie um den Corona Virus verfolgt und merken, dass sich die Schlinge langsam um Costa Rica und vor allem auch um uns drastisch zuzieht….WER hätte das vor ein paar Wochen noch gedacht, wir hatten gehofft, durch Guatemala und Mexiko in die USA zu gelangen, BEVOR das GANZE eskaliert…. Die EMPFEHLUNGEN welche von der Regierung erlassen werden, betreffen auch unsere Uebernachtungsplätze und Ausflugsziele. Wie geplant können wir San Pedro und den Vulkan IRAZU besuchen und bestaunen den riesigen „Gemüsegarten, selbst die steilsten Hänge werden mit Maschinen bearbeitet, es gibt kaum Regen, weshalb der Humus nicht abgeschwemmt wird. Der regelmässige Morgennebel gibt den Pflanzen genügend Feuchtigkeit…

15. März 2020 Cachi – La Virgen 180 Km.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl verlassen wir diesen schönen Stellplatz am See und hoffen, dass wir nicht plötzlich als „Unerwünschte Europäer“ an einem ungünstigen Ort Stranden ODER aus dem Verkehr gezogen werden. Beim Einkaufen im Wallmart, ist sehr gut die angespannte Lage spürbar, die meisten Einkaufwagen sind prall gefüllt, die Schlange an den Kassen endlos, gewisse Artikel begrenzt, einige Tablare leer, ABER es ist immer noch eine gute Versorgung gewährleistet…

17. März 2020 La Virgen – Laguna de Arenal 110 Km

Auf gewohnt tollen Strassen fahren wir gemütlich Richtung Vulcano Arenal, halten spontan in La Fortuna an um in einer Lavanderia unsere Wäsche ab zu geben nochmals ein zu kaufen. Die Stimmung kippt auch hier auf dem Land, und es wird überdurchschnittlich viel eingekauft. Wir haben aber keine Negativen Erfahrungen gemacht mit der Einheimischen Bevölkerung, alle halten einen korrekten Abstand ein, nur wenige tragen Schutzmasken, die Hände werden desinfiziert..Wir finden alle einen guten Platz, auf Beton, dafür sauber und REGENFEST, bei den täglichen, meist mehrmaligen Regenschauer auch ein Vorteil.. Beim heutigen Briefing erfahren wir, dass der nächste Campingplatz bereits geschlossen werden musste..es enstehen intensive Gespräche, Womos einstellen im Zollgelände und Heimfliegen, das wäre jetzt noch möglich..wie lange noch?? Zurück in die Parkanlage beim Hotel in Cachi, wo eine bescheidene Infrastruktur angeboten wird…Wir wägen ab, Sicherheit für uns und unsere WOMOS..

Wir stehen hier auf dem Hotelparkplatz von Franz Ulrich, welcher an diesem schönen Fleck Erde eine „Kleine Schweiz“ erschaffen hat. Begonnen hat er mit einem Landwirtschafts-Betrieb, 1989, dann wurde es ergänzt mit einem Hotel, Eine Schmalspur Eisenbahn wurde erbaut, 2 Wohnhäuser folgten bald darauf und sogar eine kleine Kapelle fehlt nicht… Ein Riesenwerk von Franz Ulrich, welcher leider im Jahr 2016 gestorben ist. Seine Frau Silena und Sohn Stephan führen seither die Betriebe weiter….
Die Umgebung ist superschön und wir fühlen uns sehr willkommen ..

18. März 2020 Nuevo Arenal

Die ganze Gruppe ist intensiv daran, sich „Häuslich“ ein zu richten, überall werden die Markisen an Geländern etc, fest gezurrt, denn der Wind zerrt und rupft immer wieder stark und unverhofft an unserem Sonnen/Regenschutz… Die Offiziellen Infos überschlagen sich ständig, Empfehlungen der einzelnen Botschaften sind sehr unterschiedlich, Rückkehr-Möglichkeiten werden noch für begrenzte Zeit in Aussicht gestellt, WAS sollen/müssen wir unternehmen, um uns und unsere WOMOS nicht zu gefährden. Die Möglichkeit besteht, unsere Fahrzeuge im Zollhof von San Jose für max ein Jahr ein zu stellen und von da auch heim zu fliegen…..Was sind unsere Vor/Nachteile, welche Kosten entstehen für die Unterstellung und Flüge, VIELE Fragen und keine konkreten Antworten/Infos sind greifbar….Wir sitzen einmal mehr hinter dem Hotel und diskutieren unsere Lage, NIEMAND von uns hätte je gedacht, dass sich die REISESCHLINGE soo schnell zu zieht, und wir schon bald nicht mehr auf die Strasse dürfen. Jetzt geht es darum, einen geeigneten Platz für unser „Quarantäne-Lager“ zu finden und definieren. In einer sehr emotional geführten Abstimmung entscheidet sich die Gruppe schlussendlich für eine Rückfahrt zur Hotelanlage nach CACHI. Wir wären dort etwas weg vom „Dorf“ in einer schönen Parkanlage und hätten eine bescheidene Infrastruktur zur Verfügung. Die Versorgungslage ist allerdings ungewiss!!! Nicht ALLE sind mit dieser Rückkehr einverstanden, auch wir stimmen nicht dafür und enthalten uns der Stimme…

Die ersten Spiele werden zusammen getragen, aber vor allem Jasskurse stehen hoch im Kurs…

19. März 2020 „Ueberraschung“

Viele von uns haben letzte Nacht wenig oder gar nicht geschlafen und stehen aufgelöst und ratlos auf dem Platz herum…. Einige von uns möchten um keinen Preis weg von diesem Idyllischen Ort, „Los Heroes“ !! Janette ist über diese Entwicklung sehr überrascht, aber gewohnt flexibel und während der lauten, wiederum sehr emotionalen Diskussion, mehren sich die Stimmen für einen Verbleib hier am Lage Arenal. Die Abstimmung ergibt einen deutlichen Entscheid zu Gunsten Verbleib auf dem jetzigen Platz. Nicht alle sind erfreut über diesen plötzlichen Gesinnungswandel und verlassen erzürnt die Versammlung… Nun werden aber möglichst gute Plätze gewählt und sofort optimiert, gereinigt und installiert…Die Besitzer des Hotels versprechen uns in allen Bereichen nach Kräften zu unterstützen, WAS das heisst, werden wir sehr bald „ERLEBEN“!!

Quarantäne ist immer eine Katastrophe, ABER an so einem hübschen, tollen Ort, mit vielen Beschäftigungs Möglichkeiten, haben wir bestimmt den 6er im Lotto gezogen. Herzlichen Dank an Silena und Sohn Stephan..

20. März 2020 Beschäftigungs-Pläne

Kari , welcher Janette in vielen Fragen unterstützend zur Seite steht, hat in Zusammenarbeit mit Stephan Arbeitsprojekte ausgearbeitet, welche in nächster Zeit realisiert werden könnten: Dringend ist sicher die Anlegung eines Gemüsegarten, noch vor der Regenzeit…Errichtung eines Minimarktes ist ein weiterer Wunsch, ein Bootssteg ist ein Projekt, auch die Strasse zum Restaurant auf der Alp muss dringend ausgebessert werden und meine Gruppe ist für die Instandstellungen rund ums Hotel zuständig…

24. März 2020

Obwohl es fast täglich regnet, kommen wir damit gut klar: ; Meist kurz, unverhofft und sehr oft in der Nacht fällt das ersehnte Nass…Es ist zur Zeit sehr trocken und das Futter für das Vieh wird bald knapp.. Silena und Stephan sparen wirklich keine Mühe, uns das Abhocken der Quarantäne zu erleichtern… Heute kam wie angemeldet, eine riesengrosse Waschmaschine, die 22 lt Volumen hat, eine tolle Erleichterung für unsere „Waschfrauen“ !! Unser Futter können wir zur Zeit bestellen und 2-3 Mal pro Woche wird es bei uns bis an das Haupttor geliefert. Auch der Bäcker kommt zur Zeit noch, so lange er Mehl beziehen kann..Dort wird es von uns abgeholt, die Uebergabe erfolgt immer mit Maske, Händewaschen ist danach ebenfalls sinnvoll…Auch wenn Stephan Einkäufe oder Reparaturen auswärts erledigen muss, ist er sehr vorsichtig und setzt sich und uns keinem unnötigen Risiko aus. Eine gestrandete Familie hat angefragt, ob sie hier im Hotel Unterschlupf finden könnte, aber die auferlegte Quarantäne von 14 Tagen fanden sie weit übertrieben und kamen nicht zu uns…

25. März 2020

Die Firma Seabridge welche unser Vertrags Partner für di PANAM-Tour ist stützt sich auf die Empfehlungen der verschiedenen auswärtigen AEMTER, so auch CH & D und empfiehlt uns dringend, nach Hause zurück zu kehren, so lange dies noch möglich ist…Wie das WOMO zurück kommt ist allerdings höchst ungewiss, oder unmöglich, da schicht keine Fährverbindungen existieren. Auch das Einstellen der WOMO im Zollgelände in San Josè ist zusammen mit den versch. Flügen sehr teuer und wer weiss denn schon, ob wir dann jemals wieder hierher zurück kehren können/wollen!! Auf jeden Fall beharrt Seabridge darauf, dass wir ein Formular unterschreiben, womit wir die Firma von allen Verantwortungen entbinden. Wenig später folgt der nächste Streich, unsere Tour wird per Ende März 20 unterbrochen und Janette als Tour Guide suspendiert..bis eine Weiterfahrt möglich ist.. Jedesmal entbrennen hitzige & hässige Diskusionen…ABER ausser Alphons u Vreni möchte niemand nach Hause, wir sind hier zur Zeit bestimmt besser aufgehoben und haben keine Lust uns im Flieger etc, an zu stecken…

Walda findet auf ihren ausgedehnten Wanderungen immer wieder wunderschöne Blumen..

27. März 2020

Tag 10 unserer Quarantäne am Arenasee.

Die meisten, von uns sind mittlerweile gut eingerichtet, Verbesserungen werden aber laufend ausgeheckt und geprüft und umgesetzt… Der Gemüsegarten nimmt nach vielen Stunden fleissiger Hände auch langsam Gestalt an, gewisse Samen sind direkt ausgesät worden, die Aufzucht anderer Gemüsearten erfolgt in Eierkarton, was sich aber als problematisch herausstellt.. es hat viel zu wenig Humus und die Sämlinge müssen umgetopft werden… Dazu kommt, dass der langersehnte, kräftige Regen seit Tagen ausbleibt, der stetige Wind trocknet ebenfalls aus, deshalb ist nicht nur der Gemüsekarten betroffen, sondern vor allem die Landwirtschaft, das Gras für die Kühe u Kälber wird schnell rar….

Alle Hände, auch soo zarte wie die von Janette sind gefragt..

Täglich werden wir von unseren Gastgebern, von Janette und Kari mit neuen Informationen „gefüttert, sehr oft ist es aber auch verwirrend und es ist unklar, welchen STATUS wir hier einnehmen, Touristen, Durchreisende, am Schluss laufen wir unter „Familienitglieder“. Zur Zeit sind im Hotel und Hof einige Umbauarbeiten im Gang, diese Arbeiter wie auch die Betriebsangestellten müssen auf dem Areal bleiben und auch hier übernachten, DAS ist für einige nicht machbar und sie verlassen die Hotellerie…nicht ohne vorher noch zu klauen, was herumsteht…

30. März 2020

Dank den guten Beziehungen, welche Silena zu Lieferanten von Gemüse und Getränken hat, werden wir regelmässig versorgt, oft fehlen div, Artikel, welche wir dann wieder auf die neue Liste setzen und hoffen, dass es irgendwann erhältlich ist…Rund ums Hotel hat unser Team und weitere fleissig gejätet, ich habe wie wild gekärchert, oder geflucht wenn das blöde Ding nicht laufen wollte, Lampen am Wegrand haben Hans u Sigi demontiert, gereinigt, LED Birnen ersetzt etc.. es macht schon richtig Freude zu sehen, WAS wir bewegen können. Wir haben einen Platz für die Abfall Entsogrung, wo eigentlich der ganze Müll gut getrennt werden könnte, leider fehlt dazu noch bei einigen das Verständnis dazu.. Ich räume die ganze Müllhalde aus, der Warmwasserboiler verliert viel Styropor-Dämmmaterial und die Elektr. Anschlüsse lassen mich erschauern.. Die Dreckschicht am Boden ist 10 cm dick und wohl auch 10 Jahre alt, auch mit dem Kärcher schwer weg zu kriegen, ABER wenn wir nicht krank werden wollen, muss das Zeugs weg… Hier haben wir def. Handlungsbedarf…

01. April 2020